Wenn eine adelige Frau unter Stand heiratet, also sagen wir, einen Friseur ehelicht, dann ist sie nicht nur ihren Titel los, sondern auch ihren guten Namen und ihren adeligen Bekanntenkreis. Wenn ein adeliger Mann dasselbe macht, ist alles anders. Die Friseurin wird zur Frau mit Titel und alles ist in Butter. Zugegeben: Das klingt wie ein Luxusproblem. Der Dokumentarfilm von Julia von Heinz aber ist viel mehr, als ein augenzwinkernder Blick auf adelige Singlefrauen, die ihren Prinzen suchen. Einfühlsam schwingt sie sich in die Leben ihrer drei Protagonistinnen ein. Sie fächert deren Gefühlswelten auf, zeichnet drei eindringliche menschliche Portraits und stimmt gleichzeitig einen Abgesang auf eine aussterbende Parallelgesellschaft an. Eine mitreißende Geschichte über bizarre, längst überwunden geglaubte Relikte wie das „Mannesstammprinzip“, die Sehnsucht nach Liebe, die Emanzipation vom eigenen Elternhaus und die Suche nach dem Weg in die Moderne.