Der Klang des Herzens (2006) - Poster
Der Klang des Herzens (2006) - Poster
Beobachten
Anmelden oder registrieren, um deine eigenen Listen hier zu sehen.

Der Klang des Herzens

Originaltitel: August Rush

Von mit ,
Genre: Drama, Romanze | USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Tobis Film
Freigegeben ab 6 Jahren6- ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Die junge Cellistin Lyla und der irische Rockmusiker Louis lernen sich auf dem Dach eines New Yorker Wolkenkratzers kennen. Nach einer einzigen Liebesnacht trennt Lylas Vater die beiden, um die Karriere der Tochter voranzutreiben. Später erleidet Lyla hochschwanger einen Unfall, und ihr Vater macht ihr weis, dass sie eine Fehlgeburt hatte. Er lässt das Baby zur Adoption freigeben. Elf Jahre später in einem Waisenhaus: Der musikalisch begabte Evan hört in allen Geräuschen eine Musik, von der er überzeugt ist, dass sie auch seine unbekannten Eltern hören. Evan reißt aus und gesellt sich in New York zu einer Gruppe obdachloser Kinder, die Straßenmusik machen. Ihr Geld geben sie dem Vagabunden Wizard, der sie dafür bei sich in einem aufgelassenen Theater wohnen lässt. Zum ersten Mal bekommt Evan dort ein Instrument in die Hand – und Wizard erkennt sein Genie. Evan will öffentlich auftreten, um über die Musik seine Eltern zu finden. Lyla hat aus Kummer über ihren verlorenen Louis inzwischen die musikalische Karriere aufgegeben. Am Sterbebett beichtet ihr der Vater, dass sie ein Kind hat. Lyla beginnt, nach ihm zu suchen. Und Louis, der seine Rockmusik ebenfalls aufgegeben hatte, erkennt, dass er Lyla suchen muss, die er nicht vergessen kann.

Videos zum Film

Bilder zum Film

Filmkritik

„Der Klang des Herzens“ von Regisseurin Kirsten Sheridan ist ein bezauberndes Drama über die verbindende Kraft der Musik, die eine zerrissene Familie wieder vereint. Die Geschichte ist so einfach, dass ihr kitschiger Höhenflug verwegen wirkt: Ein Waisenjunge hat seine Eltern nie gesehen, doch er weiß, dass er sie finden wird. Wenn sie nur eines Tages seine Musik hören. Die Mutter Lyla, eine in klassischen Orchestern spielende Cellistin, und der Vater Louis, ein irischer Rockmusiker, haben sich nach einer einzigen Liebesnacht aus den Augen verloren. Auch sie irren fortan unglücklich durchs Leben, voller Sehnsucht nacheinander. weiterlesen ▼

Aber „Der Klang des Herzens“ funkelt wie ein altmodisches Filmjuwel, das zu romantischen Träumereien verführt, in denen eben alles möglich und nichts zu abwegig erscheint. Schon das Licht legt über das Geschehen einen milchigen Schleier, hinter dem man den Wundern, die da kommen mögen, förmlich entgegenfiebert. Mal scheint das Licht als weißer Nebel durch ein Kirchenfenster, mal liegt über den Straßen New Yorks ein heller Dunst. Im Kontrast dazu werden die Figuren in warme Farben getaucht, so liegt auf Lylas Gesicht oft ein rötlicher Schein wie aus einem Kaminfeuer.

Wenn ein Film einmal die Scheu vor dem Fabulieren ablegt, können ihm Flügel wachsen. Der elfjährige Evan begegnet in New York einem modernen Fagan. Dieser Mann, Wizard genannt, beherbergt ähnlich wie bei „Oliver Twist“ Straßenjungen, denen er die Einnahmen abknöpft. Hier ist es nicht gestohlenes Geld, sondern ihr Lohn als Straßenmusikanten. Sie wohnen in einem märchenhaften, verfallenen Theater. Robin Williams als Wizard spielt einmal einen nicht so herzensguten Menschen in schwarzer Lederjacke und mit roten Koteletten. Die komplexe, zwiespältige Rolle eines gealterten Straßenmusikers, der Evans Genie erkennt, aber für sich nutzen will, stattet Williams mit starker Präsenz aus.

