The Book of Eli (2010) - Poster
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The Book of Eli

Originaltitel: The Book of Eli

Von , mit ,
Genre: Action, Drama, Science-Fiction | USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Tobis Film
Freigegeben ab 16 Jahren16- ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Eine Katastrophe verwandelte das ganze Land in eine einzige, von gleißender Sonne überstrahlte Wüste mit restlichen Spuren einer untergegangen Zivilisation. Im Jahr 2044 durchstreift ein einsamer Wanderer, der sich im Ernstfall durchaus seiner vernarbten Haut zu wehren weiß, das zerstörte Amerika. Im Gepäck befindet sich ein Buch – eine der letzten vollständigen Bibeln. Hinter diesem Werk jagt ebenfalls der fanatische Despot Carnegie her, der seine Schergen dafür durch das ganze Land hetzt. Als Eli auf der Suche nach Wasser und Ersatzteilen in Carnegies herunter gekommener Absteige landet, erfährt der Bandenführer schnell von dessen geheimnisvollem Besitz. Solara, die Tochter seiner blinden Geliebten Claudia, soll Elis Vertrauen gewinnen. Nachdem der distanzierte Fremde das verborgenen Buch jedoch nicht herausgeben will, eskaliert der Konflikt zwischen ihm und dem skrupellosen Verbrecher.

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Filmkritik

Seit dem Erfolg von „I am Legend“ haben Endzeitfilme, eher ein Relikt aus den Achtzigern, wieder Konjunktur. „Book of Eli“ zählt neben „Carriers“ oder der stillen Romanadaption „The Road“ zu jenen Beispielen des postapokalyptischen Science-Fiction-Genres, die sich Fragen nach dem Überleben in Folge des Zusammenbruchs jeglicher Ordnung stellen. Im Road Movie der Hughes-Brothers, die sich relativ schnell von „Ghetto“-/„Hood“-Formaten dem Genrekino zu wandten, steht ein wortkarger Einzelgänger im Mittelpunkt, der nach der Maxime agiert, sich nirgendwo einzumischen. Eigentlich müsste der gläubige Christ nach Gesetzen der Nächstenliebe handeln, als er etwa Zeuge einer Vergewaltigung wird. Doch die Erfahrung lehrte ihn offenbar, dass Zurückhaltung der bessere Weg sei. Dabei bleibt es auf Dauer nicht, zumal der von Denzel Washington verkörperte Kampfexperte jedem Angriff geschickt abzuwehren versteht und sich als Meister in Sachen Bogen, Schwert sowie Handfeuerwaffen entpuppt. weiterlesen ▼

Als Hüter der letzten verbliebenen Bibel gerät Eli mit dem brutalen Anführer Carnegie aneinander, der in dem Druckwerk ein Mittel zur Machterhaltung sieht, nachdem er schon eine der letzten Wasserquellen kontrolliert. Sprache und Wissen bilden in einer Welt des Faustrechts immer noch höchstes Gut. Der mit einem pockennarbigen Gary Oldman besetzte Machtmensch erkennt in Eli einen Konkurrenten um den Erhalt der Kommunikation. Wenn Elis iPod bald seinen Geist aufgibt, erlangen im Post-Computerzeitalter archaische elektronische Medien wie Radio oder Plattenspieler allmählich ihren früheren Stellenwert zurück.

In dem feindlichen Ambiente, wo man niemanden trauen darf, weist Wanderer Eli die junge Solara zunächst zurück. Erst allmählich fasst er Vertrauen zu der hartnäckigen jungen Frau, die mehrmals in Gefahr gerät. Albert und Allen Hughes präsentieren somit eine gradlinige Story, die reichlich Anleihen beim Samurai- und Italowestern nimmt („Leichen plastern seinen Weg“ wird bewusst zitiert). Vorangetrieben von stilisierten Actioneinlagen, entwickelt sich in farblich ausgebleichten Bildern von verwüsteten Städten, Autowracks und verstrahlten Wäldern eine elegische Handlung um den mythischen Krieger, der zunehmend als Heilsbringer erscheint. Zwischen expressionistischer Schattenspiel-Attacke über eine entfesselte Kamera, die durch Einschusslöcher auf eine abgefeuerte Schnellschusswaffe zurast, bis zu wilden Shootouts in Westernmanier greifen die Hughes-Brüder zu differenten filmischen Erzählmethoden, was ihren futuristischen Thriller zwar etwas uneinheitlich, aber unvorhersehbar wirken lässt. Die grandiosen Bilder entlegener Landschaften New Mexikos entfalten ihre Wirkung sowieso erst auf großer Leinwand.

Während bei Denzel Washington, der seine meisten Stunts selbst absolviert, mimische Zurückhaltung gefordert war und Gary Oldman ein Standardleistung abliefert, die immerhin noch Raum für Zwischentöne lässt, erfüllen einige Nebenfiguren die Endzeitstory mit Leben. Neben Jennifer Beals tragischer Verkörperung von Carnegies blinder, teils angewiderter Geliebten sorgen Knittergesicht Tom Waits als Elektriker sowie Michael Gambon und Frances de la Tour als schießwütig-verschlagenes Rentnerpaar für Anflüge von schwarzem Humor. Angesichts der christlich-philosophischen Botschaft, die gegen Ende den Ton angibt, scheint dieser durchaus nötig zu sein. Doch angesichts des sympathischen Appells für Konservierung von Literatur als Erinnerung an eine erhaltenswerte Kultur mag man über das Sendungsbewusstsein der Hughes hinweg sehen.


Fazit: Düsterer, teils blutiger Endzeitwestern mit ambitioniertem visuellen Anstrich und ungewöhnlicher christlicher Botschaft.

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Fakten und Hintergründe zum Film "The Book of Eli"

  • Filme
  • Mo, 05.11.2012
  • Kommentare

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Benutzer wurfi

Gestern hab ich mir die Blu-Ray aus der Videothek geholt und mein Fazit fällt doch recht positiv aus. Meine hohen Erwartungen in den neuen Film der Hughes Brothers (leider in Hollywood unterschätzt und unterbesetzt) wurden im großen und ganzen erfüllt. "The Book of Eli" ist ein postapocalyptischer Actioner mit Botschaft, dessen grossartige Atmosphäre, vor allem durch die toll fotografierten Bilder (in grau getaucht) und dem stimmungsvollen Soundtrack erzeugt wird

Benutzer FHM

  • FHM
  • 02.03.2010, 19:56

Zitat von God's Lonely Man:
Trotzdem gibt es zwischendurch immer wieder subtile Hinweise auf seine Blindheit/Sehschwäche, wenn er sich mit Händen oder Füßen einen Eindruck von der Umgebung verschafft

Benutzer EnemyJack

Zitat von Bullet in the Head:
(...) Positiv zu erwähnen wäre noch der coole Soundtrack (...)


Auf jeden Fall. Atticus Ross kann schon was!

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