„Ich bin unter außergewöhnlichen Umständen geboren.“ So beginnt „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, die Filmfassung einer Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald aus den 1920er-Jahren: Ein Mann kommt als über 80-jähriger Greis auf die Welt und wird immer jünger – ein Mann wie du und ich: Auch er kann die Zeit nicht anhalten. In New Orleans werden wir Zeugen seiner Lebensgeschichte, vom Ende des Ersten Weltkriegs 1918 bis ins 21. Jahrhundert… einer Lebensgeschichte, wie sie ungewöhnlicher gar nicht sein könnte: das grandiose Schicksalspanorama eines wahrlich bemerkenswerten Mannes und der Menschen, denen er auf seinem Lebensweg begegnet: Er findet die Liebe und verliert sie wieder, er freut sich des Lebens und trauert um die Toten – vor allem aber lernt er, was wirklich von zeitloser Bedeutung ist.
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| BILD
Vorlage:
Kompression:
Bildformat:
Widescreen (2.40:1 - anamorph)
Bemerkungen:
Bereits die Logosequenz zeigt: Die Bildwiedergabe von Der seltsame Fall des Benjamin Button bewegt sich auf einem verdammt hohen Niveau! Schon in diesen wenigen Sekunden kann man eine Detailvielfalt erkennen, die man so selten zu sehen bekommt. Und dieses Niveau wird während des gesamten Films gehalten. Hervorragend ist die allzeit gestochene Schärfe, die sich stets auf Referenzniveau bewegt und dafür sorgt, dass kein Detail verloren geht. Störende Doppelkonturen oder gar Nachzieheffekte sucht man ebenso vergebens wie Schmutzpartikel oder andere ähnlich gelagerte Fehler (wenn man einmal von einzelnen Szenen absieht, denen absichtlich Schmutzpartikel und Kratzer zugefügt wurden). Der Wechsel zwischen den verschiedenen Stilmitteln wird ohne Probleme gemeistert und besticht durch Präzision und Anmut. Das gilt vor allem auch bei der Farbwiedergabe. Die Farben werden durchweg brillant wiedergegeben – auch dann, wenn stilistisch mittels Sepiafarbgebung in die Vergangenheit gereist wird oder Farben anderweitig verfremdet werden. Aber trotz der technischen Spielereien und Verfremdungen wirken die Farben natürlich, was eine bemerkenswerte Leistung ist. Der ausgewogene Kontrast überzeugt genauso wie der Schwarzwert während der gesamten Laufzeit. Selbst feine Details im Hintergrund werden jederzeit gut erkennbar wiedergegeben, ohne verwaschen zu wirken. Das Bild wirkt die ganze Zeit sehr plastisch. Dass präzise gearbeitet wurde, zeigt sich spätestens bei der Kompression: Störende Kompressionsfehler sucht man praktisch vergebens. Einem uneingeschränkten Genuss des Films steht rein bildtechnisch nichts im Weg.
| TON
Qualität:
Surround-Mix:
Tonformat:
Dolby Digital 5.1 in Deutsch
Dolby Digital 5.1 in Spanisch
Dolby Digital 5.1 in Italienisch
Dolby Digital 5.1 in Norwegisch
Dolby Digital 5.1 in Türkisch
Dolby Digital 5.1 in Portugiesisch
Dolby TrueHD 5.1 in Englisch
Bemerkungen:
Der Film ist eher dialoglastig und insofern sollte man sich rein tontechnisch nicht auf ein Effektspektakel versteifen, um Freude am Ton zu erlangen. Wichtiger ist in diesem speziellen Fall, dass die Abmischung (zumindest in der deutschen und englischen Sprachfassung) sehr gut gelungen ist. Das macht sich spätestens in den wenigen effektgeladenen Minuten bemerkbar. Die Dialoge sind jederzeit gut zu verstehen und klingen natürlich. Obwohl der Film seine Wirkung hauptsächlich aus den Dialogen erzielt, wirkt der Ton dennoch nie frontlastig. Das ist ein Verdienst der wunderbar eingesetzten Musik und der subtil und dennoch wirkungsvoll eingesetzten Umgebungsgeräusche. Einige direktionale Effekte gibt es auch zu hören und die fügen sich - wie nicht anders zu erwarten - stimmig in das Gesamtgefüge ein und lassen keine Wünsche offen. Fehler sucht man selbstverständlich vergebens. Alles in allem wurde hier saubere Arbeit abgeliefert, die durchaus Maßstäbe setzt, was dialogreiche, effektarme Filme angeht.
