Rick Deckard (Harrison Ford) ist ein einsamer, desillusionierter Polizist, der sich im Los Angeles des Jahres 2019 auf die Jagd nach sogenannten Replikanten spezialisiert hat. Falls diese künstlichen Menschen, die in entfernten Kolonien als Sklavenarbeiter eingesetzt werden, zur Erde zurückkehren, muss Deckard sie aufspüren und eliminieren. Den miesen Job hat er eigentlich quittiert, doch sein Ex-Vorgesetzter Bryant (M. Emmet Walsh) zwingt ihn zu einem letzten Auftrag.
Deckard soll eine vierköpfige Gruppe neuartiger Replikanten unschädlich machen, die ihren menschlichen Vorbildern in jeder Hinsicht gleichen. Sie sind nach Los Angeles gekommen, weil sie ihre genetisch auf vier Jahre begrenzte Lebensdauer verlängern wollen. Um mehr über die neue Generation vom Typ "Nexus 6" herauszufinden, sucht Deckard deren Schöpfer auf, den mächtigen Firmenchef Dr. Eldon Tyrell (Joseph Turkel). Tyrell macht ihn mit seiner Sekretärin Rachael (Sean Young) bekannt, die sich in einem komplexen Testverfahren als Replikantin erweist - von ihrer Identität aber nichts zu ahnen scheint. Als Deckard von einem der Replikanten in einen Hinterhalt gelockt wird, rettet ausgerechnet Rachael ihm das Leben. Obwohl sie nach ihrer Flucht aus der Tyrell-Company eigentlich Teil seines Jobs ist, versteckt Deckard Rachael in seiner Wohnung.
WERBUNG
| BILD
Vorlage:
Kompression:
Bildformat:
Widescreen (2.40:1 - anamorph)
Bemerkungen:
„Blade Runner“ wurde 1981/82 auf 70-mm-Film gedreht, was eine gute Bildqualität verspricht. Die Macher bezeichnen den Film als „den letzten analogen SciFi-Film“ und wollen damit zum Ausdruck bringen, dass keinerlei Computergrafik verwendet wurde, sondern das zukünftige Los Angeles mit Sets und Modellen aufgebaut wurde. Für die Trickaufnahmen wurde der Film bis zu 15 mal in der Kamera zurückgedreht und erneut belichtet.
Jetzt hat dieses Kultwerk eine digitale Restaurierung erfahren und wurde auf HDDVD und Blu-ray Disc veröffentlicht. (Wobei sich die beiden Version kaum unterscheiden dürften.) Schon beim Vorspann leuchten die Augen des Zuschauers, denn der Bildstand ist völlig ruhig und selbst rote Schrift einigermaßen scharf. Rauschen und Defekte wurden fast vollständig eliminiert. Die Trickaufnahmen des futuristischen Los Angeles sind eine Augenweide, hat man sie doch (außer vielleicht damals im Kino) nie in ihrer vollen Detailpracht gesehen. Am Gebäude des Replikantenherstellers kann man jedes Fenster scharf erkennen – hier wurde allerdings im Rahmen der Restaurierung nachgeholfen.
Dies wird auch deutlich, wenn man sich die normalen Set-Aufnahmen aussieht, die merklich weniger scharf und schlechter detailliert sind. Lediglich gut ausgeleuchtete Nahaufnahmen von Gesichtern stechen eine konventionelle DVD locker aus. Die Aufnahmen in den Straßenschluchten und in den Gebäuden sind immer nur mäßig beleuchtet und haben daher keine Chance, eine erstklassische Auflösung zu zeigen. Außerdem trübt Smog alle „Außenaufnahmen“, wodurch auch keine nennenswerte Tiefenschärfe entstehen kann. Die farbliche Komposition sieht so aus, dass fast alle Einstellungen in blaues oder bräunliches Licht getaucht und dann, z.B. durch Neon-Reklame, ein paar auffällige High-Lights gesetzt sind. Obwohl der Film komplett bei Nacht spielt, ist er ein Beispiel dafür, dass auch alte Filme in dunklen Einstellungen Details präsentieren können.
Die Kompression mit Microsofts VC-1 hinterlässt einen durchweg guten Eindruck.
| TON
Qualität:
Surround-Mix:
Tonformat:
Dolby Digital 5.1 in Deutsch
Dolby Digital 5.1 in Englisch
Dolby Digital 5.1 in Spanisch
Dolby Digital 5.1 in Italienisch
Dolby Digital 5.1 in Französisch
Bemerkungen:
Die Dynamik des Soundtracks ist ordentlich und vollständig heimkino-tauglich. Besonders der eindrucksvolle Score von Vangelis füllt den Raum über alle Lautsprecher voll aus. Allerdings vernimmt man bei angehobener Lautstärke neben den feinen Höhen auch eine ordentliche Portion Rauschen. Die Filmmusik hat auch für den Subwoofer etwas zu bieten.
Einige Stellen wurden mit modernen Surround-Effekten ausgestattet, so dass auch mal ein Flugauto von hinten angedüst kommt. Umgebungsgeräusche sind auf akzeptablen Niveau vorhanden. Die Stimmen sind meist gut zu verstehen, teilweise aber auch verrauscht – also ganz offensichtlich direkt am Set aufgenommen.
| AUSSTATTUNG
Wertung:
Untertitel:
Deutsch,
Englisch,
Deutsch für Hörgeschädigte,
Englisch für Hörgeschädigte,
Französisch,
Spanisch,
Niederländisch,
Dänisch,
Schwedisch,
Finnisch,
Norwegisch,
Italienisch,
Portugiesisch
Medientyp:
BD 50
Verpackung:
Blu-Ray Amaray
Bonus-Material:
- 3 Audiokommentare von Filmschaffenden zum neuen "Final Cut", darunter auch ein Audiokommentar von Ridley Scott
- "Dangerous Days - Making-of Blade Runner": Die Ultimative Dokumentation über die Dreharbeiten des Films, die aus über 80 neuen Interviews mit den Darstellern, Teammitgliedern und Kollegen sowie vielen Stunden noch nie veröffentlichter, nicht verwendeter Szenen und Aufnahmen vom Dreh zusammengestellt wurde
- Einleitung von Regisseur Ridley Scott
Bemerkungen:
Auf der Film-BD befinden sich drei konventionelle Audiokommentare. Das Menü ist einfach, aber übersichtlich gestaltet. Das andere Extra ist ein 3 1/2 stündiges „Making of“, das auf einer extra DVD mitgeliefert wird. Entsprechend ist es natürlich nur in SD (Standard Definition) vorhanden. Es wurde später, also nicht 1982, produziert.
|GESAMTURTEIL
Wertung:
Bemerkungen:
Auf wenn die hohen Qualitätserwartungen an diesen 70-mm-Klassiker nicht vollständig erfüllt werden konnten, so ist die vorliegende Fassung trotzdem ein sehr großer Schritt über jede DVD hinaus und muss daher zum Kauf empfohlen werden. Für Fans führt vermutlich kein Weg an einer der beiden HD-Scheiben vorbei.
| TESTGERÄTE
DVD-Spieler:
Toshiba HD-XE1, Sony Playstation 3
Verstärker:
Yamaha RX-V1800
Fernseher:
Sony VPL-VW50 Pearl
Dieses Review wurde am 11. Februar 2008 von Matthias Zepf geschrieben.