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Ergebnis 1 bis 17 von 17

Thema: Secretary

  1. #1
    automatix
    Gast

    Secretary

    Der Film ist letzten Donnerstag angelaufen und es gibt keinen Thread zum Film?

    Also: wer hat ihn gesehen und wie fandet ihr ihn? (ich hab mir vorsichtshalber gleich mal die rc1 bestellt, da er mir nach dem spiegelartikel sehr interessant vorkam)

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  3. #2
    Stuntman
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    Mmm... schwanke noch, ob ich da rein soll. Kritiken sind ja sehr gut, aber von der Thematik her... ich weiß nicht. Der Film ist übrigens FSK 18

  4. #3
    tom
    Gast
    Ich werd ihn mir wahrscheinlich heute abend ansehen. Die Kritiken sind ja sehr gut. Erwarte mir nicht zu viel aber werde dann auf jeden Fall bericht erstatten.

    Bis dann und schönen Tag.

    Gruß,

    tom

  5. #4
    STM
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    Wenn nichts dazwischenkommt, werde ich ihn mir am Mittwoch ansehen. Konnte ihn vorher nicht in meine Kinoplanung einbinden.

  6. #5
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  7. #6
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    Na toll, in Kiel läuft er nicht. Der Trailer hatte mich neugierig gemacht.

  8. #7
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    So viel ich weiss hat er eine 16er bekommen. Und läuft nicht in Passau. Oder Linz. Oder sonst wo in der "Region".Nur in München. Fuck.

  9. #8
    Stuntman
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    Original geschrieben von LongJohn
    So viel ich weiss hat er eine 16er bekommen.
    Naja, auf www.essener-filmkunsttheater.de steht FSK 18...

    War aber eigentlich klar, dass der nur mit sehr wenigen Kopien starten würde, denn wer kennt hier schon Maggie Gyllenhaal?

  10. #9
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    Original geschrieben von Howie Munson
    War aber eigentlich klar, dass der nur mit sehr wenigen Kopien starten würde, denn wer kennt hier schon Maggie Gyllenhaal?
    Donnie Darko Fans

  11. #10
    Stuntman
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    Original geschrieben von The Rage
    Donnie Darko Fans
    Ja, aber die gibt's leider noch zu wenige

    Hoffe, das ändert sich dann im Januar

  12. #11
    STM
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    So, endlich habe ich "Secretary" gesehen. Daß dieser Film nicht gerade ein Publikumsmagnet ist, hat sich darin gezeigt, daß ich mal wieder den Kinosaal für mich allein hatte. Der Film ist tatsächlich sehr ungewöhnlich, aber für mich genial, wobei ich zugeben muß, eine Vorliebe für Charaktere zu haben, die sich nicht einordnen können und eher seltsam sind.
    Doch nun zum eigentlichen Inhalt:
    Maggie (Maggie Gyllenhaal) wird aus einer psychologischen Heilanstalt entlassen und kommt zurück nach Hause. Daß Familienleben ist nicht gerade harmonisch, und so flüchtet sie sich in die Auslebung ihres Masochismus indem sie sich selbst verstümmelt und Schmerzen zufügt.
    Peter (Jeremy Davies), den sie aus Schulzeiten kennt, empfindet Zuneigung für sie, da er in ihr einen empfindlichen Charakter erkennt, was er auch von sich denkt.
    Um wieder Fuß zu fassen, macht Maggie Schreibmaschinenkurse und wird dadurch schließlich Sekretärin in einer Rechtsanwaltskanzlei unter E. Edward Grey (James Spader). Dieser hat seltsame Angewohnheiten und es zeigt sich bald ein Hang zum Sadismus...
    Der Film ist ein verblüffend intelligentes Werk über das Ausleben von Wünschen und bedingungslose Liebe, gleichzeitig auch eine Parabel über die Oberflächlichkeit des Spießbürgertums, über persönliche Ängste und gesellschaftliche Erwartungen.
    Eher zurückhaltend inszeniert, offenbart der Film dennoch eine starke Wirkung aus den beängstigend guten Leistungen von Gyllenhaal und Spader. Eine schönen Kameraführung und ein angenehmer Soundtrack stehen ganz im Gegensatz zum brodelnden Geschehen unter der Oberfläche.
    Mit klugem Einsatz der Mittel schafft es Regisseur Steven Shainberg die Erotik, die die Beteiligten bei den S-M-Spielen empfinden, dem Zuschauer glaubhaft näher zu bringen, ohne dabei vulgär oder gar abstoßend zu werden.
    "Secretary" fordert den Geist und die Aufgeschlossenheit des Zuschauers um die Wirkung zu entfalten. Wenn man bereit ist, sich auf das ungewöhnliche Werk einzulassen, wird man mit einem Filmerlebnis höchster Güte belohnt.
    Fazit: Intelligentes Kino mit grandiosen Darstellern und unverbrauchter Thematik. Ansehen!
    9/10

