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Thema: Akte X
- 08.06.12, 01:44:02 #101Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Hier also mein Review zur kompletten neunten Staffel.
Episodenbewertungen im Überblick (Mythology-Folgen sind fettgedruckt):
Nothing important happened today Part 1 u. 2: 3 von 10 X
Daemonicus: 1 von 10 X
4-D: 4,5 von 10 X
Lord of the Flies: 1,5 von 10 X
Trust No. 1: 5 von 10 X
John Doe: 9 von 10 X
Hellbound: 8 von 10 X
Provenance: 6,5 von 10 X
Providence: 6 von 10 X
Audrey Pauley: 1 von 10 X
Underneath: 1,5 von 10 X
Improbable: 7,5 von 10X
Scary Monsters: 5,5 von 10 X
Jump the shark: 0,5 von 10 X
William: 6,5 von 10 X
Release: 8,5 von 10 X
Sunshine Days: 8,5 von 10 X
The Truth: 4 von 10 X
Durchschnitt: 4,88 von 10 X
Im Einzelnen:
1) Die Charaktere
Scully & Mulder
Scully wurde schon in der achten Staffel etwas in den Hintergrund gedrängt, was aufgrund der Schwangerschaft natürlich auch Sinn machte. Bei der Suche nach Mulder war sie dann wieder tatkräftig mit dabei und hat wie eine Löwin gegen die äußeren Umstände gekämpft. Nachdem sie durch die wohl stressigste Schwangerschaft aller Zeiten gegangen ist, hatten sie und Mulder sich ein Happy-End im Kreis der Familie, gehörig verdient: http://www.youtube.com/watch?v=AnRmr...CDBA17AE0DDCD4 (Mal im Ernst, wenn man sich dieses Ende ansieht, braucht man doch keine weitere Staffel, oder? Perfektes Ende.)
In dieser Staffel jedoch verschwindet Mulder (schon wieder) und mit ihm anscheinend auch Scullys Lebenswille. Zwar hätte ich überhaupt nichts dagegen gehabt, Scullys Reaktion auf die Angst um Mulder zu thematisieren, aber es bleibt einfach über den gesamten Zeitraum nur eindimensional.
"Mein Baby hier, mein Baby da", das ist alles was sie noch von sich gibt. Da sie nun, neben Doggett und Reyes, nur noch als Nebenfigur in die Handlung integriert ist, büßt sie natürlich an Screentime als auch an Komplexität ein.
Meiner Meinung nach hätte man Mulder in dieser Staffel nur noch als Offscreen-Präsenz erwähnen sollen, was natürlich auch keine optimale Lösung gewesen wäre, aber mehr Sinn als dieses alberne Versteckspiel gemacht hätte.
Doggett und Reyes hätten dann Scully hin und wieder ein Besuch in der Gerichtsmedizin abstatten können und diese hätte die beiden dann auf sarkastische und professionelle Art über die Autopsie informiert. Auf die Frage hin wie es Mulder und dem Kind geht, hätte sie sagen können: "Da ihr wisst, dass Mulder ohnehin ein Stubenhocker ist, der schon mal vor Langeweile seine Bleistift an die Decke wirft, kann er jetzt auch mal ein bisschen auf seinen Sohn aufpassen, während ich mich hier den Toten widme, die keine Windeln tragen, die ich wechseln müsste" (Ok, das war schlecht, aber ich glaube, ihr versteht was ich meine.
)
Es gab in dieser Staffel einfach zu viele Momente, wo ich mir nur an den Kopf gefasst habe, als ich sah, wie inkompetent sich Scully verhält.
Am schlimmsten war es für mich in "Trust No.1" als Scully ihr Kind zuerst unbewacht in der Cafeteria lässt, um sich ein anderes Baby im Kinderwagen anzusehen; auf ein streitendes Paar reinfällt, dass sich exakt am selben Ort zwei Mal an den Kragen geht; eine wildfremde Frau in ihrer Wohnung schlafen lässt, alleine (!) mit William im Wohnzimmer, während Scully im Schlafzimmer liegt.
Nachdem ungefähr der dritte Zwischenfall in Scullys Apartment war, dachte ich nur: Verdammt jetzt kauf dir endlich eine Alarmanlage oder lass dein Kind nicht mehr in den Händen von inkompetenten Leuten! Oder trag dein Kind doch einfach den ganzen Tag AN dir rum!
