O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee (2000) - Poster
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O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee

Originaltitel: O Brother, Where Art Thou?

Von mit ,
Genre: Abenteuer, Komödie, Krimi | Frankreich, Großbritannien, USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Columbia Tristar Film
Freigegeben ab 12 Jahren12- ( Minuten)

Inhalt: Mitten in der Depressionszeit, mitten in Mississippi, mitten in einem Maisfeld: drei Kettensträflinge machen sich aus dem Staub. Da wäre Everett Ulysses McGill (George Clooney), der selbstbewusste Anführer mit dem schicken Bleistiftbärtchen. Dann gibt es Delmar (Tim Blake Nelson), immer freundlich zwar, geistig aber eher schwerfällig. Und schließlich noch Pete (John Turturro), der zeitweise zu einem ziemlichen Hitzkopf werden kann. Everett hat seine Kumpane mit dem Versprechen auf einen sagenhaften Goldschatz zur Flucht überredet – doch zunächst hat das Trio wahrlich andere Sorgen. Denn auf ihrem Weg in die Freiheit und zu dem vermeintlichen Schatz warten ein hinterhältiger Vetter, der das Trio in Hoffnung auf die Belohnung an die Polizei verrät, der Bankräuber Baby Face Nelson, der auf der Flucht fast eine Kuh überfährt, verführerische Sirenen, die am Flussufer lauern, ein einäugiger Bibelverkäufer (John Goodman), dem man besser nicht trauen sollte, eine nächtliche KuKluxKlan-Parade sowie ein Gouverneur, der verzweifelt die Wahlen gewinnen will. Und als dann Delmar und Pete erfahren, dass es eigentlich gar keinen Goldschatz gibt, sondern Everett nur schnellstmöglich zu seiner Ex-Gattin Penny wollte, um deren neuerliche Heirat zu verhindern, sitzen die drei so richtig in der Tinte. Doch nachdem die Platte, die die drei Jungs nebenbei bei einem blinden Chef einer Radiostation aufgenommen haben, um schnell an etwas Bares zu kommen, sich zu dem Überraschungshit des Jahres entwickelt, scheint doch noch alles gut zu werden. Wäre da nicht jener rachsüchtige Sheriff, der den Sträflingen seit ihrer Flucht auf der Spur war – und der hat leider von der Begnadigung der drei noch nichts erfahren hat und ist ein strammer Anhänger der Todesstrafe...

Bilder zum Film

Filmkritik

Die "Odyssee" gilt bis heute als eines der größten Fabelwerke der Antike. Teile der Reisen des Odysseus, des Königs von Ithaka, dürfte jeder kennen und wenn auch nur als die Abenteuer des Kirk Douglas. Joel und Ethan Coen, die filmschaffenden Brüder, die bereits mit Werken wie "Fargo", "Hudsucker" oder "Barton Fink" Meilensteine des grotesk-surrealistischen Kinos ablieferten, haben sich nun der Sage angenommen und die Story um den berühmten Seefahrer in ein neuzeitliches Gewand gehüllt, um gleichzeitig eine ätzende Satire auf das ach so jungfräuliche Amerika der 30er Jahre zu entwickeln. Und das gelingt ihnen in ihrem Film "O Brother, Where Art Thou" auf eine grandiose Art. weiterlesen ▼

Wie bei Odysseus ist die Reise der drei Zuchthausflüchtlinge in verschiedene Etappen und Abenteuer unterteilt und in jeder findet man Aspekte aus der "Odyssee" wieder. Besonders gut gelungen ist die Darstellung des bösen Zyklopen, der im Orginal einige von Odysseus Männern zum Fressen gern hat und der schließlich sein eines Auge durch die Speerspitze des Helden einbüßen muss.

Hier ist der Zyklop ein großer Gauner. John Goodman spielt den angeblichen Bibelverkäufer, der anfangs Everett besiegt und ausraubt, auch hier erleiden die Helden erst einen Rückschlag. Die Rache folgt später, hier wird jedoch mit den Storyelementen gespielt.

Parodistisch wird es in der Geschichte mit den Sirenen, die Odysseus mit ihrem Gesang in den Bann schlagen, dem sich dieser nicht wieder entziehen kann. Hier tauchen drei wunderschöne Wäscherinen als singende Unholde auf und treiben in den Helden die Hormone hoch. Was im ersten Moment wie eine nette, aber recht zusammenhanglose Hommage an Homer wirkt, wird jedoch durch die Erklärung, dass die drei Mädels auf die Belohnung, die auf die Köpfe der drei Helden ausgestzt ist, scharf sind, eher zu einer sarkastischen Note, was diese Episode wieder in die Story eingliedert.

Die Gags sind absolut grotesk, oftmals schwarzhumoriger Natur und immer äußerst einfallsreich. Und der Film verlässt sich auf sein grandioses Darstellertrio, bei dem noch am schlechtesten der Stammdarsteller der Coens, John Turturro, weg kommt. Denn dieser hat leider keine Momente die wirklich in Erinnerung bleiben, so dürfen sich um den Thron "Bester Darsteller im neuen Film der Coen-Brüder" Tim Blake Nelson und George Clooney streiten.

Nelson liefert mit herrlich doofem Blick, aber mit einer äußerst intensiven Darstellung eine klasse Leistung ab, Clooney hingegen beherrscht seine Szenen mit viel Charme und Esprit und ist sich auch nicht zu schade dafür, seine Figur, besonders wenn er sich haufenweise Pommade ins Haar knetet, selber etwas in den Dreck zu ziehen. Sein "Odysseus" hat schließlich Format… .

Wo im Original Odysseus am Ende nach Hause kommt und sich erstmal seiner Widersacher um die Gunst der schönen Penelope entledigen muss, trifft Everett hier auf eine sehr kratzbürstige Penny, die ihren Kindern erzählt hat, dass ihr Vater vom Zug überfahren wurde. So leicht wie es Odysseus hatte, hat Everett es noch lange nicht. Und wieder tritt das Spiel mit den Farbelementen in Kraft. Wo Odysseus sich gegen die Feinde in der eigenen Stadt wehren muss, tritt Everett gegen den Ku-Klux-Klan an.

Die Coen-Brüder haben mit "O Brother, Where Art Thou?" wieder einen Meilenstein in ihrem Universum geschaffen, der zwar nicht an ihr größtes Meisterwerk, die böse Hollywood-Satire mit Horroreinschlag "Barton Fink", heranreicht, aber der durch seinen üblichen Hang zu grandios-grotesken Übersteigerungen überzeugen kann.

Die wenigen Schwächen in der Story werden durch das überdrehte Spiel der Darsteller aufgefangen, so dass sich dem Zuschauer, der auch gerne mitdenkt, ein fantastisches Spektakel bietet, das nicht aus der Hollywood-Retorte, sondern noch aus menschlichen Gehirnzellen stammt und das zu Recht für die Goldene Palme in Cannes nominiert wurde.


Fazit: Ein Meilenstein im Coen-Universum. Grandios-Grotesk und klassisch gut.

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