Ein Freund von mir (2006) - Poster
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Ein Freund von mir

Originaltitel: Ein Freund von mir

Von mit ,
Genre: Drama, Komödie | Deutschland ()
Kinostart: (Deutschland)
Verleih: X-Verleih
Freigegeben ohne Altersbeschränkung ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Der introvertierte Mathematiker Karl arbeitet bei einer Versicherung. Sein Chef will ihn mit einem miesen Auftrag provozieren: Er soll einen Tag bei einer Autovermietung am Flughafen arbeiten, um die Versicherungsrisiken einzuschätzen. Während Karl sich dort als Fahrer für die Überführung von Mietautos bewirbt, lernt er den Draufgänger Hans kennen, der sein Kollege wird. Die beiden fahren parallel auf der Autobahn, testen neue Porsches ohne Kleidung und hocken bei Hans’ Freundin Stelle rum, in die sich Karl verliebt.

Bilder zum Film

Filmkritik

„Ein Freund von mir“ von Sebastian Schipper ist, wie diese Filme über zwei gegensätzliche Männer es gerne sind, eine Art Roadmovie. Nur dass Schipper, der auch das Drehbuch schrieb, Roadmovies für ein romantisches Relikt aus den Siebzigern hält. Also entschied er sich dafür, den Film einfach auf der Straße spielen zu lassen. Das heißt hier: an heimatlosen, unwirtlichen Orten wie dem Parkhaus am Flughafen, Autobahnen, Schnellstraßen und Tankstellen. Das heißt auch: Für Sammler von Grautönen ist dieser Film eine Fundgrube – vom Grau des Regenhimmels bis zur Dämmerung, dem Asphalt, dem Beton des Parkhauses, bis zur Silbermetallicfarbe der Fahrzeuge. weiterlesen ▼

Doch zunächst zu den großen Namen des Films: Daniel Brühl als Karl und Jürgen Vogel als Hans stehen zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera. Tom Tykwer ist einer der Produzenten. Das sollte eine Komödie werden, aber offenbar auch eine minimalistische, postmoderne, auf jeden Fall etwas Neues. Die Begegnungen von Gelegenheitsjobber Hans, der sehr schlechte Zähne hat, mit dem überkorrekten, innerlich genervten Karl werden dabei quasi verschluckt vom schalldämpfenden Ambiente im Flughafengebäude. Dialoge entstehen, bleiben in der Schwebe, setzen bei Karl eine innere Befreiung in Gang. Jedoch besteht das Ungefähre der Handlung penetrant darauf, dass jeder Wortwechsel, jede Fahrtpause auch ganz anders hätte aussehen können.

Konsequent bleibt das Geschehen oft komplett wortlos, nur unterlegt von reichlich Musik. Man fährt, man gibt die Autos ab, man trinkt einen Kaffee, Hans wirft provokante Bemerkungen in den Raum: Was wäre aus Karl geworden als Frau? Nonne oder Model? Aus ihm, Hans, wäre eine Stewardess geworden, wie seine Freundin Stelle, die aber wieder nicht seine Lebenspartnerin ist. Also darf Karl sich verlieben. Das geschieht in einer originellen Szene, in der Hans die beiden zu einem Improvisationsspiel auffordert: Sagt euch auf Spanisch etwas Schlechtes, dann etwas Schönes. Daniel Brühl macht das schon sehr gut, wie er den gehemmten Karl bei solchen Spielchen mit spontaner Wirklichkeit konfrontiert.

Schließlich ist er so weit, Stelle nach Barcelona zu folgen. Aber was für eine Überraschung: Die spanische Stadt ist in haargenau das gleiche Grau getaucht wie diese trüben deutschen Industriegebiete in Nordrhein-Westfalen. Geht das nicht ein bisschen zu weit? Doch, es geht so weit, dass von der angeblich angestrebten Komödie vor lauter dezentem Understatement nichts mehr übrigbleibt. Handlung ist out, Bilder vom schauenden Karl am Straßenrand sind in – Sebastian Schipper ließ jede Szene aus verschiedenen Winkeln filmen.

Vor einem Jahr gab es in den Kinos das Roadmovie „SommerHundeSöhne“ von Cyril Tuschi mit ähnlicher Thematik. Immerhin traute es den Figuren noch Gefühle zu, gestattete sich Halluzinationen und wilde Streitigkeiten. Und Spanien sah deutlich anders aus als Deutschland. Man wird im Fernsehen irgendwann um „Ein Freund von mir“ nicht herumkommen, dabei vielleicht die Augen schließen und die kostbare Zeit zu einem Nickerchen mit – wie altmodisch! - richtiger Traumhandlung nutzen.


Fazit: Unverbindliche Männerfreundschaft rauscht in minimalistische Orgie der Grautöne und lässt Roadmovie und Komödie am Straßenrand im Regen stehen.

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Besetzung & Stab

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Kommentare

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Wird mein nächster Kinobesuch sein. Dafür gibts zwei einfache Gründe: 1) "Absolute Giganten" war und ist für mich ein ganz starker Film - und wenn Sebastian Schipper auch nur ein wenig diese Line weiterführt in "Ein Freund von mir", dann bin ich happy :) 2) Ich mag Daniel Brühl einfach.

Der Trailer hatte wirklich ein paar amüsante Szenen, wie ich fand - "der fährt rückwärts genauso schnell wie vorwärts" :lol:

The Edge

"So lange ich denken kann, habe ich alles richtig gemacht". Das sagt Karl (Daniel Brühl), ein junger Mathematiker der als Nachwuchs-Führungskraft in einer großen Versicherung arbeitet. Dass etwas fehlt in seinem Leben, entdeckt er erst durch die Begegnung mit Hans (Jürgen Vogel), der ihn in existenzielle Dinge einweiht: In die Magie des Nacktporschefahrens zum Beispiel, oder in die Kunst, wahre Königinnen wie Stelle (Sabine Timoteo) unter tausenden zu erkennen...


"Ein Freund von mir" ist die Geschichte zweier Freunde, wie sie unterschiedlicher nicht sein können

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