Also das war mir dann teilweise echt zu blöd und ich hab nur drauf gewartet, dass immer wieder die selbe Situation eintritt.
Am besten war noch in "William" als Doggett, Reyes und Scully im Wohnzimmer auf der Coach rumsitzen, während Spender in Williams Zimmer geht, mit einer riesigen Nadel im Schlepptau.
Alle sitzen nur seelenruhig da und warten auf die nächste dramatische Wendung im Skript. Selbst wenn die drei keine FBI-Leute wären - die in solchen Fällen eher auf Draht sein müssten- könnte ich das Ganze nicht mehr Ernst nehmen.
Character-Assasination vom Feinsten! Ich kann verstehen, dass man Scully als leidend darstellen wollte, aber das heißt nicht, dass sie ihre rationale Auseinandersetzung mit der Umwelt und ihr logisches Denken verloren hat. Die Scully aus Staffel 9 fühlt sich für mich wie ein völliger anderer Charakter, als aus den Staffeln zuvor an. Sie ist austauschbar geworden und das ist für mich die schlimmste Entwicklung, die eine fiktive Figur durchlaufen kann.
Mulder war bis zum Finale verschwunden und natürlich habe ich auf eine gute Erklärung davor gehofft, die leider nicht kam. Die Situation hat für mich nie Sinn gemacht.
Wenn wir an die Ereignisse in Staffel 8 zurückdenken, müsste Mulder danach eigentlich weniger in Gefahr sein als zuvor, da er nicht mehr beim FBI ist.
Wie oft ist er auf Hinweise gestoßen, die ihm dann wieder entrissen worden sind? Wie oft hat er sich mit dem Autoritäten beim Militär und der Regierung angelegt? Wie oft wollte er die Wahrheit ergründen und hat sich dabei von niemanden was sagen lassen, mit der Ausnahme von Scully?
It makes no sense whatsoever, dass Mulder nun aufgrund einer vagen Begründung auf der Flucht ist und Scully und sein Kind zurücklässt.
Was ihn letztendlich zur Flucht überreden konnte, ist auch nicht klar. Wir erfahren zwar, dass Kersh ihn offenbar empfohlen hat zu fliehen und Scully dann letzte Überzeugung geleistet hat, aber es kommt völlig aus dem Nichts.
Vor allem impliziert nichts in der achten Staffel, dass Mulder nun in höchster Gefahr schwebt. Und was weiß Kersh schon? Mir kam es immer so vor als ob ihm die ganze Sache scheißegal ist, solange er keinen Papierkram machen muss. Und wie konnte er Mulder überhaupt überzeugen zu fliehen?
Aufgrund der Prophezeiung, von der aber doch nicht wissen kann, oder?
Ein heiloses Durcheinander aus Charaktermotivationen, Doppeldeutigkeiten in der Mythologie und offenbar Verzweifelung der Autoren.
Na gut, nehmen wir an Mulder hat in diesem einen Jahr das Passwort zur Militärbasis bekommen um das Endgame-Datum zu finden. Vor weg war er überhaupt auf der Flucht? Wie sah es dann in der restlichen Zeit aus? Hat er mit Gibson im Trailer gesessen und PS3 gezockt?
Auch hier keine Erklärung, was Mulder noch unsympathischer wirken lässt, da er im Prinzip gar nicht Neues herausgefunden hat und nun wieder zurückkehrt, um immer noch den selben Gefahren wie zuvor ausgesetzt zu sein.
Auch im Finale konnte ich wenig mit ihm anfangen. Ich weiß nicht ob es an David Duchovny lustlosen Schauspiel lag, aber Mulder kam mir einfach gelangweilt vor. Ich verstehe auch nicht, warum Mulder daran denkt aufzugeben, nur weil er nun das genaue Datum für die Invasion kennt. War diese Enthüllung wirklich so schockierend für ihn, dass er nun total den Glauben an alles verloren hat? Aber nein, hat er ja nicht, denn jetzt glaubt er auch an Geister und an die Weisheit der Toten.