Das Fabulieren geht munter weiter, schließlich wird New York hier als moderner Abenteuerspielplatz gezeigt, mit Plätzen, die romantisch-heimelig anmuten, mit verlassenen Gängen an der U-Bahn und dann wieder mit den Orten der kulturellen Elite. Evan kommt über kurz oder lang an die Juilliard School, wo er als jüngster Schüler komponieren lernt. Und dann dirigiert er ein Orchester im Central Park. Auf die Juilliard kam er dank eines afroamerikanischen Reverends, und den wiederum lernte er kennen über die kleine Gospelsängerin Hope, der er in einer Kirche in Harlem begegnet war.

Aus diesen vielen kleinen Szenen in einer lebendigen Stadt macht die Regisseurin eine eigene Komposition aus Bildern und Schnitten. Oft wechselt sie von Lylas Cellospiel zum singenden Louis und dann wieder zu Evans Weltallsinfonie. Zu dieser inspirieren ihn Finger, die über einen Glasrand streichen, U-Bahn-Rattern aus einem Lüftungsschacht, Fahrradklingeln, der Aufprall eines Basketballs. Am Sound arbeiteten zahlreiche Musiker, die eigene Stücke beisteuerten und die verschiedenen Stile verbanden. Während die Musik erklingt, wechseln die Bilder von einem Schauplatz zum anderen, die Töne bleiben zunächst gleich und passen sich allmählich dem neuen Geschehen an.

Das Herz des Films aber ist der 14-jährige Freddie Highmore. Linkisch und entrückt wirkt der blasse Waisenknabe Evan am Anfang. Aber als er zum ersten Mal eine Gitarre wie ein Hackbrett bearbeitet, lösen sich seine Gesichtszüge in rauschhafte Begeisterung. Dieser junge Schauspieler, der schon in Filmen wie „Wenn Träume fliegen lernen“, „Charlie und die Schokoladenfabrik“ und „Arthur und die Minimoys“ zu sehen war, ist ein intelligentes Naturtalent, das Evan als nachdenklichen Charakter mit entwaffnender, echter Emotionalität darstellt.


Fazit: Der Waisenjunge Evan hört selbst im Straßenlärm eine wunderbare Musik – dieser Film spinnt selbst aus einfachem Kitsch einen schwebeleichten Traum.

ausblenden ▲

Im Kino ansehen

DVDs & Blu-rays zum Film

Besetzung & Stab

Inhalte zum Film

Kinocharts: "Bee Movie" und "Hitman" steigen neu ein

  • Filme
  • Sa, 13.10.2012
  • Kommentare

Die Top Ten der CineStar Kinocharts In den CineStar Kinocharts kann sich in dieser Woche die aufwendige Fantasy Verfilmung "Der goldene Kompass" - trotz schleppenden Einnahmen und zurückhaltenden Besucherzahlern (350…mehr...

"August Rush" mit Russell, Williams und Rhys-Meyers

  • Filme
  • Sa, 13.10.2012
  • Kommentare

Weils so gut funktioniert hat wollen die Schauspieler Keri Russell ("Wir waren Helden") und Jonathan Rhys-Meyers ("Match Point") nach ihrer Zusammenarbeit bei dem kürzlich abgedrehten "Mission: Impossible 3" erneut zusammen auf der Leinwand zu sehen sein…mehr...

User-Kritiken

Bitte warten... Maske wird geladen...

Noch keine User-Kritiken vorhanden.

Kommentare

Bitte warten... Maske wird geladen...

Benutzer DVD Schweizer

Den Film bekomme ich morgen geliefert. Bin schon sehr gespannt darauf nach den vielen positiven Kritiken hier.

Die Kritiken bei Kinostart waren ja damals teils vernichtend.

Grüsse

Benutzer LordVader

Kann mich dem nur anschliessen. Bzgl. gefühlsduselig muss ich auch sagen, ja das ist er, aber in einer Version der man sich einfach nicht verschliessen kann. Ein wirklich wunderschöner Film

Benutzer CouchPotato

Zitat von dvdranger:
aber ich hatte befürchtet, dass der Film zu gefühlsduselig wird und hab ihn deshalb im Kino sein lassen.
Nun ja, der Film ist schon sehr gefühlig, das kann man sicher nicht bestreiten. Aber IMO weit entfernt von aufgesetzt oder kitschig. Sondern irgendwo kommts authentisch und glaubhaft rüber.

Zur Mobil-Version der Website