Der unglaubliche Hulk (2008) - Poster
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Der unglaubliche Hulk

Originaltitel: The Incredible Hulk

Von mit ,
Genre: Action, Fantasy, Science-Fiction | USA ()
Kinostart: (Deutschland), (USA)
Verleih: Concorde Filmverleih
Freigegeben ab 16 Jahren16- ( Minuten)
Offizielle Webseite:

Inhalt: Wissenschaftler Bruce Banner (Edward Norton) verdingt sich in den brasilianischen Slums als Tagelöhner, experimentiert mit seinem Blut und versucht ansonsten, sich nicht allzu sehr aufzuregen. Denn wenn das passiert, verwandelt er sich aufgrund eines missglückten Gamma-Strahlen-Experiments in eine gewaltige grüne Gestalt: den Hulk. Hoffnung bietet die Arbeit eines New Yorker Forschers (Tim Blake Nelson). Und als General Ross (William Hurt), der ihn seit Jahren jagt, Banners Spur findet und bei einem Einsatz dessen übermenschliche Kräfte provoziert, heißt es: Zurück nach Hause. Dort findet er nicht nur Ross’ Tochter Betty (Liv Tyler), seine Ex-Kollegin und große Liebe und die nötigen wissenschaftliche Daten. Auch Kämpfe mit dem Militär stehen an – sowie mit dem Elitesoldaten Blonsky (Tim Roth), den Ross mit gefährlichem Serum „dopt“, um dem Hulk etwas entgegenzusetzen…

Bilder zum Film

Filmkritik

"Hulk Begins": Erst im Jahr 2003 kam der grüne Comic-Koloss mit Karacho in die Kinos. Nun hat man ihn – ähnlich James Bond und Batman – im Zuge der Marvel-Filmreihe („Iron Man“) „reloaded“. Was dabei herausgekommen ist, ist jedoch nicht ganz Fortsetzung und nicht ganz Neustart. Aber auf jeden Fall (und wiederum ähnlich Bond und Batman) ein gelungener Film. weiterlesen ▼

„Transporter 2“-Regisseur Louis Leterrier und Drehbuchautor Zack Penn („X-Men 2“) zeigen sich gewandt, wenn es darum geht, was man mit einer solchen, durchaus beschränkten Comic-Vorlage anfangen kann und was nicht. Zunächst tun sie das Richtige und scheren sie sich gar nicht um Ang Lees „Hulk“ und dessen Drama.

Walzte der Vorgänger noch die Psycho-Backround-Geschichte samt Vater-Sohn-Tragödie auf die gesamte Länge aus, packt man nun alle nötigen Infos in den Vorspann: In knappen Bildern wird da, natürlich mit den aktuellen Darstellern, erzählt, wie Banner sich einem Experiment unterzog, anschließend als Hulk Betty und ihren Militär-Papa verletzte und flüchtete. „Der unglaubliche Hulk“ erfindet damit nicht nur mühelos seinen eigenen ersten Teil, sondern kann folglich auch ohne lange Einführung loslegen.

Man landet direkt in den brasilianischen Slums, wo Banner ein mühseliges Dasein fristet, Atemübungen macht, per Chat auf medizinische Hilfe hofft und ansonsten in der runtergekommenen Abfüllfabrik malocht, derweil er jedem Ärger aus dem Weg zu gehen versucht. Das klappt natürlich alles nicht: Das Experiment mit einer Wunderblume versagt, einige Tropfen seines Blutes – per Softdrinklieferung in die USA exportiert – bringen General Ross auf seine Spur, und stets droht Ärger mit den Rüpeln am Arbeitsplatz. Diese müssen schließlich mitsamt den Soldaten erfahren, dass Grün nicht unbedingt die Farbe der Hoffnung ist.