Das ganze kam mir viel zu abrupt. Solche Charakterentwicklungen müssen langsam und effektiv herbeigeführt werden und nicht im SERIENFINALE als die natürlichste Sache der Welt präsentiert werden.
Dass Mulder sich der spirituellen Dimension öffnet, wäre nämlich potentiell interessant gewesen, aber so wirkt er eher wie ein Freund, den man seit Monaten nicht gesehen hat und der einen beim nächsten Treffen dann unverblümt mitteilt, dass er jetzt bei Scientology ist.
Skinner
Eine der besten Ideen am Ende der siebten Staffeln, war für mich, dass Skinner das Raumschiff das Mulder entführt mit eigenen Augen sieht und von nun an, auch bereit war zu glauben. Es gab seinen Charakter eine neue Seite und zeigte, dass er fähig war sich dem Übernatürlichen immer mehr zu öffnen.
Offenbar hielt Skinners Sinneswandel nicht lang, denn er wurde selten so eindimensional dargestellt wie in dieser Staffel. Back to square one, könnte man sagen.
Die Freundschaft zu Scully ist quasi nicht existent, er zieht den Schwanz ein vor den Bossen und hat nichts zu sagen außer Phrasen.
Ein Totalausfall, denn selbst in den ersten Staffeln als er der strenge Boss war, konnte man doch erkennen wie viel Stress ihm sein Job bereitete und wie er sich dennoch immer um seine Agents kümmerte.
Aber aus, vorbei. Es bleibt nur ein langweiliger Boss-Charakter übrig.
Reyes
Wenn ich Reyes als Charakter beschreiben müsste, würde ich einen totalen Blackout haben, weil es einfach nichts gibt, was sie als interessante Figur kennzeichnen würde.
Als Partnerin zu Doggett in den meisten Fällen nicht hilfreich, da sie nur wilde Theorien aufstellt und er im Grunde immer die meiste Arbeit macht.
Als potentielle Beziehungspartnerin für Doggett auf die "Ihr seid die einzigen Agents hier, also müsst ihr zusammen sein"-Art unspektakulär verkuppelt worden.
Motivation? Herkunft? Familiärer Hintergrund? Fehlanzeige!
Als Nebenfigur fand ich sie in Ordnung, aber seit sie im Vordergrund steht, hat bei ihr genau 0,0 Entwicklung stattgefunden.
Akte X war für seine starken Leads bekannt, doch gerade das happert es schon in dieser Staffel. Da hätte man genauso gut einen der Lone Gunmen einsetzen können.
Doggett
Für mich der einzige Charakter, der mich wirklich mitgerissen hat.
Robert Patrick schien es wirklich Spaß gemacht haben bei Akte X zu sein, auch wenn es nur von kurzer Dauer war.
Doggett ist für mich das einzige Plus in dieser Staffel und seine Episoden zählen zu den wenigen Highlights. Wie er sich in "John Doe" und "Release" die Seele aus dem Leib spielt ist einfach nur genial!
In beiden Episoden muss er den Tod seines Sohnes verarbeiten und Patrick gibt wirklich alles in diesen Szenen. Ich musste bei beiden Episoden heulen.
Vor allem in "John Doe" als er sein Gedächtnis verloren hat, es dann am Ende wieder gewinnt und die Erinnerung an seinen toten Sohn mit einem Schlag wieder zurückkommt und er zusammenbricht. 
Wirklich mitreißend gespielt und auch wenn ich Staffel 9 beim nächsten Durchlauf eigentlich skippen wollte, würde ich die beiden Episoden doch gerne nochmal sehen. Das allein spricht schon dafür, wie Robert Patrick es geschafft hat, Doggett weiterzuentwickeln und mich als Zuschauer für sich zu gewinnen.
Follmer
Von dem will ich gar nicht erst anfangen.
Kann sich mit Kersh und Skinner in die langweilige, klischeehafte Bossabteilung begeben.
Einfach ein unnötiger Charakter. Falls mich seine Äffare mit Reyes interessieren sollte, dann muss ich sagen, nö kein bisschen.
Letzendlich wurde er nur gebraucht um Screentime aufzufüllen, denn weiß Gott, schließlich gucken wie Akte X um Bürointrigen und Schwanzvergleiche unter Führungspositionen zu sehen.
