Chronicle - Wozu bist du fähig? (2012) - Poster
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Chronicle - Wozu bist du fähig?

Originaltitel: Chronicle

Von mit ,
Genre: Thriller, Science-Fiction | USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: 20th Century Fox
Laufzeit: Minuten

Inhalt: Andrew (Dane DeHaan) lebt zurückgezogen bei seiner todkranken Mutter und dem saufenden, prügelnden Vater. In der High-School ist er ein Außenseiter, nur sein Cousin Matt (Alex Russell) zwingt ihn ab und zu in Gesellschaft. Dieses Leben, entschließt Andrew, soll von nun an mit einer Videokamera dokumentiert werden. Doch dann geschehen andere Dinge vor seiner Linse: Am Rande einer Party, zu der ihn wieder mal Matt mitgeschleppt hat, finden die beiden gemeinsam mit der Schul-Sportskanone Steve (Michael B. Jordan) einen seltsam glühenden Meteor in einem Erdloch. Einige Tage später haben die Kumpel telekinetische Kräfte entwickelt, die sie zunächst dazu einsetzen, die Autos von ahnungslosen Supermarktkunden in eine andere Parklücke gleiten zu lassen oder kleine Mädchen mit schwebenden Teddybären zu erschrecken. Doch spätestens als Andrew einen aufdringlichen Verkehrsteilnehmer die Böschung hinabstürzen lässt, wird den Jugendlichen klar, dass sie mit ihrer Macht verantwortungsbewusst umzugehen haben. Und nicht jedem von ihnen wird dies gelingen.

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Filmkritik

"Chronicle" ist, dies kann ohne Umschweife gesagt werden, ein durchaus größenwahnsinniger Film. Und dies nicht etwa deshalb, weil er ein Welterklärungsmodell in seinen Subtext stopfte und auch nicht, weil er mit übertriebenen Symboliken versuchte, am besten gleich die ganze Kunstgeschichte in sich aufzusaugen. Nein, die Erzählung von Regiedebütant Josh Trank und Autor Max Landis, dem Sohn von Regisseur John ("American Werewolf"), balanciert vielmehr virtuos auf zwei Drahtseilen gleichzeitig: Sie verwurzeln einen Plot und eine Ästhetik, die sich an nichts als der jüngeren Filmgeschichte und der medialen Sozialisation der YouTube-Generation orientieren, in einer lebensnahen, mitfühlenden und stellenweise sehr witzigen "Was wäre, wenn…?"-Phantasie. Und sie lassen eine intim beobachtende Geschichte ausarten in einen Katastrophenfilm, eine Materialschlacht, muten dem Zuschauer einen Genremix zu, der sich aus den unterschiedlichsten Vorbildern von "Carrie" (1976) bis "Cloverfield" (2008) speist. weiterlesen ▼

Es ist die erzählerische Finesse von Trank und Landis, die der Film "Chronicle" vor der Implosion bewahrt. Nur anfangs scheint es, als habe Trank mit der selbst auferlegten Einschränkung, den Film aus der subjektiven Perspektive von Andrews Kamera zu drehen, nicht allzu viel Sinnhaftes anzufangen gewusst - immerhin hatte der Regisseur ursprünglich nur eine Serie von Kurzfilmen geplant, die die neuen Superhelden bei ihren reichlich depperten, dabei aber höchst amüsanten Streichen zeigen sollte. Doch als Landis an Bord kam, wurden die Clips nurmehr zu einer Episode in einem sorgfältig gearbeiteten erzählerischen Bogen.

Und dabei lässt sich auch einer sehr gut durchdachten Entwicklung in der ästhetischen Herangehensweise beobachten. Die Handkamera ist mal ein Symbol der Distanz, die Andrew zu seiner Umwelt einnimmt, dann wieder eine Simulation der Unmittelbarkeit, wenn die drei wie in einem Handyvideo ihre Späße dokumentieren, und schließlich der verwirrte Beobachter eines unbezähmbaren, chaotischen Unglücks. Dogmatisch geht Josh Trank freilich nie vor: Wo der subjektive Blick seine Möglichkeiten zu sehr beschränkte, hat er ihn aufgelöst – etwa im Gegenschuss, den Matts "love interest" für ihren Blog aufnimmt. Oder in der erzählerischen Volte, dass Andrew seine neuen Kräfte eben auch auf die Kamera einwirken lassen kann, die sich dann von allen (bisherigen) Gesetzmäßigkeiten der Physik ablöst.

All dies würde den Zuschauer vermutlich trotzdem nicht als Komplizen gewinnen, der den Filmemachern durch die Volten ihrer Handlung folgte. Aber die größte Stärke des Films ist die Nähe zu seinen Figuren, die nicht vom Fortgang der Ereignisse mitgerissen werden, sondern diese von Anfang bis Ende autonom bestimmen. Und noch im größten Chaos, in dem die subjektive Perspektive sehr angemessen jegliche Orientierung verliert, findet sie doch immer wieder zu den Gesichtern der Protagonisten zurück.

Den Hauptdarstellern Dane DeHaan, Alex Russell und Michael B. Jordan gehören diese Gesichter, und es sind vor allem DeHaan als Andrew und Jordan als Steve, die ihre Figuren souverän durch das Wechselbad der Emotionen führen, das der Film auch für den Zuschauer bereithält. "Chronicle" ist ein Wagnis - aber ein lohnendes.


Fazit: Regiedebütant Josh Trank gelingt mit "Chronicle - Wozu bist du fähig?" dank souveräner Inszenierung und großem Einfühlungsvermögen ein Superhelden-Film, der im Alltag verwurzelt bleibt und dennoch nicht mit Schauwerten geizt.

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DVDs & Blu-rays zum Film

Medien-Kritiken

Chronicle - Wozu bist du fähig? - (2012) - Limited Edition - Blu-ray - Cover

Chronicle - Wozu bist du fähig? - Limited Edition (Blu-ray)

Erscheinungsdatum: 17.08.2012

Bild 9.0
Ton 8.0
Features 3.0
Medien-Bewertung 7.0
Fazit der Cinefacts-Redaktion:

Die Blu-ray-Veröffentlichung des Films „Chronicle“ kann technisch vollends punkten. An der Bildqualität gibt es nichts auszusetzen, denn das Bild besticht mit einer hervorragenden Schärfe und Detailwiedergabe sowie einer schönen Farbgebung…mehr...

Besetzung & Stab

Inhalte zum Film

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  • Filme
  • Sa, 13.10.2012
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Kommentare

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Benutzer Brakus

ah, danke :)

Benutzer Brakus

Ich kramsle den Thread nochmal aus, um nachzufragen, ob der Film nicht einige (inhaltl.) Cuts hatte? Ich meine mich zu erinnern, dass hier in den BluRay/DVD - Foren darueber diskutiert wurde und daher zur US/UK-Version gegriffen werden sollte. Aber seit der Forumsumstellung find ich nix wieder^^.....und die Suche gab mit "Chronicle" nur diesen Beitrag wieder, also sry., wenns nicht ganz passend ist!

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