Tropic Thunder (2008) - Poster
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Tropic Thunder

Originaltitel: Tropic Thunder

Von mit ,
Genre: Action, Komödie, Krieg | USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Universal Pictures International
Freigegeben ab 16 Jahren16- ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Die Dreharbeiten zu einem gigantischen Vietnamkriegsfilm – des teuersten aller Zeiten – haben ein paar Hollywoodstars nach Südostasien gebracht. Da ist Actionstar Tugg Speedman (Ben Stiller), der auf ein Comeback aus seinem schmachvollen Karrieretief hofft. Da ist Starkomi ker Jeff Portnoy (Jack Black), der nach Pupsko mödien mal etwas Ernstes probieren will, und da ist der Charakterdarsteller Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.), der sich der Herausforderung stellt, als weißer Australier einen Schwarzen Soldaten zu spielen. Diese selbstsüchtigen Primadonnen und eine Handvoll anderer bekommen nun in „Tropic Thunder“ deutlich mehr Realität zu spüren als sie jemals erwartetet hätten. Denn nachdem das Film studio die Dreharbeiten aufgrund explodierender Kosten und Sets einstellen will, entschließt sich Regis­seur Cockburn (Steve Coogan) zu einer verzwei­felten Tat. Auf eigene Faust setzt er seine Schau­spieler im Dschungel aus und will sie mit ein paar Videokameras begleiten, um echte Gefühle, echte Angst und ein bisschen Wahrheit von ihnen zu bekommen. Nichts ahnend geraten die verwöhnten Kriegsfilm Darsteller so mitten hinein in einen echten Drogenkrieg - denn im Dschungel wartet ein schwer bewaffnetes Drogenkartell auf die Hollywoodstars und hält sie für eine Einheit der amerikanischen Drogenfahndung. Um hier wieder heil heraus zu kommen, müssen die verweich­lichten Starmimen nicht nur ums Überleben kämp­fen, sondern sogar ihr geliebtes Ego ablegen und endlich zusammenhalten.

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Bilder zum Film

Filmkritik

In Vietnam ist schon eine der größten Armeen der Welt gescheitert, beinahe auch Coppola mit seinem apokalyptischen Mammutfilmprojekt, auf jeden Fall aber Damien Cockburn mit dem größten Kriegsfilm aller Zeiten: „Tropic Thunder“. Stars wie Actionhero Tugg Speedman, bekannt durch die sechs „Torcher“-Filme, der mehrfache Oscarpreisträger Kirk Lazarus, der zuletzt im Homosexuelle-Mönche-Drama „Satan’s Alley“ reüssierte, der Comedyheld Jeff Portney („Furz I und II“) oder Hip-Hop-Idol Alpa Chino konnte er vor der Kamera versammeln – aber nicht zähmen, und wenn dann eine 4 Millionen-Dollar-Explosion einfach so losgeht, bevor die Kameras laufen, geht halt die Filmproduktion mit in die Luft. weiterlesen ▼

Ben Stillers „Tropic Thunder“ ist freilich nicht gescheitert. Er wurde ja auch nicht direkt im verfluchten Vietnam gedreht, sondern im Dschungel von Hawaii. Und dort an ganz abgelegenen Drehorten. Es ist dies der bisher aufwändigste Ben-Stiller-Film, er hat über 90 Millionen Dollar gekostet und sieht beinahe noch nach mehr aus. Action satt, Feuergefechte, Explosionen, Schlachten und Tod: alles ist drin, was einen echten Kriegsfilm ausmacht.

Und dabei hat alles den Stiller-Touch von ironischer Überdrehtheit, von ans absurde grenzender Parodie; vom scharfen Blick auf die Zustände im Entertainmentbusiness (von dem Stiller selbst längst Teil ist), von den Mechanismen des Startums (die Stiller von sich selbst kennt). Hier nun spielt etwa Robert Downey Jr. einen Australier, der sich einer Hautpigmentoperation unterzogen hat, um einen schwarzen GI spielen zu können, ganz lebensecht, nach Method-Acting-Art. Und der diese Rolle des typischen Negers im Hollywoodfilm mit Haut und Haaren lebt: „Aus meiner Rolle geh ich erst raus, wenn die Audiokommentare gesprochen sind.“ Der sich also die ganze Zeit benimmt, wie sich Schwarze im Film halt zu benehmen haben, inkl. Negerslang; während der wirkliche Schwarze im Filmcast eine kleine, undankbare Nebenrolle innehat. Und Tugg Speedman, den Stiller himself spielt, wollte zuvor als Actionstar neue Wege gehen und spielte die ambitionierte Rolle des „Simple Jack“ in einem Südstaaten-Zurückgebliebenen-Drama, bei dem er freilich die Goldene Regel missachtete: Spiele nie einen Vollbehinderten, sondern nur Typen mit gewissem Tick wie in „Rain Man“; Volldeppen missachtet die Academy. „Tropic Thunder“, der Film im Film, nun soll Speedman aus der Karrierekrise heraushieven.