Wie dann im weiteren Verlauf welche Handlung in Gang kommt, ist fast unerheblich (wenn auch flott erzählt). Denn im Grunde ist und bleibt die Story vom Hulk ein Gemisch aus King Kong und Jekyll & Hyde ohne viel Wandlungsspielraum. Der arme Bruce, der sich stets unter Kontrolle halten muss, auf dass nicht der unaufhaltsame Wüterich hervorbricht. Die brave Betty zwischen ihrer unglücklichen bzw. unmöglichen Liebe zu Helden und Ungeheuer und ihrer Verachtung gegenüber dem Vater und Gegner. Der jagende General, der die Gefahr nicht sieht, wenn er mit Sci-Fi-Wissenschaft nur Kriegerei im Sinn hat. Natürlich auch: Militärgerät gegen Monster, die Suche nach Erlösung. Und selbstverständlich muss der Hulk zuletzt einen würdigen Gegenspieler bekommen. Diesen Part übernimmt hier der alternde Elitekämpfer Blonsky, der als Menschensoldat nichts gegen den Hulk ausrichten kann und schließlich als mutiertes Pendant, als „Abomination“, gegen ihn antritt.

Doch bei (und in) all den Vorgaben und Standards, was Situationen und Personal angeht, ist „Der unglaublich Hulk“ geglückt.

Zunächst: das Handwerk. Die brachiale Action lässt nicht klagen. Autos und Militärgerät werden mit Wonne verwüstet, doch auch eine Nummer Kleiner, wenn z.B. Banner von dem Einsatzkommando durch die Favelas flüchtet, stimmen Schnitt und Kamera einfach. Überhaupt haben hier abermals die „Bourne“-Filme Einfluss gezeigt, wenn auch natürlich in Maßen. Aber etwas düsterer als zu erwarten ist der Look schon, und etwas fahler das Licht. Selbst die Musik Craig Armstrongs erinnert an die von „Bourne“-Vertoner John Powell – und bietet die rechte gehetzte Spannung fürs Ohr.

Kern des Ganzen ist jedoch der Hulk. Und schlau wird mit dem zunächst gehaushaltet: Der „Held“ zeigt sich wie in „Batman Begins“ beim ersten Mal nur andeutungsweise, eine gruselige Masse in Dunkel und Rauch, die Soldaten und Schlägerpack das Fürchten lehrt. Doch auch im vollen Licht wusste man, was man den Fans schuldig ist und wo zugleich die Grenzen liegen: Der Hulk ist nicht ganz so grün geraten, schlanker und sehniger. Außerdem kann er nun schrecklicher dreinblicken, auf dass einem angst und bange wird.

Leterrier lässt jedoch bei aller Souveränität der Animation nicht Effekt über Wirkung gehen: Gewitzte, bisweilen pseudoauthentische Kamerawinkel und -bewegungen verleihen dem Unhold und seinen Kämpfen den nötigen realistischen Flair, während wiederum die finale Rauferei der beiden Berserker in den Häuserschluchten New Yorks mitunter (und sehr sympathisch) an ältere Monsterfilme gemahnt.

All das funktioniert aber nur dank der überdurchschnittlichen Besetzung, die den Comicfiguren geradezu beiläufig eine unerwartete Tiefe verleiht. Da braucht es die Hilfe vom Drehbuch erst gar nicht: Dem schmalen Edward Norton glaubt man die gequälte Figur des Bruce Banners sofort, und es ist vor allem ihm geschuldet, dass Banners Liebesleid so berührend gerät wie überhaupt die Mär vom Hulk zu mehr als bloßem Popcorn-Klamauk.

Doch auch Ross und Blosky sind dank William Hurt und Tim Roth nuancenreich, mit ihrem ruhigen Blick aus traurigen Augen mehr als blanke Bösewichte. Dass letztlich der großartige Roth in der Animation der etwas lieb- und einfallslos geratenen „Abomination“-Figur quasi untergeht, blieb wohl unvermeidlich.

„Arwen“ Liv Tyler darf bei dem Gewicht also gerne die zweidimensionale Betty in aller Anmut genau so darbieten: als schönster, reinster Comic-Charakter. Zumal Tyler diesem bei aller Großäugigkeit, allem Bangen und Schmachten eine enorme Präsenz verleiht. Auch keine kleine Leistung.

