Chloe (2009) - Poster
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Chloe

Originaltitel: Chloe

Von mit ,
Genre: Thriller, Drama | Frankreich, USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Kinowelt Filmverleih
Freigegeben ab 12 Jahren12- ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: In die gut funktionierende Ehe der erfolgreichen Ärztin Catherine (Julianne Moore) und des beliebten Musikprofessor David (Liam Neeson) platzt eine verräterische SMS: Hat David eine Affäre? Um seine Treue zu testen, engagiert Catherine das Luxus-Callgirl Chloe (Amanda Seyfried). Die aufregende junge Frau präsentiert ihrer Auftraggeberin schnell erste erotische Ergebnisse. Catherine ist schockiert und möchte das Geschäft beenden, aber sie erliegt der Faszination eines gefährlichen Spieles, bei dem sie mehr und mehr die Kontrolle verliert...

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Filmkritik

In den Neunzigern zählte der Kanadier Atom Egoyan mit verschachtelt-enigmatischen Studien über intime, komplexe Beziehungswirren wie „Der Schätzer“ oder „Exotica“ zu den international bemerkenswertesten Autorenfilmern. Doch nach der Beschäftigung mit seinen armenischen Wurzeln in „Ararat“, sein anspruchsvollstes, um nicht zu sagen sein anstrengenstes Werk, entwickelten sich die Projekte des Film- und Opernregisseurs immer kommerzieller. „Chloe“, ein Remake des französischen Dreieckdramas „Nathalie“, stellt den ersten Film dar, der nicht auf einem eigenen Drehbuch basiert. Mit dem erotisch-provokanten Stoff „Secretary“ erwies sich Autorin Erin Cressida Wilson immerhin als kühne Chronistin menschlicher Abgründe. Insofern bleibt Atom Egoyan seinen Lieblingsthemen treu, wie er gleichsam das Aufbrechen von Familienstrukturen durch moderne Kommunikation und die Darstellung eigenen (Er-)Lebens in Erzählungen weiter verfolgt. Dabei erhält „Oral History“ ein Eigenleben, was bald nicht mehr zu kontrollieren ist und in das Schicksal der Protagonisten greift. weiterlesen ▼

Als Fremdkörper dringt Luxuscallgirl Chloe in eine dysfunktionale Familie, deren Gefühle füreinander längst erkaltet sind. Inzwischen haben sich Ärztin Catherine und Musikprofessor David kaum noch etwas zu sagen, wobei die Medizinerin keinesfalls gleichgültig reagiert, als sie auf eine Affäre ihres Mannes stößt. Ebenso geht ihr Sohn Michael, ein talentierter, wenngleich introvertierter Klaviervirtuose, zu ihr auf Distanz. Chloe tritt ins Leben jeder der Familienangehörigen – bei jedem allerdings mit völlig unterschiedlichen Absichten. Ihr Hauptinteresse gilt Catherine, zu der sich die junge Prostituierte zunehmend hingezogen fühlt, was ihre Auftraggeberin beim Verführungsplan an ihrem offensichtlich untreuen Mann sowohl mit Faszination wie Abscheu erfüllt. Zunehmend steigert sich Catherine in eine Obsession hinein, die sie immer weiter von ihrem Mann entfernt.

Über weite Strecken zeigt sich die Neuinterpretation dem zähen Original in Schauspieler-, Kameraführung und visuellem Design weit überlegen. Man durchschaut die Intrige hier zwar ebenso schnell wie im Vorgänger, so dass die Enthüllungen am Ende kaum überraschen können. Das fällt allerdings weniger ins Gewicht, da Egoyan seine ambivalent gezeichneten Charaktere durchaus geschickter mit Leben füllt als Anne Fontaine, Regisseurin des französischen Originals. Zudem rückt er seinen Schauplatz Toronto optisch ansprechend als weiteren Hauptdarsteller ins Licht. Die klaren, direkten Einstellungen mit ihren Spiegeln und Fenstern bilden den Kontrast zu den Abgründen der Figuren, die in ihren Beziehungen nicht den rechten Halt finden und denen der Blick auf die wahren Emotionen entgleitet. Dabei überzeugt Shooting Star Amanda Seyfried, der in „Mama Mia“ penetrante Fröhlichkeit und in „Das Leuchten der Stille“ nur schmachtende Blicke abverlangt wurden, als zerrissenen-berechnende Strippenzieherin auf der Suche nach echten Gefühlen ebenso wie ihr Love Interest/Gegenpart Julianne Moore.

Leider gleitet das verführerische Spiel um Täuschung, Verrat, echte und falsche Nähe in den letzten Minuten zu einer weiteren Variante von „Verhängnisvolle Affäre“ ab. Das plakative Thrillerfinale raubt dem hintergründigen Drama jede Art von Geheimnis und reduziert Egoyans erste große Hollywood-Produktion auf die vordergründige Bedrohung von Familienwerten. Hier helfen auch die großartigen Darsteller nicht mehr weiter.


Fazit: Hinter-/abgründiger Reigen um Verführung und Kontrolle mit fadem Thriller-Ende nach Hollywood-Manier.

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DVDs & Blu-rays zum Film

Medien-Kritiken

Chloe - (2009) - Blu-ray - Cover

Chloe (Blu-ray)

Erscheinungsdatum: 07.10.2010

Bild 8.0
Ton 7.0
Features 6.0
Medien-Bewertung 7.0
Fazit der Cinefacts-Redaktion:

Kinowelt hat mit der Blu-ray zu Chloe eine recht anständige Disc auf den Markt gebracht. Sowohl Bild, als auch Ton überzeugen mit leicht überdurchschnittlichen Gesamtergebnissen und tun dem Filmgenuss somit keinerlei Abbruch. Die Extras fallen für einen Film dieser Größe durchaus angemessen aus.mehr...

Besetzung & Stab

Inhalte zum Film

User-Kritiken

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Kommentare

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Unterhaltsam fand ich ihn auch und auch ziemlich stimmungsvoll. Die Handlung war relativ durchschaubar, Atom Egoyan kams wohl irgendwie mehr auf die Atmosphäre an und die ist gelungen. Die Schauspieler sind gut und immerhin ein erotischer Thriller, der nicht peinlich ist (anders als Basic Instinct 2;-))

Ich war auch drin, der Film ist ziemlich durchsichtig man weiß von Anfang an wie es ausgeht und das Ende irgendwie recht peinlich. Unterhalten tut er trotzdem irgendwie.

Zitat von präsidentzwiebel:
hi,
ich glaube es gibt noch garkeinen thread zu dem film hier
...
hat den jemand gesehen? glaube das ist nen remake von nem französischen film der nathalie heisst.
gruß


Ist zwei Monate nach dem Filmstart sicherlich ein bisschen spät dafür. ;-) Ja, ich habe ihn gesehen und er hat mir nur mäßig gefallen

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