Seine Verbindung zum Mörder von Doggetts Sohn war dann auch ein ziemlicher "Meh"-Moment, aber was solls´s, wenigster war er dann für etwas gut.
Kersh
Der Mann, der nur einem unterliegt.....dem Plot der jeweiligen Folge!
Ein Musterbeispiel dafür, sich seine Charakere so zu schreiben, wie es die Handlung gerade verlangt. Dafür müssen seine Motive und Verhaltensweisen natürlich so vage wie möglich bleiben, sonst kann er auf den Schachbrett schließlich nicht hin und her geschoben werden, wie es gerade nötig ist.
Eine ziemlich undankbare Rolle, mochte ich noch anmerken, die kein Eigenleben und keine Substanz hat.
Sein Sinneswandel, Mulder bei der Flucht zu unterstützen, war in etwa so interessant, wie die nie endende Gerichtsverhandlung zuvor, in der er Richter war.
Es ist eigentlich ganz einfach. Kersh ist als Charakter unterentwickelt. D.h. kein emotionales Investment in seine Pläne oder seine Probleme. Folge: Enthüllung? Mir egal.
Leute, ich ich merk gerade ich schreib schon wieder zu viel und das war noch längst nicht alles
Wollte mich eigentlich kurz fassen und noch über die MOTW-Folgen reden, aber das war´s erstmal.
Will die Serie irgendwie noch nicht loslassen und die Tatsache dass ich mich über jeden Scheiss aufrege, zeigt mir nur, wie viel ich doch von den ersten 8 Staffeln halte.
Kommentiert ruhig meine sinnfreien Beiträge!
Bis demnächst!
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- 13.06.12, 23:18:56 #102Walks On The Darkside
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AW: Akte X
ich hätte es gerne noch etwas genauer
- 14.06.12, 15:56:16 #103Registrierter Benutzer
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- 17.06.12, 18:00:38 #104Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Hab mir die letzten Tage nochmal meine Beiträge für die einzelnen Episoden der neunten Staffel angesehen und ich muss sagen, dass ich für mich eigentlich alles wichtige angesprochen habe, was mich gestört hat. Hab mit der letzten Staffel meinen Frieden gemacht und ich halte ohnehin nichts von sinnlosen Gejammer, wenn man nichts Neues zu sagen hat.
Bei den MOTW-Episoden sind mir aber dennoch einige Probleme aufgefallen, die ich essentiell für das Scheitern der Serie halte. Ich versuche auch Parallelen zum Beginn der Serie zu ziehen.
2) MOTW-Episoden
Wenn man sich meine Bewertungen für die MOTW-Folgen ansieht, dann ergeben sich in dieser Staffel unheimliche Qualitätsschwankungen, d.h. einmal erwischt man eine gute oder durchschnittliche Folge und die nächste kann bereits wieder ein richtiges Ärgernis bzw. gutes Schlafmittel sein.
Die erste Teamarbeit zwischen Doggett und Reyes startete in "Daemonicus" und was im Prinzip ein dritter Pilot für die Serie sein sollte, verkommt zur "Ich hab Recht, sie nicht"-Ermittlungen, da Doggett straight nach Logik handelt und Reyes einfach Theorien präsentiert, die in keinster Weise durch vergangene Vorkomnisse/Fälle unterstützt werden.
Mulder hat wenigstens seine Hausaufgaben gemacht und auch wenn sich seine ursprüngliche Theorie im Verlauf der Ermittlungen als falsch herrausstellte, konnte man zu Beginn glauben, dass Mulders Vermutungen im Akte-X-Universum zutreffen könnten.
Weiter geht´s in "4D" mit alternativen Realitäten und einem Muttersöhnchen als Serienmörder. Beide Konzepte wirken halbfertig, haben teilweise interessante Ideen und auch einige gruslige Bilder, doch am Ende bleibt eine gewisse Planlosigkeit übrig, da nicht klar ist wie dieser Zugang zu einer anderen Realität funktioniert und wieso sie gerade an dieser Stelle das Portal geöffnet werden kann. Auch die Motive des Mörders bleiben unklar.
Dass wir von Reyes noch nicht das geringste wissen, ist natürlich auch ein Problem, denn so bleibt ihr Sorge um Doggett ziemlich uninvolvierend und sinnlos.
