Ein Haus wird Stück für Stück auseinandergerissen. Eine Kuh wirbelt hilflos durch die Luft. Traktoren werden vom Himmel geschleudert. Ein 15.000 Pfund schwerer Tanklastzug entwickelt sich zur fliegenden Bombe. Mit 300 Meilen pro Stunde rast ein riesiger, alles vernichtender Tornado direkt auf Dich zu. Twister, der gewaltigste Sturm des Jahrhunderts hinterläßt ein Bild der Verwüstung. In diesem rasanten Hochspannungs-Thriller mit einzigartigen Special-Effects verfolgen die Wissenschaftler Jo (Helen Hunt) und Bill (Bill Paxton) den zerstörerischsten Wirbelsturm der letzten 50 Jahre durch das berüchtigte "Tornado Alley". Ihr Ziel elektronische Sensoren in das Zentrum des Orkans zu schleusen. Auf diese Weise hoffen sie, erstmals Meßwerte für ein zuverlässiges Frühwarn-System zu gewinnen. Doch dafür müssen sie sich selbst dem gigantischen Tornado in den Weg stellen. Eine tödliche Jagd beginnt ...
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| BILD
Vorlage:
Kompression:
Bildformat:
Widescreen (2.40:1 - anamorph)
Bemerkungen:
Wie "Jurassic Park" vor ihm und "Titanic" nach ihm gehört auch Twister zu den Filmen, die die visuellen Effekte revolutioniert und ihre weitere Entwicklung maßgeblich geprägt haben. Vor allem die Animation der zahlreichen von den Wirbelstürmen hochgeschleuderten Trümmern erwies sich als Herausforderung, die die Entwicklung einer komplett neuen Software nötig machte und bis dahin undenkbare Rechenleistungen forderte. Mögen die Visuellen Effekte für die damalige Zeit (immerhin ist der Film bereits 14 Jahre alt) bahnbrechend gewesen sein, beeindrucken können sie auch heute noch.
Das Bild wurde mit 24 Bildern pro Sekunde in VC - 1 encodiert. Im wirbelsturmgepeitschten Oklahoma dominieren fast durchgehend dunkle und schwierige Bilder, dementsprechend stellt der Film sehr hohe Ansprüche an die Kontrast- und Schwarzwertwiedergabe. Beide Werte allerdings sind auf sehr hohem Niveau. Der Kontrast ist sehr natürlich und linear gehalten. Es kommt weder zu Überstrahlungen in hellen Flächen noch gehen in den vielen dunklen Szenen Details im Schwarz unter. Feine Helligkeitsabstufungen werden sauber getrennt und klar und sauber wiedergegeben. Der knackige Schwarzwert tut sein übriges zur Sache und sorgt für ein gut strukturiertes Bild mit sehr guter Tiefenwirkung. Auch die Farben werden klar und natürlich wiedergegeben. Beeinflussungen durch Farbfilter waren zur damaligen Zeit noch nicht üblich, was im Vergleich zu vielen aktuellen Filmes eine regelrechte Wohltat darstellt.
Das Bild ist angenehm sauber. Weder Schmutz noch Dropouts fallen auf, bei einem Film dieses Alters leider durchaus nicht selbstverständlich. Auch Rauschen ist hier kein Thema, selbst die vielen dunklen Szenen weisen weder Rauschen noch zu intensives Filmkorn auf. Allerdings deutet das etwas zurückhaltend dargestellte Filmkorn und die leichten stehenden Rauschmuster leider auf den Einsatz eines leichten Rauschfilters hin, mit dem wohl das Filmkorn etwas geglättet werden sollte. Leider wurden dadurch auch feine Bilddetails etwas glattgebügelt.
Bildschärfe und Auflösung sind dagegen leider nur Mittelmaß. Immerhin ist die Kantenschärfe noch recht ordentlich, ohne dass man mit Schärfefiltern nachhelfen musste. So ist das Bild wenigstens frei von entsprechenden Artefakten wie Doppelkonturen. Allerdings erscheint das Bild durchgehend etwas weich, was wohl durchaus beabsichtigt sein dürfte, um das damals noch etwas zu geringe Auflösungsvermögen der visuellen Effekte zu kompensieren. Feine Details wie Blätter oder Getreidehalme werden so nicht immer sauber genug dargestellt. Auch Gesichtern fehlt etwas Feinzeichnung, Hautporen und Bartstoppeln werden gnädig kaschiert und nicht in voller Klarheit dargestellt. Ebenso wirken die Hintergründe flächig. Das Bild ist zwar, nicht zuletzt durch den sehr guten Kontrast und die schöne Farbdarstellung, sichtbar besser als das der DVD, die Auflösung selbst aber kann sich im Vergleich zu einer DVD nur leicht absetzen. So rutscht Twister im Vergleich mit einer sehr guten Blu-ray (wie etwa "Avatar") ins qualitative Mittelfeld ab. HD - Feeling stellt sich so nur gelegentlich ein. Dafür hält sich die Kompression trotz des schwierigen Bildmaterials recht wacker und fällt nur in wenigen Szenen mit einigen abgestuften Farbverläufen auf.
