John Carter - Zwischen zwei Welten (2012) - Poster
John Carter - Zwischen zwei Welten (2012) - Poster
Beobachten
Anmelden oder registrieren, um deine eigenen Listen hier zu sehen.

John Carter - Zwischen zwei Welten (3D)

Originaltitel: John Carter

Von mit ,
Genre: Abenteuer, Science-Fiction | USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Walt Disney Pictures
Laufzeit: Minuten

Inhalt: Nach dem Kontakt mit einem goldenen Amulett landet der desertierte Bürgerkriegsveteran John Carter (Taylor Kitsch), verfolgt von seinem Vorgesetzten Colonel Powell (Bryan Cranston) und einem feindlichen Apachenstamm, auf dem Mars, genannt Barsoon. Dank der geringen Gravität des Planeten entwickelt der desillusionierte Soldat dort die Fähigkeit, über weite Entfernungen zu springen. Zunächst gerät Carter in die Gewalt des Thark-Wüstenvolks, doch bald gelingt es ihm, die Anerkennung ihres Anführers Tars Tarkas (Willem Dafoe) zu gewinnen. Unfreiwillig wird der Erdbewohner in den Konflikt zwischen den aggressiven Zodanganern und den friedliebenden Heliumiten hinein gezogen. Um den Krieg zu beenden, sieht sich Prinzessin Dejah Thoris (Lynn Collins) gezwungen, den zodanganischen Anführer Sab Than (Dominic West) zu heiraten. Im Hintergrund ziehen die mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestatteten Therns unter Führung von Matai Shang (Mark Strong) die Fäden, welche die feindlichen Stämme nach ihrem Plänen zu manipulieren suchen. Als sich John Carter in Dejah Thoris verliebt und von den intriganten Plänen der Therns erfährt, versucht er mit allen Mitteln, die erzwungene Vermählung zu verhindern.

Videos zum Film

Bilder zum Film

Filmkritik

Lange dauerte es, bis mit "John Carter" die legendäre Romanreihe von "Tarzan"-Schöpfer Edgar Rice Burroughs die Leinwand erblickte. Ins Weltall übertragen, wiederholt sich hier dessen Leitmotiv - der Aufeinanderprall unterschiedlicher Kulturen und Lebensräume, woraus sowohl Konflikte als auch Freundschaftsbünde erwachsen. Über Jahrzehnte hinweg kursierten immer wieder Pläne einer möglichen Verfilmung der Barsoon-Chroniken, doch schon eine geplante Trickfilm-Adaption durch "Popeye"-Regisseur Bob Clampett in den Dreißigern kam nicht über Probeaufnahmen hinaus. Zwar überflügelte die Trash-Schmiede "The Asylum" Disney 2009 durch ihre Verfilmung des ersten Romans "Princess of Mars" mit Antonio Sabàto jr. und Traci Lords als Prinzessin Dejah Thoris, doch das billige Ergebnis erweckt einen eher unfreiwillig komischen Eindruck. weiterlesen ▼

Im Comicsektor konnte sich "John Cater" trotz zahlreicher Versuche nie ganz durchsetzen. Unter den Versionen als Zeitungsstrip, bei Dell, DC oder Dark Horse zählt die Marvel-Serie während des "Heroic Fantasy"/"Sword & Sorcery"-Booms Ende der Siebziger mit "Tarzan"-Zeichner Gil Kane zur populärsten Adaption. Weitaus langlebiger entwickeln sich die beiden aktuellen Publikationen "Warlord of Mars" und "WoM: Dejah Thoris" bei Dynamite Entertainment, doch die Handlung konzentriert sich zu sehr auf ausgewalzte Mutantenkämpfe mit leicht bekleideten Amazonen als Blickfang.

Ursprünglich sollte "John Carter of Mars" - der Zusatz entfiel aufgrund des Disney-Flops "Milo und Mars" - der erste Pixar-Spielfilm werden, weshalb hinter der Kamera zahlreiche Mitarbeiter des 3D-Animationsstudios mitwirkten. Allen voran legt "Findet Nemo"- und "WALL-E"-Regisseur Andrew Stanton hier seinen ersten (3D-)Realfilm vor, wobei ihm der Wechsel besser gelang als anderen Animationsspezialisten zuvor. Dennoch konnte man die Pixar-typische Mischung aus Humor, Sentiment, Spannung und Emotion nicht völlig ins andere Medium retten. Am ehesten erinnert noch der zutrauliche, pfeilschnelle Echsenhund Woola an die drolligen Pixar-Charaktere.

Wenn manche Kritiker Stanton mangelnde Originalität vorwerfen, ist dies zum einen nicht von der Hand zu weisen, doch andererseits bedienten sich zuvor schon zahlreiche Space Operas beim "John Carter"-Mythos: Ein Erdenmensch, der sich in die Prinzessin eines anderen Planeten verliebt und ihr Volk gegen kriegerische Aggressoren anführt, findet sich gleichfalls bei "Flash Gordon", "Star Wars" oder "Avatar", selbst in Ansätzen beim satirischen "Planet der Affen". Daher verwundert der Umstand kaum, dass sich Regisseure wie George Lucas oder James Cameron als Burroughs-Fans outeten.

