Mr. Shi und der Gesang der Zikaden (2007) - Poster
Mr. Shi und der Gesang der Zikaden (2007) - Poster
Beobachten
Anmelden oder registrieren, um deine eigenen Listen hier zu sehen.

Mr. Shi und der Gesang der Zikaden

Originaltitel: A Thousand Years of Good Prayers

Von mit ,
Genre: Drama, Romanze | Japan, USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Pandora Filmverleih
Freigegeben ohne Altersbeschränkung ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Mr. Shi, ein Rentner aus China, besucht seine Tochter in Amerika. Yilan ist geschieden und der verwitwete Vater will ihr helfen, ihr Leben neu zu ordnen. Doch Yilan bleibt dem Vater gegenüber sehr reserviert und lässt ihn abends oft alleine in ihrer Wohnung zurück. Mr. Shi lernt im Park eine ältere Frau aus dem Iran kennen, mit der er sich trotz aller Sprachbarrieren besser unterhalten kann. Eines Tages kommt es auch mit der Tochter zu einer Aussprache über ein lange zurückliegendes Familiengeheimnis.

Bilder zum Film

Filmkritik

„Mr. Shi“ von Regisseur Wayne Wang ist ein kleines, unscheinbares Drama über interkulturelle Probleme. Im Mittelpunkt steht zwar der Generationenkonflikt in der Vater-Tochter-Beziehung. Aber die Seele und der bezaubernde Humor des Films gehören den vielen kleinen Szenen, in denen der alte Chinese in Amerika radebrecht und es trotzdem zu erstaunlicher Verständigung bringt. weiterlesen ▼

Das in fast dokumentarisch-realistischem Stil gehaltene Drama liebt die stillen Bilder, die Einsamkeit, etwa wenn Mr. Shi in der dunklen Wohnung der Tochter auf sie wartet, Stunden über Stunden. Doch anstatt in Schwermut zu versinken, nutzt der trotz seines Altersbuckels agil und drahtig wirkende Mr. Shi jede kleine Gelegenheit, mit anderen in Kontakt zu kommen, und dabei fleißig Englisch zu lernen. Schauspieler Henry O wurde auf dem Festival von San Sebastian mit dem Preis für die beste männliche Hauptrolle ausgezeichnet. „Mr. Shi“ selbst erhielt die Goldene Muschel für den Besten Film.

Wenn Mr. Shi auf der Parkbank mit einer Frau aus dem Iran spricht, dann redet er meistens Chinesisch, überlegt dann, und formuliert schließlich ein paar englische Worte. Die Frau nickt die ganze Zeit, denn sie versteht trotz der fremden Sprache eine Menge. Wenn sie erzählt, von ihrem Sohn, der in Amerika Karriere gemacht hat, wiederholt sich das Gleiche: Sie spricht mehr Persisch als Englisch, doch Mr. Shi versteht. Die beiden werden Freunde, geben sich emotionalen Halt in der Fremde.

In Mr. Shis einsamem Alltag in der Wohnung seiner berufstätigen Tochter gibt es noch andere Besucher. Zwei junge Mormonen wollen den alten Chinesen missionieren, aber der vergleicht ihr Anliegen mit dem von Marx und Engels – von denen die beiden noch nie gehört haben. Solche witzigen Szenen der Fremdheit zwischen den Kulturen und Generationen sind genau beobachtet. Das Drehbuch stammt von Yiyun Li, die ihre eigene Kurzgeschichte adaptierte.

Die Tochter ist hin- und hergerissen zwischen der Verpflichtung, freundlich zu ihrem Vater zu sein, und dem Wunsch, ihre Autonomie zu verteidigen. Sie findet es nicht lustig, wenn der Vater sein selbstgekochtes Essen auf ihre Reisschale häuft, damit sie wieder zu Kräften kommt. Erst spät kommt es zur Auflösung eines alten Konflikts, der beider Leben überschattet hat. Darin und auch in seiner Mischung aus nüchternem Stil und emotionaler Annäherung vor allem an den alten Mann ähnelt Wangs Film dem argentinischen „Der Wind“ von Eduardo Mignogna aus dem Jahr 2005.

Obwohl es für ihn im Leben der Tochter keine Aufgabe mehr gibt, wirkt Mr. Shis Besuch erfrischend. Er stellt scheinbar naive Fragen, aus Unkenntnis der amerikanischen Sitten, und rückt manches gerade. Er notiert englische Wörter in ein kleines Notizbuch, wie ein Schüler, und beginnt mühelos Gespräche mit Fremden in öffentlichen Verkehrsmitteln. Den alten Mann konnte auch sein schweres Los in China nicht brechen, er ist dem Leben zugewandt geblieben.


Fazit: Chinesischer Rentner besucht seine Tochter in Amerika: Das leise Drama verbindet einen Generationenkonflikt mit interkultureller Situationskomik.

ausblenden ▲

DVDs & Blu-rays zum Film

Besetzung & Stab

Inhalte zum Film

41. Hofer Filmtage vom 23. bis 28. Oktober

  • Filme
  • Sa, 13.10.2012
  • Kommentare

Vom 23. bis 28. Oktober finden die 41. Internationalen Hofer Filmtage statt. Das Programm listet 98 Filme auf, zu denen auch die Werke von Regisseur Wayne Wang gehören, dem die Retrospektive gewidmet ist…mehr...

Wayne Wangs Film gewinnt in San Sebastian

  • Filme
  • Sa, 13.10.2012
  • Kommentare

Auf dem 55. Internationalen Filmfestival von San Sebastian hat  "A Thousand Years of Good Prayers" von Regisseur Wayne Wang ("Noch einmal Ferien") die Goldene Muschel für den besten Film gewonnen…mehr...

User-Kritiken

Bitte warten... Maske wird geladen...

Noch keine User-Kritiken vorhanden.

Kommentare

Noch keine Diskussion vorhanden.

Bitte warten... Maske wird geladen...

Zur Mobil-Version der Website