ParaNorman (2012) - Poster
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ParaNorman (3D)

Originaltitel: ParaNorman

Von ,
Genre: Abenteuer, Animation | USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Universal Pictures International
Freigegeben ab 12 Jahren12- ( Minuten)

Inhalt: Der elfjährige Norman ist ein Außenseiter in seiner Heimatstadt Blithe Hollow im Osten der USA. Er sieht nämlich die Geister längst verstorbener Einwohner und spricht mit ihnen. Vor 300 Jahren wurde im Ort eine Hexe zum Tode verurteilt und die Legende besagt, dass sie einen Fluch aussprach, der die Stadt bedroht. Normans merkwürdiger Onkel Prenderghast stirbt und sein Geist besucht Norman, um ihm zu sagen, dass nur er den Fluch aufhalten kann. Bislang habe er das getan. An jedem Jahrestag ihres Todes erscheine die Hexe erneut und drohe die Stadt ins Unglück zu stürzen, erzählt der Onkel. Norman soll ihr an ihrem Grab aus einem Buch vorlesen. Doch er weiß gar nicht, wo das Grab ist und geht an die falsche Stelle. Prompt brechen dort die sieben Leute aus der Erde, die damals das Gerichtsurteil über die Hexe fällten. Sie sind Zombies und machen sich auf den Weg in die Stadt.

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Filmkritik

Vampir- und Zombiefilme, Mystery- und Horrorgeschichten sind ja eher etwas für ein Publikum ab dem Jugendalter. Der Animationsfilm „ParaNorman“ mit seinem elfjährigen Hauptcharakter aber erzählt eine Schauergeschichte mit Untoten und Geistern für Kinder. Während Gespenster- und Gruselgeschichten in Taschenbuchform bei Kindern im Schulalter schon immer beliebt waren, kommen Filme mit halb skelettierten Toten, die herumtaumeln und ihre Gliedmaßen verlieren, im Fernsehen nach 22 Uhr und sind für Zuschauer unter 16 Jahren nicht geeignet. Aber „ParaNorman“ ist nicht „Shaun of the Dead“, hier sind die Protagonisten Stop-Motion-Figuren, puppenähnliche Kreaturen mit karikierten Formen und Gesichtern. Und dadurch werden irgendwie auch die Zombies unter ihnen niedlicher, verweisen deutlicher auf ihre Herkunft aus dem Reich der Fantasie. weiterlesen ▼

Norman ist ein schmächtiger, sehr ernst blickender Junge mit steil aufgerichteten Haaren und abstehenden Tellerohren. Er sieht immer nur die schlimmsten Filme im Fernsehen, an der Seite seiner Oma. Aber die ist ja auch tot und für alle außer Norman unsichtbar, und deswegen haben Normans Eltern ihm verboten, mit ihr zu sprechen. Wenn der Junge morgens in die Schule geht, grüßt er überall Geister, die nur er sieht, auf der leeren Straße. Er hat eine besondere Gabe, aber den meisten Menschen gilt er nur als Spinnert. Sein Zimmer ist mit einer Totenkopftapete dekoriert und der Wecker, eine skelettierte Hand, die sich aus einem kleinen Grab erhebt, ächzt und stöhnt wie unter Schmerzen.

Ein witziger, ironischer Ton begleitet die ganze Geschichte, selbst als die Zombies anrücken, gibt es eine Menge Gags aus dem ganz normalen Leben zu erzählen: Ein Mann steht gerade am Snack-Automaten und wartet, dass eine Tüte mit der Aufschrift „Greasy Pieces“ herausgeschoben wird – und gerät mächtig unter Druck, denn die Zombies nähern sich ihm schneller. Normans menschliches Umfeld besteht aus Typen, wie sie jeder kennt: Die große Schwester Courtney quasselt dauernd am Handy, sie verguckt sich in Mitch, ein Muskelpaket, das nur Hanteltraining im Sinn hat, und in der Schule gibt es den Rüpel Alvin, der Norman mobbt, und den dicken Neil, der sein Freund sein will.

Die britischen Regisseure Sam Fell und Chris Butler inszenieren für das amerikanische Animationsstudio Laika, das auch „Coraline“ produziert hat, im Grunde eine konventionelle Geschichte: Der Außenseiter, den fast alle schmähen, wird zum anerkannten Helden. Aber wenn sie dem Hexenfluch auf den Grund gehen, betreiben sie auf überraschende Weise Vergangenheitsbewältigung. Anstatt die Hexe zu dämonisieren, lassen sie sie zu einem menschlichen Opfer schrumpfen, wie es hinter jeder realen Hexenverfolgung der Geschichte steckte. Die humane Botschaft, die über die geistigen Hintergründe des Glaubens an Hexen und Untote aufzuklären versucht, mischt sich mit der Gruselspannung des Films. Denn das verurteilte Hexenmädchen von einst ist gleichzeitig eine bedrohliche, violett und neongrün leuchtende Fratze am Himmel, die Geister und die Zombies bevölkern keineswegs nur Normans Fantasie.

Dieser Film ist erst die dritte Stop-Motion-Animation in 3D nach „Coraline“ von 2009 und nach Aardmans „Die Piraten – Ein Haufen merkwürdiger Typen“ von 2012. Die düstere, gruselige Szenerie im dichten Wald, am Friedhof, in den wenig anheimelnden Straßen oder in dem heruntergekommenen alten Haus, in dem die Leiche von Normans Onkel liegt, ist visuell überzeugend gestaltet. Die Komik der Dialoge und die unbeschwerte Begleitmusik lockern die Bilder auf und schaffen zusammen mit ihnen eine schaurig-spaßige Atmosphäre.


Fazit: Der witzig-düstere Animationsfilm „ParaNorman“ verbindet Hexen- und Zombiegrusel für größere Kinder mit einer aufklärenden und versöhnlichen Botschaft.

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User-Kritiken

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Kommentare

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Zitat von Kinta:
Ich fand ja das 3D leider ne Nummer schwächer...

Auf Grund dieser Befürchtung habe ich mir den Film in 2-D gegeben. Die 3-D-Version hätte bestimmt an Boden verloren.

Ich fand ja das 3D leider ne Nummer schwächer, als es noch bei Coraline war, aber immer noch super im Vergleich zu vielen anderen Filmen. Der Film an sich hatte mich schon, als da "Feature Presentation" stand w-) Ist alles sehr liebenswert gemacht und die Story lässt einen wirklich mitfiebern und das Finale ist eines der emotionalsten was ich je in einem (Trick)Film erlebt habe. Die Anspielungen auf gewissen Filme kommen echt super rüber und für Kinder ist der Film wohl eher nichts, da er teilweise dann doch recht bedrohlich wirkt

Die Story, die "ParaNorman" bietet, mag nicht unbedingt die originellste oder komplexeste sein. Bei einem Film dieser Art erwarte ich das aber auch nicht zwingend. Eigentlich und allen voran besticht dieser Stop-Motion-Film durch die Liebe zum Detail, die die Macher dem Projekt und seinen Figuren haben angedeien lassen. Eben dadurch und durch das, etwas schräge, Design eben dieser Figuren und des kleinen Kosmos, indem sich das Ganze bewegt

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