Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen (2012) - Poster
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Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen

Originaltitel: Mirror Mirror

Von mit ,
Genre: Komödie, Romanze | USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: StudioCanal Filmverleih
Freigegeben ohne Altersbeschränkung ( Minuten)

Inhalt: Schneewittchen ist 18 Jahre alt geworden, hat aber am Hof der Königin, ihrer bösen Stiefmutter, nichts zu melden. Im Wald begegnet ihr ein Prinz, den sie aus einer misslichen Lage befreit und der kurz darauf im Königsschloss wieder auftaucht. Der Prinz und Schneewittchen mögen sich, aber der Jüngling ist auch noch aus anderen Gründen interessant: Schneewittchen hofft, er könne ihr mit seiner Armee helfen, das vom Vater geerbte Königreich aus den Fängen der Stiefmutter zu befreien. Die böse Regentin wiederum will den Prinzen heiraten. Schneewittchen soll der bösen Stiefmutter nicht im Weg stehen, also lässt sie das Mädchen in den Wald bringen, wo es getötet werden soll. Der gutherzige Diener Brighton aber lässt Schneewittchen laufen. So kommt es zu den sieben Zwergen, die sich ihren Lebensunterhalt als Räuber verdienen und ihm das Kämpfen beibringen. Als der Prinz vorbeischaut, zieht er beim Fechten den Kürzeren. Aber der Palast weiß nun, dass Schneewittchen lebt.

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Filmkritik

In den Märchen der Gebrüder Grimm haben ja die schönen Prinzessinnen, selbst wenn sie die Hauptcharaktere sind, meistens die Aufgabe, sich von tapferen Prinzen retten zu lassen. An diesem traditionellen Rollenmodell hielten die klassischen Adaptionen des Hauses Disney fest, auch wenn sich dort im Laufe der Zeit die Versuche mehrten, wie unlängst bei „Rapunzel – Neu verföhnt“, die Märchen-Mädchen weniger brav und schwach aussehen zu lassen. Im Vergleich dazu präsentiert diese Produktion von Relativity Media und anderen unter der Regie von Tarsem Singh eine radikaler aufgefrischte Version eines der Klassiker. Denn Schneewittchen besiegt den Prinzen im Kampf und rettet ihn später gar aus den Fängen der bösen Stiefmutter. weiterlesen ▼

Das geht nicht, ohne die Originalgeschichte ziemlich durcheinander zu bringen. Nach einer animierten Einführung, zu der sich die böse Stiefmutter im Off als Ich-Erzählerin verwundert vom Inhalt distanziert – offenbar habe man in der guten alten Zeit keine Jobs gehabt und den ganzen Tag singen und tanzen können - , beginnt der Realfilm an Schneewittchens 18. Geburtstag. Aufgrund des ironischen Anfangs kann man das Auftauchen eines Singvögelchens im Zimmer der jungen Schönen auch sogleich als lediglich witzige Anspielung auf Disney-Klassiker erkennen. Das von der eher unscheinbaren Lily Collins gespielte Schneewittchen ist anfangs nur eine einsame Verbannte im eigenen Palast, während die böse Stiefmutter, die von Julia Roberts dargestellt wird – mit 44 Jahren vom einstigen „Pretty-Woman“-Aschenputtel zur Rolle der neidischen Hexe avanciert - , sich kaltherzig an dekadenten Spielen mit ihrem Hofstaat ergötzt.

Vor allem diese überdrehte, amoralische Stiefmutter bestimmt also den extravaganten Ton der Geschichte. Als dann im Wald der von Armie Hammer gespielte Prinz von den sieben Zwergen überfallen und kopfüber an einem Baum aufgehängt wird, kommt ein frischer Humor hinzu, der das Erhabene der traditionellen Prinzenrolle gründlich ausschüttelt. Die Zwerge, allesamt dargestellt von zwergwüchsigen Schauspielern, sind ungepflegte, trickreiche Gesetzlose. Aber wenn sie zu ihren Raubzügen im beinahe auf Schwarz-Weiß-Bilder reduzierten, verschneiten Wald aufbrechen, legen sie sich seltsam geformte Stelzen an – so dass sie zu Riesen mutieren, die ein freches, aggressives Ballett vollführen.

