Die Mühle und das Kreuz (2011) - Poster
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Die Mühle und das Kreuz

Originaltitel: The Mill and the Cross

Von mit ,
Genre: Drama | Polen, Schweden ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Neue Visionen Filmverleih
Freigegeben ab 12 Jahren12- ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Im Jahr 1564 erhält der Maler Pieter Bruegel (Rutger Hauer) vom reichen Kaufmann Nicolas Jongheinck (Michael York) den Auftrag, die Kreuzigung Christi auf die Leinwand zu bannen. In seinem Gemälde verknüpft er mehrere Geschehen mit der Passionsgeschichte und siedelt sie in seiner flämischen Heimat an. Bruegel geht hin zu den porträtierten Menschen und bewegt sich hier sogar inmitten seiner protestantischen Figuren, die von der katholischen spanischen Inquisition geknechtet werden: Eine Frau wird lebendig begraben, ein Mann vor seiner Geliebten auf offenem Feld nieder geknüppelt und auf einem in die Höhe gerichteten Rad festgebunden, damit die Raben ihn verstümmeln können, und zwei Gefangene schleift man aus dem Gefängnis, um sie neben Christus zu kreuzigen.

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Filmkritik

Immer wieder inspirierten berühmte Gemälde und ihre Entstehungsphase die Fantasie von Filmemachern – von Carol Reeds „Inferno und Ekstase“ über Michelangelos Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle zu „Das Mädchen mit dem Perlohrring“ über ein Jan Vermeer-Gemälde bis hin zu Peter Greenaways „Nightwatching“ über Rembrandts berühmtes Werk. Schon Greenaways letzte Filme tendierten stark in Richtung Videokunst, wozu auch Lech Majewskis Arbeiten fallen. Ausgehend von Michael Francis Gibsons gleichnamiger Bildinterpretation von 2000 zu Pieter Bruegels „Die Kreuztragung Christi“ schuf der Pole eine eigenwillige Bildanalyse, wobei er zudem gleich mehrere wichtige Funktionen vom Coautor bis zum Sound- und Landschaftsdesigner übernahm. weiterlesen ▼

Dabei tritt Bruegel in sein eigenes Tableau ein, um die formale Gestaltung mit Auftaggeber Jongheinck zu diskutierten. Nicht nur das Geschehen auf dem legendären Gemälde fließt in die rudimentäre Handlung ein, auch andere Arbeiten finden ihre filmische Verwendung in dem teils authentisch, teils surreal angelegtem Panorama. Mitunter agieren die Charaktere in realen, international aufgenommenen Landschaften, mitunter vor einer Blue Screen, wobei mittels CGI Technologie manchmal mehrere Schichten übereinander gelegt wurden.

Schönheit und Schrecken liegen nahe beieinander. Eine idyllische, unbeschwerte Szene kann innerhalb Sekunden in Schrecken umschlagen, da die rot gekleideten Reiter der Inquisition mit erbarmungsloser Gewalt vorgehen. Nahtlos fügt sich in die Kreuzigung in eine Abfolge naturalistischer Beobachtungen, als habe sie im Zeitalter der strengen spanischen Herrschaft statt gefunden. Deshalb wurden die zahlreichen polnischen Darsteller spanisch nachsynchronisiert, aber gesprochen wird ohnehin nur selten – in der ersten halben Stunde fast gar nicht. Die einzigen längeren Dialogsequenzen bleiben den drei englischsprachigen Stars vorbehalten – neben Hauer und York agiert Charlotte Rampling als Jungfrau Maria, die zu Reflexionen über das Jesu Leiden und weltliche Ungerechtigkeit ansetzt. Ansonsten beschränken sich die Äußerungen der Bauern und Bürger auf unverständliches Gemurmel.

Dieses Stilmittel trägt ebenso wie die ungewöhnliche visuelle Gestaltung zur dichten Atmosphäre der filmischen Auseinandersetzung mit dem Wesen der Malerei bei. Neben einem deutlichen Appell für Gedanken- und Religionsfreiheit wirft die cineastische Meditation gleichsam Fragen nach der Verantwortung des Künstlers und der Rezeption seines Werks auf, um mit einer langen Kamerafahrt aus dem (echten) Bild heraus zu schließen.


Fazit: Faszinierende, dialogarme Reise in das Innere eines berühmten Gemäldes, die deutliche Kritik an der Unterdrückung Andersdenkender einschließt.

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