Paranormal Activity (2007) - Poster
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Paranormal Activity

Originaltitel: Paranormal Activity

Von mit ,
Genre: Horror | USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Wild Bunch
Freigegeben ab 16 Jahren16- ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Katie und Micah haben gerade ihr erstes eigenes Haus bezogen. Aber die Freude über das schmucke Heim währt nicht lange. Schon bald spüren sie, dass sie nicht alleine sind. Immer klarer wird ihnen, dass ein dämonisches Wesens im Haus anwesend sein muss. Anwesend ist. Und dieses hat seine aktivsten Phasen deutlich hörbar mitten in der Nacht. Ausgerechnet dann, wenn Katie und Micah schlafen. Oder es jedenfalls versuchen. Um dem unsichtbaren Übel auf die Spur zu kommen, stellen die beiden nachts eine Überwachungskameraim Schlafzimmer auf. 21 Nächte lang filmen sie sich. 21 Nächte, in denen Katie und Micah kaum schlafen werden. 21 Nächte, in denen Schreckliches passiert.

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Filmkritik

Wie viele andere der Gruselfakedokus, z.B. „“ bzw. „Quarantäne“ oder „Cloverfield“ steht „Paranormal Activity“ in der Tradition von „Blair Witch Project“, sogar wieder mehr als die schon deutlich aufwändigeren Schocker der letzten Jahre mit ihren unechten „Originalaufnahmen“, aus denen auch „Paranormal Activity“ besteht: Lediglich die bearbeiteten Heimvideoaufnahmen Micahs sind zu sehen. Ein langes, unheimliches Homevideo – und genau das bietet Regisseur und Autor Oren Peli. Der Film verlässt nur zweimal kurz das Haus, um das noch glückliche Paar im Garten am und im Pool zu zeigen und einem nächtlichen Schlafwandler-„Ausflug“, ansonsten verbleibt man in der US-amerikanischen Allerweltswohnung des Bungalows, wohin die unsichtbare Macht Katie gefolgt ist. weiterlesen ▼

Vielleicht liegt hierin der Grund für den Riesenerfolg, den „Paranormal Activity“ in den USA eingefahren hat – und drauf und dran ist, sein Vorbild „Blair Witch Project“ als erfolgsreichen Film im Verhältnis Low- bis No-Budget-Kosten/Einspielergebnis abzulösen. Die Hexenjagd dreier Filmstudenten fand in den unwirtlichen herbstlichen Wäldern Marylands statt und geriet so rau wie existentialistisch. „Paranormal Activity“ hingegen spielt im Alltagszuhause mit einem Paar wie Du und Ich. Wie dereinst die Ironie der Blair-Witch-Studenten bringen Micahs andauernde Unbekümmertheit im Umgang mit den Erscheinungen die Figuren uns so nahe.

Am Anfang ist es auch wirklich nicht viel: ein paar Schritte, die Tür bewegt sich. Eher neugierig reagiert das Paar. Tatsächlich dauert es relativ lange, bis der Film in Fahrt kommt, um selbst dann recht zahm zu bleiben. Das ist der Wirklichkeits-Wirkung des „Materials“ zuträglich, doch weil der Film seine Figuren nur hier ein wenig streiten und dort ein wenig schockiert sein lässt, bleibt die bierernste „Dokumentation“ im Guten wie im Schlechten an der Oberfläche.

Micah und Katie tragen (auch hier: wie bei „Blair Witch“) ihre realen (Vor-)Namen, doch Micah ist meist nur als Stimme präsent, während die Kamera Katie zeigt. Sie ist vielleicht ein weiterer Grund für den Erfolg von „Paranormal Activity“. So beiläufig wie schauerlich ist ihr Schicksal, von einem unsichtbaren Was oder Wer verfolgt zu werden, dem sie nicht entkommen kann. Ein netter normaler Parapsychologe hält ihr einen Vortrag, das Internet lehrt sie, dass ihr schreckliches bevorstehen mag – und fast ebenso wie der „Dämon“ verfolgt sie Micah mit seiner Kamera. Nimmt man dann noch all die final girls und starken Frauen, die der Horror-Film bislang hervorgebracht und zum Standard gemacht hat, wird besonders schmerzlich bewusst: Eine so passive Opfer-Frau auf allen Ebenen hat es seit „Rosemarys Baby“ vielleicht nicht mehr gegeben. Featherstone, die manchmal wie Zooey Deschanel aussieht, trägt hierin den Film – auch wenn sie und Sloat viel zu oft doch „spielen“, für und mit der Kamera agieren.