Der Film gönnt sich natürlich auch Humor und kleine Witzchen in angenehmer Dosierung: TV-„Hulk“ Lou Ferrigno und „Hulk“-Erfinder Stan Lee haben ihren ironischen Auftritt – ebenso ganz am Schluss Robert Downey Jr. als „Iron Man“ Tony Stark.

Selbst typische und drängende Nerd-Fragen werden verhandelt: Was, wenn Bruce mit Betty ins Bett geht? Antwort: Zwangläufig nicht viel, Beherrschung ist – hinsichtlich des gefährlichen Pulsschlags – angesagt. „Der unglaubliche Hulk“ macht klar: Überpotenz ist bisweilen ebenso frustrierend wie Impotenz. Nicht die dümmste Botschaft.

Bei all dem Schabernack bleiben Leterrier und Co. jedoch erfreulich unaufdringlich, trocken im Witz und gelassen in der Pointiertheit.

In einer Szene bringt der Hulk die gerettete Betty King-Kong-mäßig in eine Höhle in den Bergen, legt sie behutsam ab. Es gewittert. Die Schöne erwacht, erschrickt – und bemüht sich bald, das arme, vom Kampf verwirrte und gereizte Ungeheuer zu beruhigen. Denn ein Blitz ist hinter ihm eingeschlagen, und gegen alles und jeden losstürmend, reißt der Koloss einen Felsen los und schleudert ihn brüllend in die Wolken. Selbst gegen die Himmelsmächte muss er sich, wenn nötig, auflehnen, austoben, der Hulk, und es ist eine Leistung, einen solchen (in mehrfacher Hinsicht) unglücklichen „Superhelden“ so gut zu verkaufen, ohne ihn preiszugeben.


Fazit: Rasante und vor allem dank der Darsteller überaus gelungene Comic-Realverfilmung der Jekyll- &-Hyde- bzw. King-Kong-Story vom grünen Giganten.

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DVDs & Blu-rays zum Film

Medien-Kritiken

Der unglaubliche Hulk - (2008) - Uncut Edition - DVD - Cover

Der unglaubliche Hulk - Uncut Edition (DVD)

Erscheinungsdatum: 26.11.2008

Bild 10
Ton 10
Features 2.0
Medien-Bewertung 7.0
Fazit der Cinefacts-Redaktion:

Absolute Referenzscheibe in puncto Bild- und Ton. So etwas gab es schon lange nicht mehr bei einer DVD. Wer noch dazu mehr Bonusmaterial haben will, sollte sich die limitierte Doppel-DVD zulegen.mehr...

Besetzung & Stab

Inhalte zum Film

Kinocharts: "Der unglaubliche Hulk" erobert US-Charts

  • Filme
  • Sa, 13.10.2012
  • Kommentare

Während in den amerikanischen Kinocharts "Der unglaubliche Hulk" (deutscher Kinostart: 10. Juli 2008) als Neueinsteiger souverän mit 54,5 Millionen Dollar den ersten Platz ergreift, können sich in den CineStar Kinocharts - 12…mehr...

User-Kritiken

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Kommentare

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Benutzer Stancheck

kommt ja wahrscheinlich in Avengers?

Benutzer Steffchef81

Zitat:
Was mir am neuen besser gefällt, es gibt keine (Hulk)-Pudel , ausserdem bleiben Gegener i.d.R. verletzt oder tot und steigen nicht grundsätzlich unverletzt aus z.B. Panzern, die hunderte Meter weit geschleudert wurden, wie noch im ersten Teil.


Sehe Ich genau so. Die Pudel- und Wassermonster waren einfach nur ein Witz.
Das meinte Ich doch

Benutzer Stancheck

Für so einen lahmen Schluss bei Lee´s Hulk kann man auch kein Oskar vergeben.Sorry!
Obwohl There will be Blood und No Country for Old Men hatten auch keinen soo prickelnden
Schluss, letzterer war sogar richtig konfus, fing aber richtig gut an.

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