  13. #12
    Stuntman
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    Original geschrieben von STM
    Fazit: Intelligentes Kino mit grandiosen Darstellern und unverbrauchter Thematik. Ansehen!
    9/10
    Nach deiner positiven Kritik ganz bestimmt!

  14. #13
    tom
    Gast
    oh mann, dann muss ich den auch noch sehen, das hört sich alles recht gut an...

  15. #14
    STM
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    Ich sehe gerade, daß ich ja den Charakter von Maggie Gyllenhaal auch Maggie genannt habe. Das ist falsch. Ihr Rollenname ist Lee.
    Wie peinlich...

  16. #15
    Stuntman
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    Wir sehen Lee, wie sie gefesselt an einen Balken, den sie auf ihrem Rücken trägt ihre Arbeit als Sekretärin verrichtet. Ein urkomischer und zugleich höchst irritierender Einstieg in eine der ungewöhnlichsten Love Storys überhaupt.

    Rückblende. 6 Monate zuvor werden wir Zeuge, wie Lee aus der Psychatrie entlassen wird. Dabei hat es ihr dort durchaus gefallen erfahren wir durch ihren Off-Kommentar. Nun muss sie zurück zu ihrer Familie, zu ihrem dauersaufenden Vater, ihrer hibbeligen Mutter und ihrer hochnäsigen Schwester, die just an Lees Entlassungstag auch noch meinte heiraten zu müssen.

    So darf Lee den ersten Tag daheim direkt auf einer Vermählungsparty verbringen. Angewidert ob diverser Peinlichkeiten (ihr Vater zeigt sich mal wieder von seiner "besten" Seite) verschwindet sie in ihrem Zimmer und holt ein Schmuckkästchen hervor.

    Darin erspähen wir diverse Messerchen, Nadeln und was es sonst noch so an scharfen, spitzen Gegenständen gibt. Lee beginnt sich mit ihrem "Equipment" zu verletzen. Sie scheint es zu genießen.

    Bald hat sie einen Job ins Auge gefasst. "Secretary wanted" liest sie in einem Inserat. Nach bestandenem Diplom als Tippse steht sie denn auch vor der Tür des Anwalts Mr. Grey. Bevor sie diesen allerdings zu Gesicht bekommt, läuft ihr ihre Vorgängerin sichtlich entnervt und gezeichnet entgegen. So sieht jemand aus, der gerade einen Nervenzusammenbruch erlitten haben muss.

    Unbeirrt betritt Lee die Kanzlei und wird Mr. Grey auch antreffen, der ihr den Job denn auch tatsächlich zukommen lässt.

    Grey stellt sich als überaus launischer, neurotischer Typ heraus, unter dem Lee einiges zu erleiden hat (von Schimpftiraden bis hin zu einem ordentlich versohltem Hintern). Dass ihr das jedoch gefällt wird auch dem Anwalt bald klar und obwohl er in ihr eine Seelenverwandte entdeckt hat, verlässt ihn der Mut und verstößt sie.

    Doch Lee kämpft um ihre große Liebe, die sie in Grey gefunden zu haben meint. Und nie zuvor durfte man im Kino einer derartigen Aufopferung Zeuge werden...