Um fair zu bleiben, es handelt es sich erst um den zweiten Einsatz der beiden. Doch wenn wir zurückdenken an Mulder & Scully und an "Squeeze" oder "Conduit" ( die ersten beiden Mythologie-Folgen mal außer Acht gelassen) und wie spannend oder persönlich diese beiden Episoden waren, dann frage ich mich schon, wieso man sich dagegen entschieden hat, Reyes als Figur etwas spannender darzustellen.
Ich meine wir hatten ein MOTW dass den Leuten, die Leber aus dem Kröper riss und der sogar hinter Scully her war. Zum zweiten einen persönlichen Fall für Mulder, der ihn stark an das Verschwinden seiner Schwester erinnerte. Die geniale Schlussszene mit Mulder in der Kirche und Mark Snows gefühlvollen Score ist einfach unvergesslich, einschließlich dem Dialog mit seinem Arzt unter Hypnose:
(...)
Werber: "Are you scared?"
Mulder: "I know I should be but I'm not."
Werber: "Do you know why?"
Mulder: "Because of the voice."
Werber: "The voice?"
Mulder: "The voice in my head."
Werber: "What's it telling you?"
Mulder: "Not to be afraid. It's telling me no harm will come to her, and that one day she'll return."
Werber: "Do you believe the voice?"
Mulder: "I want to believe."
Man bekam schon früh einen Eindruck, was Mulder und Scully motivierte ihrer Arbeit nachzugehen. Mulder war auf der Suche nach der Wahrheit und Scully, die sich zu Beginn nur für das strikte Nachgehen ihrer Spionage an den X-Akten interessierte, war schon bald von Mulders Quest vereinnahmt und war offener für seine paranormalen Theorien. Es dauerte allerdings bis "Beyond the sea" um Scully noch interessanter werden zu lassen, als wir erfahren, dass sie ursprünglich Ärtzin werden sollte und ihre Familie mit ihrem Gang zum FBI enttäuschte. Auch ihre Beziehung zu ihren Vater ist notwendig, um zu verstehen, wieso sich Scully von Mulder so angezogen fühlt.
Doch letztendlich war Mulder die wichtige treibende Kraft hinter der Serie und seine Abwesenheit raubt der Serie den Willen, selbständig paranormale Phänomene zu erforschen, anstatt nur passiv hingeworfen zu werden, wie Doggett und Reyes.
Neben Mulder haben mMn nur Krycheck und der Raucher die Macht die Serie in Schwung zu halten. Mulders Suche nach der Wahrheit ist involvierend und spannend zu verfolgen, während der Raucher ihm immer einen Schritt voraus ist und die Dinge so lenken kann, wie es ihm gefällt.
Auf welcher Seite Krycheck steht, bliebt bis zum Serienfinale ungeklärt und bei ihm konnte man sich auch nie sicher sein, was er wohl als nächstes geplant hat.
Ironischerweise sind diese drei treibende Kräfte (vom Serienfinale mal abgesehen) die komplette 9.Staffel abwesend.
Ihr Ersatz, der Toothpick-Man, Rohrer oder Follmer sind dagegen ein Witz und sind auf keine interessante Weise in Doggett und Reyes oder sogar Scullys Ermittlungen verwickelt. Die potentielle Bedrohung, die von Rohrer als Supersoldat ausgeht, wurde im Prinzip gar nicht genutzt. Klar sie treffen ein paar Mal aufeinander, aber diese Storyline entwickelt sich nirgendwo hin wo´s schön ist.
Es fehlt ein Mastermind hinter dem Ganzen.
"Lord of the flies" ist eine der langweiligsten Akte-X Folgen, die mir je untergekommen ist. Die Serie hat nie die besten Ergebnisse erzielt, wenn es darum ging, Geschichten für Teenager zu schreiben, die glaubwürdig und interessant waren. Bei diesen Episoden fühlte es sich für mich immer so an, als wollten sich ein paar 40 + Männer wieder in ihre Teenagerzeit hinversetzten. Meistens sind sie dabei kläglich gescheitert.
