Samstag | 26. Mai 2012 | 21:06 Uhr
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      • Dolby Digital auf DVD
      • Es ist ein Irrglaube, daß Dolby Digital gleich 5.1 Multi-Kanal-Surround-Sound heißt. Von Dolby selbst wird vorgeschlagen auf z.B. DVD-Hüllen die Art und Anzahl der Tonkanäle wie folgt zu kennzeichnen:



        Gekennzeichnet werden kann dies auch durch die Angabe X/Y.Z, wobei X die Anzahl der Front, Y die der Rear- und Z die der LFE Kanäle ist. Damit ergibt sich ein ganzer "Zoo" folgender möglicher (sinnvoller) Dolby Digital Arten:

        Exakt Sprachgeb. Beschrebung
        1.0 1.0 Mono
        1.1 1.1 Mono mit LFE/Subwooferkanal
        2.0 2.0 Stereo (Möglicherweise mit Dolby-Surround-Signal)
        2.1 2.1 Stereo mit LFE/Subwooferkanal
        2/1.0 3.0 Dolby Surround ohne Center
        2/1.0 3.0 dito mit LFE/Subwooferkanal
        2/2.0 4.0 Eine Art Quadrophonie
        2/2.1 4.1 Dito mit LFE/Subwooferkanal
        3/1.0 4.0 Dolby Surround ohne Center
        3/1.1 4.1 dito mit LFE/Subwooferkanal
        3/2.1 5.1 Das was als 5.1 bekannt ist
        3/2.1 5.1 dito ohne LFE/Subwooferkanal


        Besonders ältere Filmklassiker erscheinen oft in den unterschiedlichsten Dolby Digital Arten. Aber selbst, wenn sich ein Film mit einer 5.1 Tonspur auf der DVD befindet, bedeutet dies noch nicht, das tatsächlich die Möglichkeiten von fünf/sechs Tonspuren verwendet werden. Manchmal versuchen Studios aus alten Vorlagen, die nur Doby Surround oder gar Stereo sind, einen 5.1 Ton "herauszukitzeln", z.B. durch hinzufügen von Hall und anderen technischen Maßnahmen. Dies führt jedoch nicht zu dem Klangerlebnis, das man sich unter 5.1 Ton vorstellt. Es gibt allerdings auch positive Beispiele, bei denen Studios den ganzen Film neu vertonen und neue Soundeffekte hinzufügen.
      • Dolby Digital und Surround/Stereo-Dekoder
      • Jeder DVD-Player ist in der Lage aus dem 5.1 Signal von Dolby Digital ein Dolby Surround codiertes Signal zu erzeugen. Die Vorteile von Dolby Digital gehen dabei verloren und man erhält einen normalen Dolby Surround Ton. Die vorhandene Anlage kann damit aber problemlos genutzt werden.

        Liegt auf der DVD die Tonspur als 5.1 und als 2.0 vor, so gilt allgemein, daß sich letztere besser zur Wiedergabe auf einer Dolby Surround-Anlage eignet, da sie speziell für Dolby Surround abgemischt ist und nicht (nur notgedrungen) aus dem 5.1 Signal "berechnet" wurde. Es gibt einige Dekoder, die ein "Virtual Surround"- Sound erzeugen, der auch bei nur zwei Lautsprechern ein akustisches Raumgefühl vermitteln soll. Diese Möglichkeit kann natürlich nicht an "echtes" Surround mit mehreren Lautsprechern heranreichen.
      • Vergleich: Dolby Digital, DTS und SDDS
      • Der große Vorteil von DTS (Digital Theater System) und SDDS (Sony Dynamic Digital Sound) gegenüber Dolby Digital ist die geringere Kompression, die es möglich macht, weitgehend auf die angesprochenen Komprimierungstricks zu verzichten.