- Featurette
- Fotogalerie
- Kino-Trailer
- TV Spot
Bemerkungen:
Das Bonusmaterial ist äußerst umfangreich, vergisst darüber aber nicht den Informations- und Unterhaltungswert. Beides ist in gutem Maß gegeben. Zudem werden alle Extras hochauflösend wiedergegeben, was die Freude am Bonusmaterial noch erhöht. Auf der Hauptdisc findet man neben dem Film auch noch den von David Fincher eingesprochenen Audiokommentar, der bereits viele interessante und hörenswerte Informationen zum Film und dessen Entstehung liefert. Den Rest des Bonusmaterials findet man auf der zweiten Disc und es werden Informationen geboten, die man so nicht erwartet hätte. In den verschiedenen Beiträgen erfährt man nahezu alles über die Entstehung des Films und das Schöne an der ganzen Sache ist, dass auch auf die Schwierigkeiten eingegangen wird, die den Film bzw. dessen Produktion begleitet haben. In der ca. vierminütigen Einleitung von David Fincher erfährt man seine persönlichen Gründe, diesen Film zu drehen. In Entwicklung & Vorproduktion kommen hauptsächlich die Produzenten des Films zu Wort und man erfährt schon viel über die anfänglichen Schwierigkeiten. In Die Location-Scouts kann man eben jenen dabei zusehen, wie sie ihre Arbeit für den Film erledigen. Hinter Die Produktion verbirgt sich ein zweiteiliges, sehr ausführliches Making of, das einige schöne Szenen vom Dreh zeigt. Hier wird wirklich auf alle Facetten der Produktion eingegangen – wenn auch gemessen am Rest der Extras ein bisschen oberflächlich und werbelastig. Sehr interessant sind auch die verschiedenen Materialien zu den Effekten: So wird nicht nur auf die offensichtlichen Effekte hinsichtlich Brad Pitts eingegangen, sondern auch – und das ebenfalls ausführlich – auf die subtileren Effekte, die man im ersten Moment gar nicht wahrnimmt. Ebenso wird auf die Soundkulisse und die Musik eingegangen. Bilder von der Premiere sowie verschiedene Bildergalerien und kleinere Featurettes bilden den Abschluss des Bonusmaterials, das alle Aspekte der Produktion beleuchtet und gelungene Einblicke liefert.
|GESAMTURTEIL
Wertung:
Bemerkungen:
Der seltsame Fall des Benjamin Button wurde eine sehr empfehlenswerte Blu-ray-Veröffentlichung gegönnt. Neben dem praktisch fehlerfreien Bild und dem subtilen, aber dennoch toll umgesetzten Ton überzeugt auch das Bonusmaterial nicht nur durch seine schiere Masse (die zweifelsohne vorhanden ist), sondern auch durch seine Qualität. Einziger Wermutstropfen ist das fehlende Wendecover. Um das riesige das Cover verunstaltende FSK-Siegel zu umgehen, muss man in Deutschland wohl oder übel auf die Special Edition der Blu-ray zurückgreifen.
| TESTGERÄTE
DVD-Spieler:
Panasonic DMP BD-55
Verstärker:
Teufel Concept S Subwoofer + R
Fernseher:
Panasonic TH-50 PZ 800 E
Dieses Review wurde am 08. Juli 2009 von Nicola Egert geschrieben.