Die Beschissenheit der Dinge (2009) - Poster
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Die Beschissenheit der Dinge

Originaltitel: De helaasheid der dingen | The Misfortunates

Von mit ,
Genre: Drama, Komödie | Belgien ()
Kinostart: (Deutschland)
Verleih: Camino Filmverleih
Freigegeben ab 12 Jahren12- ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Der 13-jährige Gunther Strobbe lebt bei seinem arbeitsscheuem Vater Macel, genannt Celle, sowie dessen drei ebenso nichtsnutzigen Brüdern Lowie alias „Petrol“, Pieter alias „Beefcake“ und Koen. Während Gunthers Mutter schon lange nichts mehr von Mann und Kind wissen will, muss Großmutter Meetje allein den Haushalt bewältigen. Ihre ausgelassenen Söhne treiben sich lieber den ganzen Tag in der Dorfkneipe herum oder nehmen an sinnlosen Wettbewerben wie Dauerbiertrinken teil. Als Gunther langsam Interesse am weiblichen Geschlecht entwickelt, erfüllen sich seine Hoffnungen zunächst keineswegs. In der Schule kommt es wiederholt zu Konflikten mit der Schulleitung. Ebenso versteht sich der durchaus gebildete Junge mit seinem Vater zunehmend weniger. Selbst zwei Jahrzehnte später, als Gunther eine erfolglose Schriftstellerlaufbahn einschlägt, lässt sich die Vergangenheit nicht einfach abschütteln.

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Filmkritik

Im belgischen Kino haben Proletenballaden längst ihre Tradition. Es sei etwa an die bei uns kaum bekannten, derben Filme des politischen Comicautors Jan Boucquoy erinnert oder an Dominique Deruderres so drastisches wie poetisches Kino („Crazy Love“). So pendelt ebenfalls die Verfilmung von Dimitri Verhulsts Autobiografie über das ruppige Familienleben von vier unberechenbaren Brüdern stets zwischen permanenten Trinkgelagen, ruppigen Streichen und dem Katzenjammer danach. In der Rahmenhandlung erinnert sich Alkoholikerkind Gunther als erwachsener Schriftsteller an seine problematische Kindheit in einem unwirtlichen Männerhaushalt ohne Mutterbindung, weshalb er mit seiner aktuellen Beziehung und der kommenden Vaterrolle hadert. Nach dem Motto: „Hart, aber herzlich“ schlugen die Strobbe-Brüder gerne über die Stränge und wurden nicht selten handgreiflich, falls die Familienehre auf dem Spiel stand. Suchte Sohn Gunther nach diesem Vorbild die Familienehre zu verteidigen, drosch sein Vater zum Dank gleichsam auf ihn ein. Nur wenn ihr Idol Roy Orbison auf dem Fernsehschirm erschien, wurden die harten Kerle sentimental und fielen inbrünstig in die Schmachtballaden ein. weiterlesen ▼

Einen aufsehenerregenden Coup landete das Team 2009 auf der Croisette, als nicht etwa knapp bekleidete Starlets, sondern korpulente, bärtige Männer bei einem nackten Fahrradrennen zum Festivalpalais von Cannes für Aufmerksamkeit sorgten. Diese Werbeaktion stellte ein Filmzitat dar, womit an eine der ungewöhnlichsten Szenen des Werks erinnert wurde. Solche skurrilen Einlagen finden sich im Verlauf der in den Achtzigern angesiedelten Coming-of-Age-Geschichte mehrfach, doch Regisseur Felix van Groeningen verheimlicht keineswegs die Schattenseiten der ausgelassenen Partystimmung und spart nicht mit düsteren Momenten.

Bald wirkt der junge Gunther als eine Art Geächteter innerhalb der Dorfgemeinschaft, da stets die Gefahr besteht, dass er die gleiche abgewrackte Laufbahn seines Vaters einschlägt. Mitunter fühlen sich die Autoritäten des belgischen Dorfs zum Eingreifen bemüßigt. Dennoch entwickelt der pubertierende Junge Pflichtgefühl für seinen Erzieher, während er auf der anderen Seite nach einem Ausweg aus der eigenen Misere sucht.

Man merkt der Kinoadaption allerdings auf Dauer die episodenhafte Struktur der Romanvorlage an. Zwar besitzt die tragikomische Sozialstudie durchaus Tiefgang und emotional eindringliche Sequenzen, aber bei einer Laufzeit von knapp zwei Stunden findet sich dann doch eine Kotz- und Sauforgie zuviel. Zudem drosselt die Gegenwartshandlung mit Valentjin Dhaenens als mittelloser Dichter, der mit seinem Schicksal hadert, immer wieder das Tempo. So verdienstvoll der so überdrehte wie nüchterne Blick auf die soziale Situation des flämischen Prekariats erscheint, lassen sich Schwächen im Timing letztlich nicht übersehen.


Fazit: Schräge, episodenhaft aufgebaute Familiengeschichte mit ruppigem Witz und tragischen Untertönen.

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