Auch wenn sich das Bild in Sachen Detailauflösung nur marginal von einer DVD absetzen kann, so bietet es doch durch den besseren Kontrast und die schöne Farbwiedergabe immer noch eine deutliche Steigerung zur DVD, so das sich ein Upgrade für Fans des Filmes durchaus lohnen dürfte.
| TON
Qualität:
Surround-Mix:
Tonformat:
DTS Digital 5.1 in Deutsch
DTS Digital 5.1 in Japanisch
DTS Digital 5.1 in Italienisch
DTS Digital 5.1 in Französisch
DTS Digital 5.1 in Spanisch
DTS HD Master Audio 5.1 in Englisch
Bemerkungen:
Wie bei Universal üblich, liegt leider nur die englische Tonspur verlustfrei komprimiert in DTS HD Master Audio vor, die deutsche Tonspur muss sich dagegen mit normalem DTS begnügen.
Aber auch die normale DTS Spur der deutschen Tonspur erfüllt ihren Zweck sehr gut. Die Dialoge werden klar wiedergegeben und sind ohne Fehler. Störungen wie Rauschen oder Verzerrungen treten nicht auf. Twister war lange Jahre einer der Vorzeigefilme für den exzessiven Einsatz von Surroundeffekten und kann in dieser Beziehung auch heute noch mithalten. Nur selten hatte man bis zur damaligen Zeit einen Film gesehen, der über einen derart gewaltigen Ton verfügte. Die Front ist sauber und detailreich abgemischt und bietet eine sehr gute Zuordnung der Geräusche zu den Bildern. Schon in den leisen Szenen kann die Raumabbildung überzeugen, Nebengeräusche und gelegentliche direktionale Effekte sorgen für eine sehr schöne Räumlichkeit. In den Actionszenen geht dann die Post gewaltig ab. In den Tornadoszenen hat man fast durchgehend den Eindruck, dass der Tornado direkt im eigenen Wohnzimmer tobt und muss sich immer wieder gegen das Gefühl wehren, sich in Deckung zu werfen. Die Räumlichkeit lässt hier nichts zu wünschen übrig. Lediglich eine etwas bessere Differenzierung der höheren Tone wäre wünschenswert gewesen, um dem Ton noch etwas mehr Lebendigkeit zu verleihen. Dafür bieten Bass und Dynamik keinen Anlass zur Kritik.
Die englische HD Tonspur kann sich mit einer etwas besseren Durchzeichnung im Hochtonbereich zwar etwas absetzen, für eine normale DTS Tonspur hält aber die deutsche Tonspur sehr ordentlich mit.
- Making Of
- Anatomie eines Tornados
- Jagd nach dem Sturm
- Technik der Natur: Tornados
- Musikvideo „Human Being“ von Van Halen
- Filmkommentar von Regisseur Jan de Bont und Stefen Fangmeier (visuelle Effekte)
- Meine Szenen
Bemerkungen:
Die Ausstattung ist recht umfangreich. Erfreulicherweise hat man nicht nur alle Extras der SE - DVD übernommen, sondern sogar eine weitere Dokumentation dazugepackt. Erwähnenswert ist zuerst der sehr informative Audiokommentar, wo der Regisseur und der Verantwortliche für die visuellen Effekte sehr ausführliche Hintergrundinformationen vermitteln und auch manche Anekdote von den Dreharbeiten zu besten geben. Dazu kommt ein 13 - minütiges Making of sowie 2 weitere, zusammen knapp 40 Minuten lange Dokumentationen über die Dreharbeiten, in denen Crew und Regisseur ausführlich zu Wort kommen. Eine 45 - minütige History Channel Dokumentationen über die echten Tornadojäger und die wissenschaftliche Erforschung von Tornados sowie ein Musikvideo und der Kinotrailer runden das Angebot ab. Das gesamte Bonusmaterial liegt zwar nur in SD - Auflösung vor, ist aber komplett deutsch untertitelt. Auch ein Wendecover steht zur Verfügung, der neueste Ausdruck deutschen Jugendschutzwahns, das sinnlos große FSK Logo auf der Frontseite, lässt sich also problemlos entsorgen.
|GESAMTURTEIL
Wertung:
Bemerkungen:
Der anspruchslose, aber sehr unterhaltsame Film macht einfach Spaß. Einfach das Hirn abschalten und genießen. Twister ist ein tyischer Popcorn - Event - Film, eine große Bilddiagonale und eine ordentliche Surroundanlage steigern den Spaß an diesem Film außerordentlich. Technisch kann die Blu-ray durchaus gefallen. Das Bild ist immer noch gut mit sehr gutem Kontrast und schöner Farbwiedergabe, zeigt aber im Bereich der Detailauflösung einige Mängel. So wirkt das Bild praktisch durchgehend sehr weich, was allerdings durchaus Absicht gewesen sein kann, um die damals noch recht groben und niedrig aufgelösten visuellen Effekte zu kaschieren. Ton mäßig dagegen lässt der Film nichts abbrennen. Speziell was die Surround - Effekte betrifft kann der Ton auch heute noch überzeugen. Auch die Ausstattung ist für das Alter des Filmes in Ordnung. Wer sich an der etwas dünnen Handlung nicht stört, bekommt hier ein unterhaltsames Spektakel geboten, bei dem man einfach mal richtig abschalten kann. Technisch ist die Blu-ray ebenfalls ok, für Fans des Filmes daher durchaus ein Kauftipp.
| TESTGERÄTE
DVD-Spieler:
Panasonic DMP-BD55 (über HDMI)
Verstärker:
Yamaha RX-V 2065
Fernseher:
Philips 52 PFL 9632
Dieses Review wurde am 21. Juni 2010 von Mario Remler geschrieben.