Wenn ich die Serie damals verfolgt hätte, wäre ich wohl nicht umhin gekommen zu Beginn der Folge,den Sender zu wechseln, weil das Jackass-esque Cold open gefühlte zehn Minuten dauert und nur ein paar Teenies zeigt, die schwachsinnige Stunts machen und dabei Bullshit reden, der auf keine Kuhhaut geht. Es ist nicht mal typisches Teenager-Gelaber, sondern Teenager-Gelaber aus der Klischeekiste, wie aus einem schlechten Horrorfilm.
Das beste an der Folge waren noch die ekligen Effekte und die Auflösung, dass der Insektenjungen von einer Insektenmutter abstammt.
Doch bis man zu diesem Punkt kommt, muss man unerfüllte Teenagerliebe, erfolglose Ermittlungsarbeiten und viele unlustige Comedyeinlagen verkraften.
Dass beste war noch Doggetts Spruch, nachdem sich Fliegen auf den verdächtigen Jungen breitgemacht hatten (frei zitiert): "Kein Wunder, dass die Fliegen sich auf ihn niederlassen. Der Junge hat nur Scheisse im Kopf. "

Der Tiefpunkt war für mich auf alle Fälle, als sich der Arzt, der zuvor immer mit Scully geflirtet hat, am Ende totstellt, damit er eine Mund zu Mund-Beatmung von Scully gekommt, die (als Ärtzin) natürlich nicht merkt, dass er das Ganze nur spielt.


Ein Schuss, ein Treffer! Characterassasination vom Feinsten!

Wie es aussieht, bin ich wohl noch nicht fertig mit der Serie.
Weiter geht´s dann irgendwann nächste Woche.
- 17.06.12, 18:55:15 #105Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Sind echt genial, Deine Rezis und Beobachtungen. Ich habe nicht nix mehr geschrieben aus mangelndem Interesse, sondern weil ein läppisches "100% genau meine Meinung" nach jedem Post ja auch irgendwie öde wär'... aber ist so.

Schade, daß es schon vorbei ist.. kannst nicht mal bei 1x01 anfangen bitte?
Das würde dann mein absoluter Lieblings-Fred von ganz Cinefacts werden...
- 17.06.12, 19:11:23 #106Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Lustigerweise wollte ich die Serie nochmal mit meiner Freundin schauen, aber das funktioniert aus Zeitgründen, bei ihr nicht mehr.
Ich werde mir die Serie, aber dennoch nochmal komplett anschauen (vielleicht ohne Season 9) und ich denke kurze Reviews zu den Folgen könnte ich schon schreiben. Zum einem archiviere ich diese Kritiken selber und ich bin ohnehin daran interessiert wieso eine Folge funktioniert oder nicht und zum anderen, schreibe ich sie auch gerne, falls Intresse von eurer Seite besteht.Geändert von Pyro 91 (17.06.12 um 19:14:30 Uhr)
- 17.06.12, 19:20:53 #107Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
JAAAAAAAAAA!!!


- 19.06.12, 01:10:55 #108Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Also ich finde die aufgeschriebenen Gedankengänge von Pyro 91 wirklich klasse, aber das wurde ja schon einmal erwähnt!
Jedenfalls merkt man nicht nur, wie sehr Dir die Serie am Herzen liegt, sondern auch, wie ausführlich Du Dich damit beschäftigst. Das mache ich auch bei bestimmten Serien gerne, habe es aber nie abgetippt. Respekt, Dank und Anerkennung, Pyro 91!
- 19.06.12, 06:21:55 #109Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Ich habe noch mal richtig Lust auf ein erneutes gucken der kompletten Serie.

Das werde ich wohl in kürze mal angehen. Nur müsste ich dann meine Staffel 4 im Digipak öffnen, die ich nie ausgepackt habe.
- 19.06.12, 11:41:14 #110Registrierter Benutzer
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- 19.06.12, 11:55:28 #111Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Ich schaue die Serie gerade. Staffel 1 hab ich durch und mache mich nun an Staffel 2 ran. 8 Folgen sind schon mal geschafft
- 19.06.12, 12:08:54 #112Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Wäre durchaus nicht abgeneigt, die Serie nochmal mit anderen zu sehen, aber da müsste man jeden Tag mindestens eine Folge ansehen oder halt 5,6 pro Woche.
