Als im Jahre 1997 die Tarantino-Initialzündung von „Pulp Fiction“ langsam ihre Wucht verlor, trat ein kleiner Independent Film auf den Plan, der die Filmszene mit einem Schlag aufrüttelte. „A Gun for Jennifer“ war „talk of the town“ nicht nur der Underground Szene. Die Entstehungsgeschichte und die vehemente Verbindung aus ultrahartem Feminismus mit wildester B-Movie-Ästhetik und expliziter Gewalt beeindruckte und verstörte zugleich. „A Gun for Jennifer“ ist kein Psychogramm, sondern mitreißende Action – direkt, energiegeladen und physisch – und in seiner feministischen Thematik absolut kompromisslos. Es geht den Vergewaltigern ans Leder und der Einstieg mit einer Kastration ist kein Ausrutscher, sondern das erklärte Programm einer Frauengang. Allison, die nach jahrelangem Missbrauch ihren Mann im Affekt erstochen hat, flüchtet nach New York und gerät nach anfänglicher Aversion in den Bann dieser Gang, deren Rachefeldzüge immer größenwahnsinniger werden.