Eine Perle Ewigkeit (2009) - Poster
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Eine Perle Ewigkeit

Originaltitel: La teta asustada | The Milk Of Sorrow

Von mit ,
Genre: Drama | Peru, Spanien ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Neue Visionen Filmverleih
Freigegeben ab 12 Jahren12- ( Minuten)

Inhalt: Fausta leidet an der Krankheit der „verschreckten Brust“, laut einem peruanischen Mythos: Mütter, die einst Leid und Schmerzen erfahren haben, geben diese Angst über die Muttermilch an ihre Kinder weiter; ganz wirklich und real, nicht metaphorisch. Faustas Mutter war im Terrorregime vergewaltigt worden, und Fausta trägt nun diese Last des Traumas mit sich herum. Nun ist ihre Mutter gestorben, und Fausta will sie zurück von Lima in ihr Heimatdorf bringen: ihr Onkel will die Tote aus dem Haus haben bis zur bevorstehenden Hochzeit seiner Tochter. Also muss Fausta, die Verschreckte, Geld verdienen, sie wird Hausmädchen bei einer reichen Pianistin. Die ist sehr interessiert an den Liedern, die Fausta singt, lässt sie sie immer wieder vortragen; und der Gärtner ist interessiert an Fausta selbst.

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Filmkritik

Dieser Film hat den Goldenen Bären der Berlinale 2009 gewonnen. Warum? Das kann ich nicht sagen. weiterlesen ▼

Es muss was mit einer Faszination am Exotischen, einer gewissen Weltkino-Ästhetik zu tun haben, die der Film ausstrahlt, wenn da von Peru erzählt wird und Mythen des alten Volksglaubens aus der Provinz gegen westliches Denken in der Hauptstadt Lima gestellt werden. Wenn vieles über Lieder erzählt wird, die für die traumatisierte Fausta das lebenskonstituierende Element sind. Wenn da auch mal Hochzeitsbräuche und anderes Urtümliches gezeigt werden. Wenn sich arm und reich aneinander reiben. Wenn sich der tiefe innere Schmerz einer Frau ausdrückt in symbolischen Handlungen, die nicht gerade dem Denken in unserem Kulturkreis entsprechen.

Das alles ist einerseits außergewöhnlich für die Filme, die den Großteil der hiesigen Kinokost ausmachen; andererseits entspricht all das genau dem, was man erwarten in einem Film vom anderen Ende der Welt; in diesem Fall halt Südamerika.

Was Regisseurin Claudia Llosa gut kann: einen trockenen Humor einstreuen, der auch mal ins Absurde driftet, mal ins Lakonische und dann wieder soweit mit der Neurose der Hauptfigur verknüpft ist, dass der Witz verschwindet und dem Leiden Platz macht. Da ist die Braut, die noch zwei, drei Meter mehr will an ihrem ohnehin schon ewig langen Schleier; man will ja repräsentieren. Da ist das Beerdigungsunternehmen mit sehr bunten Särgen für Fußballfans und Patrioten, und die Idee, einen billigen Leichentransport per Überlandbus zu organisieren mit einen gebrauchten Leih-Sarg.

Und da ist die Kartoffel. Die Kartoffel in Faustas Vagina, die austreibt, deren Triebe sie immer wieder mit der Schere zurückschneiden muss. „Besser eine Kartoffel als irgendwas anderes“, sagt sie, und das kommt direkt aus dem Kern ihres Wesens mit ihrer ausgeprägten Männerphobie. Die hat sie wahrhaftig mit der Muttermilch aufgesogen: die Mutter war schwanger von Schergen des Terrorregimes vergewaltigt worden, in traurigen Liedern hat sie diesen Schmerz, dieses Trauma in die Tochter eingepflanzt. Das ist die Krankheit der „verschreckten Brust“, so sagen sie in der Provinz: dass sich das Leiden mit der Muttermilch in die Kinder überträgt. Jetzt muss Fausta mit den seelischen Folgen des Verbrechens an ihrer Mutter leben, und das geht ganz gut: „Der Ekel hält ekelhafte Menschen fern!“

Andererseits aber ist der Film bei allem symbolisch-metaphorischen Bohei nicht mehr als das Porträt einer manisch Depressiven, einer Zwangsneurotikerin, die keinen vernünftigen Kontakt zum anderen Geschlecht wie auch zum eigenen Körper aufbauen kann. Viel passiert nicht. Und dafür sind 90 Minuten zu lang.

Der ominöse, nichtssagende deutsche Verleihtitel „Eine Perle Ewigkeit“ wurde dem Film verpasst, der im Original „La teta asustada“ heißt, also „Die verschreckte Brust“. Auf der Berlinale lief der Film unter dem internationalen Titel „The Milk of Sorrow“; wenn dann im Filmvorspann der Originalfilmtitel auftaucht, ist er im Untertitel mit „Faustas Erwachen“ übersetzt, dieser trockene Titel war also offenbar auch mal angedacht: anscheinend wusste auch der Verleih nicht so recht, was er mit dem Film anfangen sollte.


Fazit: Typisches Weltkino um Mythen und Volksglauben und die Reibung mit westlichen Werten und so weiter. Immerhin preisgekrönt.

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Inhalte zum Film

Berlinale 2010: Internationale Jury mit Renée Zellweger

  • Filme
  • Sa, 13.10.2012
  • Kommentare

Unter dem Vorsitz von Filmemacher Werner Herzog, gehören auf der diesjährigen Berlinale zur internationalen Jury die italienische Regisseurin Francesca Comencini, der Schriftsteller Nuruddin Farah, die deutsche Schauspielerin Cornelia Froboess ("Wenn die Conny mit dem Peter", "Die wilden Kerle"), der spanische Produzent José Maria Morales ("Eine Perle Ewigkeit") die chinesische Schauspielerin Nan Yu ("Tuyas Hochzeit") sowie die US-Schauspielerin Renée Zellweger (" Bridget Jones", "New in Town")…mehr...

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