Würde schon gern vor dem Endgame-Datum damit fertig sein, denn in 185 Tagen beginnt die Kolonisierung und die Aliens nehmen uns die DVDs weg.
Außerdem brauch ich die paar Wochen davor, um mich in einen Supersoldaten verwandeln zu lassen, was den Zeitplan noch etwas mehr einschränkt.
- 19.06.12, 13:22:10 #113Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Also 1 Folge pro Tag sollte definitiv machbar sein für jeden. Gerade wenn man erstmal am Gucken ist, ist es doch schwer einfach auszumachen. Da ist dann schon mal schnell eine komplette Disc mit 4 Episoden geschafft
- 19.06.12, 16:15:19 #114Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Es wäre wohl am besten, wenn jeder der Interesse daran hat, hier ein "Scheisse ja!" reinschreibt und ob er unter der Woche guckt oder am Wochenende.
Bei mir ist es ziemlich unterschiedlich zur welchen Zeit ich gucke, aber wenn wir mit 5-6 Folgen pro Woche rechnen, dann wäre es am besten wenn jeder dafür 5 Tage Zeit hat. Danach 2 Tage Pause und/oder Diskussion.
Das Ganze würde dann (6 Folgen X 4 Wochen= 24 Folgen im Monat; 201 Episoden/24 pro Monat=8,375 Monat) fast 8 1/2 Monate dauern.
Ziemlich lange, oder?
Da haben wir´s ja schon wieder Frühling.
edit: Ach ja, die zwei Filme kommen auch noch dazu.Geändert von Pyro 91 (19.06.12 um 16:19:45 Uhr)
- 20.06.12, 17:33:42 #115Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Wann sollte man sich die beiden Filme denn ansehen, bzw. wie passen sie zeitlich gesehen in den Handlungsverlauf der Serie?
- 20.06.12, 17:47:20 #116Registrierter Benutzer
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- 20.06.12, 17:50:24 #117Registrierter Benutzer
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- 20.06.12, 17:54:55 #118Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Also der erste Film ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Staffel 5 und 6. Vor allem wird darin so viel enthüllt, was die Mythologie angeht, dass er beinahe unverzichtbar ist. Außerdem gibt es viele spannende, romantische, gruselige und humorvolle Momente darin. Ich möchte ihn nicht mehr missen.
Der zweite Film hat keine Mythologie-Elemente und ist eher ein durschnittlicher MOTW-Fall, dafür sieht man schön wie sich die Mulder und Scully-Beziehung über 6 Jahre nach Serienende verändert hat und auch das möchte ich nicht mehr missen.Geändert von Pyro 91 (20.06.12 um 18:01:48 Uhr)
- 20.06.12, 18:02:54 #119Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Den ersten Film habe ich schon 4 oder 5 mal angefangen, hat mich aber nie gepackt. Deshalb immer vorzeitig beendet. Vielleicht fehlten mir aber auch einfach nur die Vorkenntnisse aus den Staffel 1-5? Jedenfalls schaue ich jetzt gerade chronologisch und bin bei Staffel 2, Folge 8. Werde gleich noch ein bisschen weitergucken. Bisher gefällt mir Staffel 2 schon mal besser als die erste. Die musste sich noch etwas finden und war sehr MOTW-lastig. Das Finale war aber top. Staffel 2 beschäftigt sich schon viel mehr mit der Mythologie. Nur Mulder's alleiniges Ermitteln finde ich nicht sooo toll. Da hat mir Scully schon sehr gefehlt. Storytechnisch aber wie gesagt, echt gut.
- 20.06.12, 18:25:05 #120Registrierter Benutzer
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AW: Akte X
Ich finde wenn man nicht das Vorwissen der ersten fünf Staffel hat, dann haben all die Charakterbeziehungen und Storyenthüllungen im ersten Film wenig Gewicht. Dann weiß man halt ok das sind die Guten, das sind die Bösen, aber in der Serie sind diese Grenzen immer fließend und daher auch viel interessanter.
Ja, Scully bzw. Gillian Anderson war für die paar Folgen absent, da sie im wahren Leben schwanger war! Merkt man auch zum Ende der ersten Staffel, dass sie etwas fülliger wurde und zu Beginn der zweiten, war sie oft hinter Schreibtischen versteckt und trug riesige Mäntel, damit es nicht so auffiel.
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