A Single Man (2009) - Poster
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A Single Man

Originaltitel: A Single Man

Von mit ,
Genre: Drama | USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Senator Film Verleih
Freigegeben ab 12 Jahren12- ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Anfang der 60er Jahre in Los Angeles: Der Brite George Falconer ist Englisch-Professor an der Uni, und er ist in Trauer: Sein langjähriger Lebensgefährte Jim ist bei einem Autounfall gestorben. Wie soll nun er, George, weiterleben? Er will allem ein Ende bereiten, wohlvorbereitet geht er den Tag an, ordnet letzte Dinge – und erlebt in diesem ganz besonderen Alltag Momente des kleinen Glücks. Wird von einem seiner Studenten offensiv angemacht, sieht das Glück der nachbarlichen Familie, erlebt einen fröhlichen, ginvernebelten Abend mit seiner besten Freundin Charly – er wird empfänglich für die Schönheiten des Lebens; und ordnet in seinem Kopf Vergangenheit mit Jim, Gegenwart alleine und die Zukunft in Ruhe neu.

Videos zum Film

Bilder zum Film

Filmkritik

Ein nackter Männerkörper, der langsam unter Wasser sinkt, und ein Autounfall im Winter, ein Toter im Schee – das ist der Traum/das Trauma von George, der/das ihm die Nacht verleidet und das Aufstehen, das allmorgendliche Eintreten in einen neuen Tag. Sein Geliebter Jim ist bei dem Autounfall gestorben, und jetzt fühlt George, wie sein Leben versinkt, wie er versinkt: die Traurigkeit überschattet sein Dasein, eine Traurigkeit, die er gestattet, die ihm das Weiterleben erträglich macht, weil sie einen Ausweg bereithält. Denn an diesem Tag geht George mit einer Pistole außer Haus; verteilt Komplimente an seine Haushälterin und an die Sekretärin; ordnet die Dinge in seinem Büro, leert sein Bankschließfach: an diesem Tag wird er Ruhe finden. Das ist der Plan. weiterlesen ▼

An diesem letzten Tag sind Georges Sinne geschärft, seine sinnlichen Eindrücke übersteigert: Haut, Haare, Mund und Zigaretten, Nase, Ohren seiner Gegenüber werden in Großaufnahmen betont, das ist Teil von Tom Fords Inszenierungskonzept: Alles nimmt George auf, und unvermittelt wird es an die Zuschauer weitertransportiert, seine Eindrücke stellt Ford intensiv heraus, auch durchaus unnatürlich, unnaturalistisch: eine glückliche Familienszene im Garten in grobkörnigen Bilder, die ein nostalgisches Vergangenheitsgefühl vermitteln, ein beständiger Wechsel zwischen künstlich gesättigten und künstlich verblassten Farben, wie es grade Georges Stimmung entspricht, die lauten Geräusche von Uhrenticken und Telefonklingeln – das Ticken und das Klingeln, wie damals, als George auf einen Anruf von Jim wartete und dann jemand ganz anderes dran war, der ihm die Unfallnachricht überbrachte…

Und natürlich ist da Colin Firth, der eine großartige Schauspielerleistung liefert, der der Trauer facettenreich nachspürt und nie in eindimensionaler Plattheit landet.

Tom Ford ist von Haus aus Modedesigner, jetzt hat er erstmals einen Film geschrieben, mitproduziert, inszeniert, einen Film, bei dem wie in der Mode das Außen direkt aufs Innen verweist, das Außen von Georges Welt, wie er sie wahrnimmt, die direkt auf den Zuschauer übertragen wird, ihn mit dessen Augen sehen zu lassen. Und das Außen des Films: Die ruhige Inszenierungsweise, die Licht- und Farbwechsel, das Ineinander von Gegenwart und Vergangenheit, die beständige traurig-emotionale Musik erzeugen von Beginn an eine tiefgreifende Melancholie. Eine Melancholie, die den Zuschauer ergreifen, erfassen soll, die ihn ganz umschlingen soll – wobei (für mich) dieses Zuviel an filmischen Mitteln ein Zuwenig an Gefühlswirkung erzeugte, denn eine geballte Gefühligkeit – auch wenn sie nie in Sentimentalität oder Kitsch versinkt – ist mir zuviel an Zuschauermanipulation.