Stanton und sein Co-Autor, der Schriftsteller und Comicexperte Michael Chabon ("Die Geheimnisse von Pittsburgh", "Wonder Boys"), hielten sich wesentlich enger an die Vorlagen als viele Comicversionen, wobei sie sich bei Motiven aus mehreren Büchern der elfteiligen Reihe bedienen. Ihr Epos, das Science Fiction-, Fantasy-, Western- und Rittermotive verknüpft, beginnt mit einer doppelten Rückblende, nachdem der Prolog mitten in die Kämpfe auf Mars-/Barsoon führt. Auch der junge Edgar Rice Burroughs (Daryl Sabara), verfolgt von einem Unbekannten, tritt als Carters Neffe auf, wobei er mittels der Aufzeichnungen des angeblich Verstorbenen ins Geschehen gezogen wird. Daher dauert es einige Momente, bis man sich unter den konkurrierenden Charakteren im Machtkampf um den sterbenden Planeten orientiert hat.

Im Fokus steht die Gewissensentscheidung der Protagonisten John Carter, Dejah Thoris und Tars Tarkas, die sich, wie der deutsche Untertitel "zwischen zwei Welten" andeutet, zwischen ihrem vertrauten Kosmos und der unbekannten Fremde entscheiden müssen. Neben den derzeit überpräsenten Mark Strong und Ciaran Hinds als Gegenspieler setzt das aufwändige Spektakel mit Taylor Kitsch und Lynn Collins, beide aus "X-Men Origins: Wolverine", auf eher unverbrauchte Gesichter. Zahlreiche Stars wie Willem Dafoe, Samantha Morton oder Thomas Haden Church kann man in der Originalversion höchstens an der Stimme erkennen, da sie per Motion Capture-Verfahren die vierarmigen, grünen Krieger des Thark-Volks mit eigener Sprache verkörpern.

Überzeugen können die in der zerklüfteten Felslandschaft von Utah gedrehten Actionsequenzen, sieht man von wenigen offensichtlichen Blue-Screen-Aufnahmen ab, das prunkvolle Set Design und die fantastischen Modellbauten. Dagegen erscheint das Stereoskopieverfahren wenig zwingend und dient eher als Verkaufsmittel: Auch ohne 3D-Gläser ändert sich über Strecken kaum etwas an der Bildkomposition.

Zwischen Palastintrigen, Gladiatorenkämpfen und Raumschiffschlachten entstand somit ein unterhaltsames Science Fiction-Märchen, wobei im letzten Drittel leider das Pathos überhand nimmt. Ebenso wirkt das auf Fortsetzung angelegte Ende wenig glücklich gewählt, denn zuletzt ließ der finanzielle Misserfolg vieler als Serienkonzept angelegter Big Budget-Produktionen die Zuschauer im Ungewissen über den weiteren Handlungsfortgang.


Fazit: Die aufwändige Verfilmung des ersten "John Carter"-Romans durch das Pixar-Team erweist sich als weitgehend fesselnde Adaption, bei der Ansätze von Humor durch Pathos verdrängt werden.

ausblenden ▲

Im Kino ansehen

DVDs & Blu-rays zum Film

Medien-Kritiken

John Carter - Zwischen zwei Welten - (2012) - Blu-ray - Cover

John Carter - Zwischen zwei Welten (Blu-ray 3D)

Erscheinungsdatum: 19.07.2012

Bild 8.0
Ton 10
Features 6.0
Medien-Bewertung 8.0
Fazit der Cinefacts-Redaktion:

Das stereoskopische Bild von "John Carter - Zwischen zwei Welten" ist besser als sein Ruf. Dies gilt für viele nachträglich konvertierte Filme, bei diesem hier aber besonders, denn er bietet dem Käufer einige schöne 3D Shots mit guter Tiefenwirkung, aber (leider) keine Pop-Outs…mehr...

Besetzung & Stab

Inhalte zum Film

Disneys "John Carter" verliert an den Kinokassen - News

Disneys "John Carter" verliert an den Kinokassen

  • Filme
  • Sa, 13.10.2012
  • Kommentare

Disneys aktueller Kinofilm "John Carter" mit Taylor Kitsch in der Hauptrolle verzeichnet einen Verlust von über 200 Millionen US-Dollar, wie das Filmstudio nun US-Medien gegenüber bestätigte…mehr...

User-Kritiken

Bitte warten... Maske wird geladen...

Noch keine User-Kritiken vorhanden.

Kommentare

Noch keine Diskussion vorhanden.

Bitte warten... Maske wird geladen...

Zur Mobil-Version der Website