Wer weiss, wohin? (2011) - Poster
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Wer weiss, wohin?

Originaltitel: Et maintenant, on va où?

Von mit ,
Genre: Drama, Komödie | Frankreich ()
Kinostart: (Deutschland)
Verleih: Tobis Film
Freigegeben ab 12 Jahren12- ( Minuten)

Inhalt: In Amales (Nadine Labaki) Dorf ist nach langer Zeit endlich Frieden eingekehrt. Minenfelder sind die letzten gefährlichen Zeugen des langjährigen Bürgerkrieges, dem viele Männer des namenlosen Dorfes im Nahen Osten zum Opfer fielen. Heute treffen sich Christen und Moslems in Amales Café, um zu ratschen oder zusammen Karten zu spielen. Bis auf kleine Reibereien funktioniert das friedliche Miteinander der Dorfbewohner hervorragend. Wie Kirche und Moschee nebeneinander erbaut wurden, so leben nun auch Christen und Muslime harmonisch nebeneinander. Doch als die Konflikte im Land eskalieren, wachsen auch im abgelegenen Bergdorf die Spannungen: Unbekannte öffnen die Tür der Moschee und lassen Ziegen hinein, die ein heilloses Chaos veranstalten. Die Männer sind außer sich und zerschlagen beim Streit eine Marienfigur der benachbarten Kirche. Wenig später wird das Weihwasser mit Blut verunreinigt. Der alte Streit droht wieder aufzuflammen, aus Freunden werden Feinde. Die Frauen des Dorfes haben genug vom Verlust geliebter Söhne und Männer. Sie setzen alles daran ihre testosterongesteuerten Hornochsen von Männern auf andere Gedanken zu bringen. Ein Plan muss her! Der Einfallsreichtum der Dorffrauen kennt keine Grenzen: Da wird eine ukrainische Table-Dance-Truppe engagiert, Haschkekse machen in Amales Café die Runde oder die Bürgermeisterin wird zum vermeintlichen Sprachrohr der Heiligen Jungfrau…

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Filmkritik

Nadine Labaki ist ein Allround-Talent: Sie ist Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin. Allerdings sprechen wir hier nicht von kleinen unbedeutenden Nebenrollen. Wie schon in ihrem Debüt-Film „Caramel“ (2008) spielt die bezaubernde Libanesin auch wieder in „Wer weiß, wohin?“ eine der Hauptrollen. Doch das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit ihrer beiden Werke. Nachdem sich die junge Regisseurin für „Caramel“ Beirut als Schauplatz gewählt hatte, siedelte sie ihre Tragikomödie „Wer weiß, wohin?“ nun zwar in einem namenlosen Land an. Dieses jedoch ist unschwer als ihre Heimat Libanon zu erkennen. Labaki war es trotzdem wichtig, dass das Bergdorf und das Land namenlos bleiben. Denn der Krieg in ihrem Film „steht stellvertretend für all jene Bürgerkriege, in denen sich die Menschen eines Landes bekämpfen, obwohl sie Nachbarn und manchmal sogar Freunde sind“ (Nadine Labaki, Presseheft). weiterlesen ▼

In beiden Filmen Labakis werden in erster Linie Frauenschicksale beschrieben, als Frauen-Regisseurin sieht sich Labaki jedoch nicht. Für sie liegt der Grund für ihren Fokus auf die Frauenwelt vielmehr im Streben nach Authentizität: “Vielleicht denke ich instinktiv, dass meine Arbeit wahrhaftiger ausfällt, wenn ich von Frauen erzähle. Deren Gefühle kenne ich nun mal genau“ (Nadine Labaki, Presseheft). Mit dem Konflikt zwischen Christen und Muslimen hat sie sich keinem einfachen Thema angenommen. Trotzdem schafft sie es auf unwahrscheinlich sympathische Weise, diesen ernsten Inhalt äußerst originelle und gut verdauliche zu transportieren. Dass gewitzte Dorffrauen durch einfallsreiche Ablenkungsmanöver den Ausbruch eines weiteren Bürgerkrieges verhindern können ist eine gleichermaßen reizende und unterhaltsame Darstellung des Zukunftstraums vom friedlichen Miteinander im Nahen Osten. Labaki zeigt mit ihrem Film, dass es sich lohnt für diesen Traum zu kämpfen.

Ihren Charme verdankt die Tragikomödie zweifelsohne zu großen Stücken den reizenden Dorffrauen. Viele der Darstellerinnen standen zum ersten Mal vor Kamera. Dadurch fehlte es sicherlich an mancher Stelle am schauspielerischen Können, Authentizität büßt der Film jedoch an keiner Stelle ein, im Gegenteil! Die vereinzelt eingestreuten Musical-Elemente sind sicherlich Geschmacksache. Da sich die Regisseurin aber wirklich nur auf einzelne Gesangs- und Tanzszenen beschränkt hat, werden auch Musical-Muffel, sich nicht wirklich daran stören.

Als einzigen richtigen Minuspunkt sind nur die sich immer wieder einschleichenden Längen zu nennen. Ein Beispiel: Die ukrainische Table-Dance-Truppe. Was im Libanon vielleicht noch empört, ist für das westliche Kinopublikum schon längst kein Aufreger mehr. Für den westlichen Geschmack hat sich Labaki zu sehr an der Nummer mit den Tänzerinnen verkünstelt, dieser Teilstrang der Handlung wirkt dadurch sehr langatmig. Bleibt abzuwarten, wie sich der Film in den deutschen Kinos bewähren wird.

Im Februar wird „Wer weiß, wohin?“ bei der Oscar-Verleihung für den Libanon antreten. Er geht in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ ins Rennen.


Fazit: Wer weiß wohin?“ ist eine willkommene Abwechslung zum gewohnten Blockbuster-Kino. Die unkonventionelle Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema funktioniert außerordentlich gut

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