    Secretary ist wie eingangs erwähnt ein höchst ungewöhnlicher Film, der zwar alle Zutaten der typischen Liebesgeschichte aufweist, hier jedoch die S/M-Schiene thematisiert.

    Eine Liebe basierend auf Schmerz und Hörigkeit. Dies wunderbar porträtiert von Maggie Gyllenhaal, die hier nach Mini-Auftritten in Donnie Darko und Adaptation endlich eine Hauptrolle spielen darf. Und ihre Besetzung stellte sich mehr als Glücksgriff heraus. Wie sie die zunächst verschüchterte, selbstzerstörerische und dann merklich an Selbstbewusstsein gewinnende Lee darstellt ist schlicht überwältigend.

    Ihr Leinwandpartner Mr. Grey wird von James Spader gespielt, der wohl auf die Rolle des Besessesen abonniert zu sein scheint, hier aber wohl seine bis dato beste Performance an den Tag legt. So hat er auch die meisten Lacher auf seiner Seite, wie er unentschlossen mit seiner Situation innere Kämpfe ausficht und ständig mit hochroter, schwitzender Birne in seinem Büro seine Angestellte herumkommandiert.

    Secretary ist allerdings mehr Drama als Komödie, so widmet sich der Film trotz aller komödiantischen Momente klar einem äußerst ernsthaftem Thema: der Selbstfindung und der vermeintlich zerstörerischen Liebe. Vermeintlich, weil hier keineswegs die ungewöhnliche Art der Liebesempfindung der Protagonisten kritisiert oder gar verunglimpft wird, sondern viel eher aufzuzeigen versucht wird, wie schwierig es sein kann, sich dieser Obsession zu stellen.

    Der Film ist kammerspielartig inzeniert: so spielt sich fast alles in den Mauern der Anwaltskanzlei ab, die zudem mehr einem Studio gleicht und von der Ausleuchtung her einem Dungeon nicht sehr unähnlich scheint.

    Leider zieht sich der Film ein wenig, so lässt sich Shainberg viel Zeit, seine Charaktere einzuführen und sich mit ihrem Innenleben zu arrangieren. Man hätte sich eine etwas kompaktere Inszenierung gewünscht.

    Zudem fragt man sich, warum der zweifellos talentierte Jungdarsteller Jeremy Davies als Lee's Freund hier seine bravouröse Solaris-Performance meint kopieren zu müssen. Das sieht zwar auch hier wirklich nett aus, aber reduziert ihn auf wenige Manierismen. Dass sein Spektrum größer ist hat er doch mit Saving Private Ryan einst bewiesen. Hoffen wir, dass er sich in seinem nächsten Film etwas mutiger gibt.

    Mutig ist auch Stichwort oder gar das Motto für Secretary. Einen derartigen Film hätte man sich aus Hollywood eigentlich gar nicht vorstellen können. Umso überraschter ist man, ob der konsequenten Inszenierung des Films, der mit einer hiesigen 18er Freigabe allerdings völlig falsch eingestuft wurde. Denn Secretary ist alles andere als Voyeurismus, es ist eine ernsthafte Studie einer ungewöhnlichen Liebe, gewürzt mit einer Prise Humor und einem furios aufspielendem Leinwandpaar.

    Sehenswert!

    7.5/ 10
    Geändert von Howie Munson (03.10.03 um 14:25:08 Uhr)

  17. #16
    automatix
    Gast
    gestern angeschaut (und für sehr gut befunden)

    was mich aber noch interessieren würde:
    lief der im o-ton im kino oder in der synchro (gibts überhaupt eine?)

    denn ich denke, daß der film in einer synchro gigantisch viel verlieren würde.....

  18. #17
    Stuntman
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    Ja, lief bei uns synchronisiert, die ich allerdings für sehr gelunegn befinden würde, v. a. Gyllenhaals Stimme war sehr passend gewählt (kenn ihre Stimme ja auch im Original)

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