Es gehen einem die Augen über wegen der visuellen Effekte, der lustvoll-pompösen Ausstattung und den ungeahnten kreativen Freiräumen, die dieser Film sich erobert. Aber auch schon eine Kamerafahrt von den Baumwipfeln des Birkenwaldes hinab bis auf Menschenhöhe führt so lange durch dichtes Geäst, dass man dabei glaubt, aus der Realität in die Weiten der Märchenwelt zu reisen.

Bei all dieser erfrischenden optischen Fantasie fällt einem fast gar nicht mehr auf, dass der Film die entscheidende Szene aus dem echten Märchen komplett ausspart: Schneewittchen beißt nicht vom vergifteten Apfel ab und liegt folglich auch nicht im gläsernen Sarg, um von den Zwergen und dem Prinzen beweint zu werden. Hier wird auf Action, noch mehr Fantasy und auf Witz gesetzt. Was ein wenig zu kurz kommt, sind das Gefühl und die Nähe zu den Charakteren, also das innere Drama der Geschichte.


Fazit: „Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“ ist eine extravagante, innovative und witzige Version des Grimmschen Stoffes, die den Märchencharakter bewahrt, aber die alten Zöpfe abschneidet.

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DVDs & Blu-rays zum Film

Medien-Kritiken

Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen - (2012) - Blu-ray - Cover

Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen (Blu-ray)

Erscheinungsdatum: 04.10.2012

Bild 9.0
Ton 8.0
Features 6.0
Medien-Bewertung 8.0
Fazit der Cinefacts-Redaktion:

Die Blu-ray-Version des Films „Spieglein, Spieglein“ mit Julia Roberts kann auf ganzer Linie überzeugen. An der Bildqualität gibt es nicht viel zu meckern, denn das Bild punktet mit einer tollen Schärfe, Detail- sowie Farbwiedergabe. Beim Ton gibt es ebenfalls keine Mängel…mehr...

Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen - (2012) - DVD - Cover

Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen (DVD)

Erscheinungsdatum: 04.10.2012

Bild 9.0
Ton 9.0
Features 6.0
Medien-Bewertung 8.0
Fazit der Cinefacts-Redaktion:

„Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“ bietet beste gewaltfreie Familienunterhaltung für den Sonntagnachmittag. Nicht nur auf dem Blu-ray Medium, sondern auch auf DVD kann das Märchen technisch vollkommen überzeugen…mehr...

Besetzung & Stab

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User-Kritiken

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Kommentare

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Benutzer Kinta

War jetzt endlich drin und wurde nicht entäuscht. So gut wie alle Comedyszenen fanden sich im Trailer wieder und sonst war es nen astreiner Fantasy/Märchen Film. Die Oprik fand ich ziemlich gelungen und bot mal wieder richtig was fürs Auge, Tarsem Singh halt :D Im Film wechseln sich oft komisch und ernst gemeinte Szenen ab und es gibt auch 2 - 3 sehr gelungene Actionszenen. Im Prinzip wurde ja nur eine umgeänderte Geschichte des Märchens erzählt, aber man hat den typischen Märchenstil beibehalten.
Der Score von Alan Menken hat mir übrigens ziemlich gut gefallen, auch wenn er gerne hätte etwas auffälliger ausfallen dürfen

Benutzer garfunkel74

Zitat von DorianGrey:
Nach dem ich vor geraumer Zeit den Trailer zu "Mirror Mirror" gesehen hatte, habe ich eine bissige Komödie mit opulenter Ausstattung, grossartigen Kostümen und einer herrlich fiesen Julia Roberts in der Rolle der bösen Königin erwartet. Sämtliche Erwartungen wurden leider enttäuscht und bekommen habe ich ein weichgespültes Kindermärchen

Benutzer DorianGrey

Nach dem ich vor geraumer Zeit den Trailer zu "Mirror Mirror" gesehen hatte, habe ich eine bissige Komödie mit opulenter Ausstattung, grossartigen Kostümen und einer herrlich fiesen Julia Roberts in der Rolle der bösen Königin erwartet. Sämtliche Erwartungen wurden leider enttäuscht und bekommen habe ich ein weichgespültes Kindermärchen.
Die Ausstattung war zwar nett, aber nicht so ausschweifend wie gedacht.
Die Kostüme waren nett, aber nicht so kreativ wie erhofft

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