Fleisch ist mein Gemüse (2007) - Poster
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Fleisch ist mein Gemüse

Originaltitel: Fleisch ist mein Gemüse

Von mit ,
Genre: Drama, Komödie | Deutschland ()
Kinostart: (Deutschland)
Verleih: Universal Pictures International
Freigegeben ab 12 Jahren12- ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Heinz Strunk wohnt mit der psychotischen Mutter zusammen und weiß nicht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Da kommt der Anruf von Gurki gerade recht: Heinz wird Mitglied in der Tanzband „Tiffany’s“, die auf Dorffesten, Hochzeiten und sonstigen Provinzfeierlichkeiten aufspielt und gute Laune verbreitet. Doch Heinz hat Ambitionen: Er will Popproduzent werden. Freilich: Seine Sängerin wird schwanger, und seine Kompositionen will eh keiner hören. Muss er sich mit einem Leben zwischen Spielautomaten, der fetten Nachbarin Rosi, Schlagermucke, Voyeurismus und Akne Conglobata abfinden? Da betritt die fesche Jette sein Leben…

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Filmkritik

„Fleisch ist mein Gemüse“, das Buch mit dem ganz willkürlichen Titel, hat sich 250.000 Mal verkauft. Eine 250seitige Beschreibung von Stillstand, von Phlegma, von Erbärmlichkeit. Heinz Strunk, Hauptfigur und Erzähler dieser quasiautobiographischen Beichte, suhlt sich zwölf Jahre lang im Sumpf von Tanzmusik. Auf Seniorentees, Karneval, Schützenfest und diversen anderen Feiern in der norddeutschen Provinz erlebt er die Essenz und das Rückgrat der deutschen Kultur, die aus dumpfem Witz und überfröhlichem Schlagerfez besteht – und gestaltet diese Niederungen musikalischen Massakers aktiv mit, als Saxophonist der Tanzband Tiffany’s. weiterlesen ▼

Zwölf Jahre Stillstand des Lebens, der persönlichen, emotionalen, intellektuellen Entwicklung: Das kann man natürlich nicht wirklich zu einem Film umgestalten, denn da muss ja etwas passieren – das ist der Grund, weshalb die Verfilmung durch Christian Görlitz seltsam überproduziert wirkt, obwohl hier nicht halb so viel geschieht wie in einem durchschnittlichen Spielfilm.

Nicht nur, dass in manche Szenen schlicht zu viel reingepresst wurde – das telefonischen Engagement durch Tiffany’s-Bandleader Gurki ist verknüpft mit dem gleichzeitigen Zusammenbruch der psychotischen Mutter im Beisein zweier Polizisten, Heinz’ erster Auftritt verzögert sich, weil sich ein telefonischer Hilferuf der Mutter aus der Klapse dazwischendrängt. Auch emotional soll man sich einfinden in die Hauptfigur, die sich bei allem tollpatschigen Unvermögen doch zumindest bemüht, anderen beizustehen, der Mutter, der fetten, einsamen Nachbarin; schließlich gar mündet alles in der Andeutung einer Liebesgeschichte, die in der zweiten Filmhälfte zum tragenden Handlungsfaden wird. Wo der Strunk im Roman sich doch gerade dadurch auszeichnet, alle anderen zu verachten, eben weil sie genau wie er sind!

Zudem. Die Darsteller sehen alle viel zu gut aus, trotz grotesker Körperformen – der hagere Andreas Schmidt mit krausem Haar und Schnauzer und erbarmungslosem Frohsinn, der so jovial und oberflächlich den Gurki gibt –, trotz Akne Conglobata, die Heinz verunziert. Der Grad von Ekligkeit, der im Buch ausführlich, plastisch und wortgewandt ausgeführt ist, wird nie erreicht. Und die Musik, die Tiffany’s spielen, hört sich einfach zu gut an, das merkt jeder, der schon einmal in der Wirklichkeit eines Sportfestes einen Alleinunterhalter erlebt hat…

Freilich genau hier trifft der Film den Geist des Buches ganz genau, in der Beschreibung der Provinzvergnügungen, wo’s mit „Hello Mary Lou“, „Wenn i mit dir tanz“ in schmierigem Pseudo-Bayerndialekt oder „An der Nordseeküste“ (mit einem Cameo des echten dicken Klaus als Besoffenem) ganz höllisch zur Sache geht. Organisierte Heiterkeit, billige Witze, biedere Erotik und der langersehnte Ausbruch aus dem Alltag an dem einen, großen Festtag des dörflichen Jahresablaufs: all das wird in lebensecht choreographierten Festlichkeiten exakt beschrieben, und wehe es geht etwas schief: „Hello Dolly“ aus dem Musical „Hello Dolly“ ist halt die falsche Musik für den Schützenkönig, zuviel Afrika, zuwenig Bavaria; oder Oliver Bendt mit seinem One-Hit-Wonder „Sun of Jamaica“, der nun beim völlig ungelenken Limbo-Tanz auf offener Bühne Feuer fängt…

Das jedenfalls ist die Ein- und Überleitung zum besten Teil des Films, zu einem Ende, das sich gewaschen hat in einer Lauge aus Ironie, Fiktion und vergeblichem Ausbruchsversuch – ein Happy End, das Heinz Strunk, den echte, einsam zurücklässt mit Bier und Zigarette, den unersetzlichen Utensilien einer Landjugend mit Musik.


Fazit: Heinz Strunks Bestseller in einer Verfilmung, die nicht immer den jämmerlichen, verachtungsvollen, phlegmatischen Ton der Vorlage trifft – der aber die Landjugend mit ihren billigen Vergnügungen treffend beschreibt.

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Benutzer pippovic

Der Trailer hat mir gut gefallen. Werde ich mir auf jeden Fall mal ansehen. Vielleicht aber erst auf DVD.

Gruß
pippovic

Benutzer showbiz

Ich hab Angst, dass der Film dem genialen Buch nicht gerecht wird - ist nämlich eins meiner Lieblingsbücher.

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