Auf der anderen Seite ist Micah, der junge Mann, der im Verteidigen „seines“ Hauses und „seines“ Mädchens immer mehr in die Bredouille gerät – nicht zuletzt weil ihm die Freundin fremder wird. Zwei frische Erwachsene, die in ihren sozialen Rollen noch nicht zu Hause sind und denen darin empfindlich auf den Zahn gefühlt wird.

Schließlich ist der Film auch als einer der großen allgemeinen Verunsicherung seiner Zeit zu sehen: der ökonomischen (Micah ist „Day-Trader“ und arbeiten sieht man ihn nie), der terroristischen (das Einbrechen einer fremden, „religiösen“ und doch nicht unbekannten, einer eben unheimlichen Gewalt ins symbolischen Haus) und der anti-terroristischen (die permanente Selbstüberwachung bis, äußerst gruselig, in den Schlaf hinein).

Man fragt sich, warum die beiden ihr Heim nicht verlassen. Einmal, als die Heimsuchung nachts überhand nimmt, beschließen sie es – und bleiben doch. Das ist nicht logisch, selbst wenn man akzeptiert, dass einem das Phantom folgen würde. Doch liegt in ihrer Passivität etwas Zwingendes. Darin ist der Film so gespenstisch glaubwürdig: Wie „Blair Witch Project“ gibt er gerade über seine Heimvideoästhetik einem das hässliche Gespür dafür, warum es etwas Übersinnliches heute nicht mehr geben darf – einfach weil nach allem Hohn, postmoderner Souveränität, Aggression und Pragmatik schlicht nur eine hässliche Resignation übrigbleibt, eine Schnoddern in die Kamera zur Selbstvergewisserung.

Aber: Muss man das sehen, ist er gut der Film? Zum einen ist es eine Freude, einen Horrorfilm nicht nur im Kino, sondern im Kino solchen Erfolg haben zu sehen, der sich nicht Computerbildern und Grausamkeiten suhlt, sondern als Independent provozierend, als Ansporn für jeden Heimkreativen simpel und effektiv gemacht auf eine umfassende Stimmung setzt.

Das macht freilich noch keinen spannenden oder guten Film, und viele werden sich hier langweilen, manchmal auch zu Recht, allein weil wir im Fake-Doku-Horror in Sachen Tempo, Dramatik und Spannungssteigerung schon weiter waren, auch näher dran an den Personen. Aus vielen Gruselmomenten – so mag es scheinen – hätte man mehr machen können. Aber der Film verrät andererseits nie seine Atmosphäre, und allein die wiederkehrende Einstellung der Videokamera, die das nächtliche Schlafzimmer des schlafenden Paares mit dem offenen Flur zeigt, ist allein für sich schon so ein unheimliches wie starkes Sinnbild der Verwundbarkeit und Entfremdung, dass es einem noch lange nachhängt. (Um dann spätestens im nächsten „Scary Movie“ gehörig verulkt zu werden.)



Fazit: Oberflächlich etwas lahm und mittlerweile wenig originell – und trotzdem… Der billig gedrehte, in den USA extrem erfolgreiche „Heimvideo“-Horror im „Blair Witch Projekt“-Stil um einen jungen Mann, der die Heimsuchung seiner Freundin in ihrem Haus dokumentiert, hat was.

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Kommentare

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Ich habe am Wochende auch die DVD gesehen, das alternative Ende dort fand ich viel besser als das "normale".

Ich habe den Film gestern Abend auf Bluray gesehen, und es war eine bemerkenswerte Erfahrung.
Ich bin ein wirklicher Fan von Horror-Filmen jeglicher Art, und so habe ich über die Jahre wohl so gut wie alle "relevanten" Streifen aus diesem Genre gesehen. Will sagen: Es braucht schon einiges um mich tatsächlich zu überraschen und nachhaltig zu begeistern, aber genau das ist hier geschehen:
Seit circa 25 Jahren hat mich kein Film mehr dermaßen erschreckt und in Angstzustände versetzt wie "Paranormal Activity"

Zitat von TheRealNeo:
Und das befindet sich auf keiner DVD?


Nur auf den DVD-Screenern, die Oren Peli bei Film-Festivals verteilt hat um einen Verleiher zu finden. ;)

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