So entblößt „Tropic Thunder“ ganz nebenbei die Welt der Vorurteile, die in Hollywood herrschen, ein Schubladendenken, wie es wohl nur in der Versicherungsbranche stärker vertreten ist.

Ganz abgesehen davon zieht der Film natürlich auch konkret über die Klischees des Kriegsfilms her und überträgt die Topoi und Standardsituationen auf die im Dschungel versprengte Schauspielerschar, die von schlitzäugigen Drogenbanditen gejagt wird. Film im Film und Schauspieler des Films im Film wirken dabei also einerseits als veritable Actionkomödie mit einer Menge Pyro-Schauwerte, gleichzeitig als subtile ironische Brechung davon und als überspitzte Hollywood-Satire.

Wenn dann die Schauspieler sich anschicken, das Drogenbandenlager zu stürmen, und alle stecken halstief im Schlamassel, gerät der Film fast in Gefahr, selbst an seinen Klischees zu ersticken; es geht in Richtung Banalität, wenn die eitlen und aufgeblasenen Hollywoodstars mitten in der Scheiße über sich hinauswachsen müssen, dabei sich selbst erkennen und zu sich selbst finden, was man halt alles als Botschaft in jedem Durchschnittsactionschinken findet. Da aber brechen plötzlich kollektiv Schauspieler-Rollen-Traumata auf, die selbstbezogene Luxuswelt, in der alle leben und denken, übernimmt wieder die Oberhand, und geschickt hat der Film wieder die Kurve gekriegt, die Hollywoodmechanismen mit den eigenen Mitteln zu schlagen.

Dazu gehört auch ein umwerfender Auftritt von Tom Cruise, der offenbar in seinen Rollen immer viel besser ist als das Klischee seiner selbst, das man in den Klatschspalten findet. Mit Glatze, Hornbrille und Schmerbauch maskiert feuert er als cholerischer, geldgieriger Filmproduzent ein Feuerwerk an demütigenden Beschimpfungen ab (das sich in der Originalversion wahrscheinlich noch rabiater anhört als in der deutschen Synchonfassung). Und er entlässt die Zuschauer lächerlich tanzend aus dem Film.


Fazit: Ben Stillers bisher aufwändigste Produktion macht sich über aufwändige Hollywoodproduktionen lustig; sehr, sehr lustig.

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DVDs & Blu-rays zum Film

Medien-Kritiken

Tropic Thunder - (2008) - Directors Cut - Blu-ray - Cover

Tropic Thunder - Directors Cut (Blu-ray)

Erscheinungsdatum: 05.02.2009

Bild 10
Ton 8.0
Features 8.0
Medien-Bewertung 8.0
Fazit der Cinefacts-Redaktion:

"Tropic Thunder" wurde technisch wirklich toll umgesetzt und macht auf Blu-ray eine Menge Spaß. Zudem liegt die Disc als Director´s Cut Version vor und geht knapp 17 Miuten länger als die Kinofassung.mehr...

Tropic Thunder - (2008) - DVD - Cover

Tropic Thunder (DVD)

Erscheinungsdatum: 05.02.2009

Bild 8.0
Ton 8.0
Features 6.0
Medien-Bewertung 7.0
Fazit der Cinefacts-Redaktion:

Leider ist auf der deutschen DVD nur die Kinofassung enthalten. Wer den (deutlich längeren) Director's Cut des Streifens sehen möchte und wem das Bonusmaterial der DVD nicht genügt , muss wohl oder übel zur Blu-ray greifen. Technisch ist die DVD dagegen kaum zu bemängeln…mehr...

Besetzung & Stab

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User-Kritiken

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Kommentare

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Wie es zwei Ewok Spin-Offs geben konnte ist eines der größten Rätsel der Menschheitsgeschichte.
Aber abwarten: Vielleicht bleibt es nicht bei einem "Grossman"-Film. Vielleicht löst Lee Grossman bald James Bond als erfolgreichste Filmserie ab.

Ja, die "Ewoks" waren so ein großer Verlust, dass diesem Spin-Off nur ein(!) Sequel vergönnt war. :p

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