Paparazzi (2004) - Poster
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Paparazzi

Originaltitel: Paparazzi

Von mit ,
Genre: Thriller, Drama | USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Warner Bros. Pictures
Freigegeben ab 12 Jahren12- ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Endlich ist Bo Laramie da angekommen, wo er immer hin wollte: In die Riege der Hollywood-Stars. Sein neuester Actionfilm brachte den Durchbruch und nun muss sich die Kleinfamilie, bestehend aus Bo, seiner Frau Abby und ihrem Sohn Zach, auf die neue Situation einstellen. Doch das aufregende neue Leben in Ruhm und Scheinwerferlicht hat einige böse Überraschungen parat. Denn fortan wird die gesamte Familie von Paparazzi verfolgt. Schnell erscheinen Nacktfotos vom badenden Ehepaar auf den Titelseiten der Yellow-Press und auch das Fußballspiel des kleinen Sohnes wird als willkommene Gelegenheit genutzt, jede Menge Fotos vom Privatleben der Familie zu schießen. Das wird Bo schnell zu viel. Als er den Paparazzi Rex Harper zur Rede stellt und von diesem provoziert wird, reißt sein Geduldsfaden, er schlägt zu, und wird – natürlich – dabei gefilmt. Die daraus resultierende schlechte Publicity wäre wohl noch zu verkraften, doch seit Bo’s Ausraster schwört Rex ihm eisige Rache. Die fällt allerdings etwas anders aus, als geplant. Als Rex den Wagen mit Bo’s Familie auf dem Highway gemeinsam mit drei anderen Paparazzi in die Mangel nimmt, um Fotos zu schießen und ihn zu provozieren, drängen sie ihn in einen schweren Unfall. Seitdem liegt Bo’s Sohn Zach im Koma. Nun ist es an ihm, sich zu rächen...

Bilder zum Film

Filmkritik

Es ist alles nur Illusion. Es ist alles nicht wahr. Diese eigentlich beruhigenden Worte denkt der joggende Nachwuchs-Star Bo, als er über seine neue Situation nachdenkt. Doch leider dürften große Teile des Films trotz verzerrter Medienwahrnehmung zumindest wahrscheinlich, wenn nicht sogar sehr nah an der Realität sein. Es ist ein geradezu psychopathisches Spiel, das die Paparazzi des Films dazu treibt, den Objekten ihres Interesses auch in die entlegendsten Winkel hinterher zu spionieren. weiterlesen ▼

Auch illegale Methoden werden ohne Skrupel verwendet, wenn dadurch nur die richtigen Fotos gelingen. Ob die Geschichten, die durch die Fotos in der Yellow-Press vermittelt werden, wahr sind oder nicht, ist dabei zweitrangig. Nach der Wahrheit fragen ohnehin die wenigseten, denn sie wäre nur halb so interessant. Und schließlich bedienen die Paparazzi nur, was gefordert wird.

Glaubt man dem Film, dann ist die Macht der unliebsamen Fotografen in Hollywood derart groß, dass einem Star kaum eine Möglichkeit bleibt, sich zur Wehr zu setzen. Eine dürfte sein, mit dem Teufel zu tanzen und die Macht der Medien für eigene Zwecke zu nutzen. Bo tut das nicht. Er nutzt ganz im Gegenteil die Methoden der Paparazzi, und das mit tödlichen Folgen.

Und genau aus diesem Grund eigenen sich weder Bo noch Rex oder einer der anderen Paparazzi, um als Sympathieträger zu funktionieren. Gewalt gebiert Gewalt und die Spirale dreht und dreht sich. Genaugenommen propagiert der Film die Selbstjustiz. Ob er das mit einem Augenzwinkern tut oder ob er es ernster meint, als man befürchten möchte, ist kaum auszumachen.

Doch auch Detective Burton – eine Art Columbo mit Schnauzer – wird zu einer Bedrohung. Schließlich richtet sich seine Spürnase auf das vormalige Opfer, dem nun – zusätzlich zu seinem familientragischen Martyrium – auch noch eine Gefängnisstrafe zu drohen scheint, ganz im Gegensatz zu den unbehelligt bleibenden Paparazzi.

Der Film präsentiert eine Seite von Hollywood, die zwar jeder zu kennen meint, die nun aber auch auf der Kinoleinwand selbst thematisiert wird. Die Schattenseiten des Starruhms und die brutalen Auswirkungen menschlicher Neugier auf das Leben anderer. Und genau dieses Thema ist auch die größte Stärke des Films. Es ist etwas neues. Die Psychopath-Opfer-Cop-Konstellation erhält einen neuen Ansatz, da die „Psychopathen“ staatlich akzeptiert und bezahlt sind, und das Opfer selbst zum Täter wird.

Außerdem erweckt der Film den Eindruck, man könne hier einen Blick hinter die Leinwand des Star-Daseins werfen, was besonders in Zeiten der Superstar-Suchen und Newcomer-Riegen Erfolg versprechend sein dürfte.
Gleichzeitig beweist der Regisseur, dass er das Hollywood-Fach durchaus beherrscht. Der Film ist wie aus dem Handbuch. Im richtigen Moment ein wenig spannend, im richtigen Moment ein wenig tragisch. Wahrscheinlich ist das Ende für viele vorhersehbar und die Moral, die man zwischen den Zeilen entdecken könnte, reichlich makaber, doch letzten Endes ist „Paparazzi“ solides Popcorn-Kino.


Fazit: Solides und unterhaltsames Popcorn-Kino, das einen Blick hinter die Kulissen der (Alb)Traumwelt Hollywood wagt.

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