Denn Distanz will der Film nicht zulassen, nicht im Ineinanderfügen von Vergangenheit und Gegenwart, von Erinnerung und momentanem Tun – bei Abwesenheit von Zukunft: Retrospektiv entfaltet sich die Geschichte einer großen Liebe, die zu einem endgültigen Ende gekommen ist. Auch in der Bewertung von Georges von Trauer bestimmtem Dasein darf es keine Distanz geben – obwohl es in einer Szene angesprochen wird, wenn George einen letzten Abend bei einer langjährigen Freundin verbringt, die noch nie wahre Liebe gespürt hat: wie weit kann echte Trauer gehen, bevor sie sich in Selbstmitleid auflöst? Bevor die Traurigkeit selbstbezogen, ein Fetisch wird? Ist Georges Außenseitertum, seine selbstgewählte Einsamkeit nicht auch eine Selbststilisierung, eine Selbstdefinition, ohne die er gar nicht leben könnte? Hier gäbe es eine Möglichkeit für eine vielleicht distanziertere, ambivalentere Betrachtungsweise, und das hätte dem Film – vielleicht – noch mehr Tiefe beigefügt; eine intellektuellere Herausforderung als in diesem emotionsbetonten Melo-Porträt.


Fazit: Dieser Tag soll der letzte im Leben des trauernden George werden – auf diese Stimmung konzentriert sich der Film, auf George und auf die Melancholie.

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DVDs & Blu-rays zum Film

Medien-Kritiken

A Single Man - (2009) - Blu-ray - Cover

A Single Man (Blu-ray)

Erscheinungsdatum: 27.08.2010

Bild 9.0
Ton 7.0
Features 4.0
Medien-Bewertung 6.0
Fazit der Cinefacts-Redaktion:

Tom Ford hat mit seinem Erstlingswerk sein Lieblingsbuch hervorragend adaptiert und in einem eigenständigen Stil auf die Leinwand gebracht. Mit Colin Firth hat er einen perfekten Hauptdarsteller für das Drama gefunden. Diese Blu-ray Umsetzung ist solide…mehr...

A Single Man - (2009) - DVD - Cover

A Single Man (DVD)

Erscheinungsdatum: 27.08.2010

Bild 6.0
Ton 7.0
Features 4.0
Medien-Bewertung 5.0
Fazit der Cinefacts-Redaktion:

Das hervorragende Drama A Single Man erscheint auf einer technisch soliden DVD. Der Bildtransfer leidet jedoch unter einer (szenenspezifisch) mangelhaften Kompression. Der Ton fügt sich nahtlos in den Genre-Standard ein. Die Extras hätten etwas umfangreicher ausfallen dürfen!mehr...

Besetzung & Stab

Inhalte zum Film

Fakten und Hintergründe zum Film "A Single Man"

  • Filme
  • Mo, 05.11.2012
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Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen…mehr...

Die Oscar-Nominierungen für 2010 stehen fest

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Die Oscar-Nominierungen für die 82. Academy Awards wurden am Dienstag, 2. Februar 2010 von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekanntgegeben…mehr...

User-Kritiken

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Benutzer Machtraum

mit meiner Aussage meine ich eher im positiven Sinne die Anmachgespräche und die Männerkörpernahaufnahmen. Als Qualität. Ich finde die gut gemacht und ist perfekt gedreht worden. Man sieht keine Sexszenen oder sehr wildes Rummachen unter Männern, was vielleicht bei einigen dann erst "ziemlich schwul rüberkommt" ?

Das der Regisseur Tom Ford ein schwuler Modeheld ist wußte ich nicht

Benutzer StePe

Ich bin nur ins Kino gegangen, weil ich ein kleiner Fan von Tom Fords Schöpfungen bin (zumindest im Modebereich). Hatte eigentlich auch Vorbehalte, wegen der seichten Storry und der Schwulenthematik. Der Film ist aber tatsächlich das Beste, was ich seit langer Zeit gesehen habe.

Benutzer Phero

Zitat von Machtraum:
... Der Film kommt ziehmlich schwul rüber, aber hat auch andere Qualitäten ....


Versteh ich nicht ganz. Der Film basiert auf einem Roman über Schwule, geschrieben von einem Schwulen und wurde verfilmt von einem Schwulen. Wenn wunderts, dass es auch um Schwule geht? ?-) Abgesehen davon, kann ein Film imo nicht "schwul rüberkommen"

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