Dein Weg (2010) - Poster
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Dein Weg

Originaltitel: The Way

Von mit ,
Genre: Drama | Spanien, USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Koch Media Filmverleih
Freigegeben ohne Altersbeschränkung ( Minuten)

Inhalt: Der erfolgreiche Augenarzt Tom Avery (Martin Sheen) führt ein unbeschwertes Leben inklusive Golfplatz und Small Talk. Von seinem erwachsenen Sohn Daniel (Emilio Estevez) hat er sich allerdings entfremdet. Beide Männer sind stur und reden nicht miteinander, bis ein schicksalhafter Anruf alles verändert: Daniel ist auf dem Jakobsweg ums Leben gekommen. Mit Rucksack und Campingutensilien ausgestattet wollte er zu sich selbst finden. Tom hält von solchen Eskapaden zwar wenig, setzt sich aber in den nächsten Flieger nach Spanien, um seinen toten Sohn nach Hause zu holen. Dabei sieht er sich nicht nur mit der tiefen Trauer um den Verlust seines Kindes konfrontiert, sondern auch mit seinem eigenen Leben. Um Daniel die letzte Ehre zu erweisen und um zu verstehen, was ihn bewegte, beschließt Tom, Daniels Pilgerwanderung zu Ende zu führen. Und so begibt er sich mitsamt der Asche seines toten Sohnes auf die Reise zum Ende des Jakobsweges. Dabei bleibt er nicht lange alleine. Nach und nach gesellen sich der Niederländer Joost (Yorick Van Wageningen), die zynische Kanadierin Sarah (Deborah Kara Unger) und der Ire Jack (James Nesbitt) zu ihm. Zusammen wollen sie den Jakobsweg und jeder seine eigenen Dämonen bezwingen.

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Filmkritik

Die Pilgerwanderung entlang des Jakobsweges folgt einer langen Tradition. Dennoch war es nicht zuletzt Hape Kerkelings Reisebericht "Ich bin dann mal weg", der, zumindest im deutschsprachigen Raum, dafür sorgte, dass sich die Route mittlerweile allgemeiner Bekanntheit erfreut. Nun hat sich auch Hollywood der Thematik angenommen und mit "Dein Weg" kommt ein netter kleiner Film auf die Leinwände, der es schafft, vom Jakobsweg ohne große religiöse Predigten zu erzählen. weiterlesen ▼

Während Charlie Sheen weiter dem Leben im Rausch frönt, beschäftigen sich Papa Martin Sheen und Bruder Emilio Estevez mit ganz anderen Dingen. Estevez, der bei "Dein Weg" nicht nur Sheens Sohn verkörpert, sondern auch Regie führte, gelingt es, eine Vater-Sohn Geschichte auf die Leinwand zu bringen, die den meisten Klischees fern bleibt und zudem auch noch Platz für viele skurrile Figuren bietet.

Trotz des tragischen Themas zieht der Film nicht herunter. Im Gegenteil, wie auch der Jakobsweg, so soll "Dein Weg" inspirieren und neuen Mut schaffen. Überraschenderweise gelingt dies, ohne dabei je zu sentimental zu werden.

Tom hält eigentlich wenig von Spiritualität, er beginnt seine Reise hauptsächlich, weil er glaubt, dies seinem Sohn schuldig zu sein. Schnell merkt er jedoch, dass durch die "gemeinsame" Wanderung eine Bindung zu Daniel entsteht, die er so schon lange nicht mehr hatte. Kleine Einblicke in die Beziehung der zwei werden durch Rückblenden erzählt, das meiste erschließt sich dem Zuschauer aber schnell von alleine. Von Grund auf anders als sein Vater, wollte Daniel das Studium nicht abschließen, frei und unabhängig sein, die Welt sehen. Mit der Weltanschauung des erfolgreichen Augenarztes ließ sich diese Sichtweise nur schwer vereinbaren. Und so entfernten sich die Männer immer mehr voneinander. Während Tom den Jakobsweg entlang geht und hier und da Daniels Asche verstreut, beginnt er, die Wertevorstellungen seines Sohnes zu verstehen. Diese innere Wandlung ist subtil und ohne große Gesten ersichtlich, was vor allem auf die begnadete Schauspielkunst Sheens zurückzuführen ist. Ohne überzogene Dramatik oder Sentimentalisierung gelingt es ihm, Toms Emotionen herüber zu bringen.

Und dabei ist die Figur kein uneingeschränkter Sympathieträger. Den Menschen, denen er auf seiner Reise begegnet, steht er zunächst ruppig und abweisend gegenüber. Dennoch kommt bald eine unkonventionelle Truppe zusammen, die die Wanderung letzten Endes mehr oder weniger freiwillig gemeinsam begeht. Die kettenrauchende und deprimierte Sarah aus Kanada (Deborah Kara Unger), der gegen sein Übergewicht kämpfende Joost aus Holland (Yorick Van Wageningen) und der unter einer akuten Schreibblockade leidende Schrifsteller Jack (James Nesbitt) haben alle ihre eigenen Gründe für die Pilgerwanderung. Dennoch raufen sich die vier zu einer liebenswürdigen Gruppe zusammen, die durch und durch menschlich herüber kommt. Estevez gelingt es, eine Geschichte zu erzählen, ohne dabei eigentlich viel zu sagen. Wie die Figuren des Films auch, begibt sich der Zuschauer auf eine Reise. Es entsteht ein Gefühl der Verbundenheit, als würde man mit Tom eine gemeinsame Entwicklung durchmachen. Die kauzigen Charaktere verleihen dem Film außerdem ein Hollywood-untypisches Flair.

Action sucht man hier vergebens und neben seiner schönen Bilder birgt der Film auch hier und da mal kleine Längen, wer vor einem stillen Film aber nicht zurückscheut, wird hieran seine Freude haben. Ob man nun religiös angehaucht ist, oder nicht, "Dein Weg" lässt einen doch unweigerlich überlegen, ob man nicht auch einmal den Jakobsweg entlang wandern möchte.


Fazit: "Dein Weg" ist ein ruhiger Film, der es schafft, mit wenigen Worten viel zu sagen. Tragisch, aber dennoch optimistisch beschäftigt sich das Vater-Sohn-Gespann um Martin Sheen und Emilio Estevez mit Themen wie Tot, Entfremdung, Spiritualität und Freundschaft und geht dabei gekonnt den meisten Klischees aus dem Weg.

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Ausstrahlungstermine

BR FernsehenFreitag, 18. 04. 2014 22:50 - 00:45

Besetzung & Stab

Inhalte zum Film

Fakten und Hintergründe zum Film "Dein Weg"

  • Filme
  • Mo, 05.11.2012
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