        Doch erst einmal die Fakten:

          Dolby Digital DTS SDDS
        Datenrate DVD (üblich) 384 KBit/s 1,576 MBit/s -
        Datenrate Kino (alle Kanäle) 320 KBit/s 1,44 Mbit/s 1,411 MBit/s
        Anzahl Frontkanäle 3 3 5
        Anzahl Rearkanäle 2 2 2
        Anzahl LFE-Kanäle 1 1 1
        Frequenzgang Front 20Hz-20kHz 20Hz-20kHz 20Hz-20kHz
        Dynamik Front 92dB 90dB 90dB
        Frequenzgang Rear 20Hz-20kHz 80Hz-20kHz 20Hz-20KHz
        Dynamik Rear 92dB 96dB 90dB
        Frequenzgang LFE 20Hz-120Hz 20Hz-80Hz ?
        Dynamik LFE ? ? ?


        Verschiedene Tonformate bringen natürlich einen Glaubenskrieg mit sich. So gibt es unzählige Meinungen, ob Dolby Digital oder DTS besser klingt. Letztendlich bleibt die Entscheidung für das favorisierte Tonformat dem subjektivem Geschmack überlassen.

        Zwar ist es prinzipiell vorgesehen, dass auch SDDS Ton auf der DVD eingesetzt werden kann, uns sind aber noch keine diesbezüglichen Veröffentlichungen bekannt. Es sind auch noch keine Verstärker/Receiver mit einem SDDS-Dekoder im Handel erhältlich.

        Der Schritt Dolby Surround -> Dolby Digital ist sehr groß, der Schritt Dolby Digital -> DTS wenn überhaupt nur mit einer "High-End"-Anlage hörbar. Ein direkter Vergleich von DVDs mit Dolby Digital und DTS ergibt in der Fachpresse nur minimalste Unterschiede, die auch nur im direkten A/B Vergleich hörbar sind.

        Der klare Nachteil von DTS liegt in der größeren Datenmenge, so daß nicht mehr die Vielfalt an Tonspuren und Zusatzmaterial auf die DVD paßt. Allerdings sind die meisten Verstärker/Receiver mittlerweile mit DTS-Dekodern ausgestattet.

        Ursprünglich war MPEG 2 für den Ton in Europa vorgesehen, doch aus technischen Gründen und dem Widerstand vieler Dolby Digital-Fans ist MPEG 2 kein Thema mehr bei DVD.
      • Dolby Digital und THX
      • THX ist die Abkürzung für Tomlinson Holman's Experience, oder auch Tomlinson Holman's Experiment. Tomlinson Holman war der Soundingenieur von Star Wars und ist auch heute noch ein enger Mitarbeiter von George Lucas. THX war ursprünglich dazu gedacht, den Ton in den Kinos zu verbessern, indem bestimmte "THX Standards" festgelegt wurden, die die Geräte mit diesem "Siegel" erfüllen müssen. Inzwischen ist THX auch ein Begriff im Heimkinobereich.

        THX ist also KEIN Tonsystem, sondern "nur" ein Art Gütesiegel für Systeme, die besonderen Anforderen genügen, damit (im Idealfall) derjenige mit einer THX-Anlage den Sound so hört, wie es vom Toningenieur gedacht war. Es gibt THX für Dolby Prologic (THX 4.0), für Dolby Digital und DTS (THX 5.1). THX versucht bei Dolby Surroud mit Tricks durch "Dekorrelation" der hinteren Kanäle den diffusen Eindruck zu verstärken, dass beide Surroundlautsprecher ein unterschiedliches Signal wiedergeben würden.

        Außerdem gibt es bei THX Verstärkern noch einen "Re-Equalizer" genannten Filter, dieser nimmt eine Absenkung des Hochtonanteils vor, der im Kino durch die vielen Leute und die großen Distanzen gedämpft und deshalb von den Toningenieuren angehoben wird. "Timbre-Matching" in den THX Verstärkern versucht die tonale Balance zwischen Haupt und Surroundlautsprechern anzupassen, um die Homogenität des Klangs zu verbessern.

        THX ist auch ein Gütesiegel für "Software" also Filme, deren Mastering bestimmten Kriterien unterliegen. Daß das nicht immer ein "perfektes" Ergebnis garantiert zeigen viele Veröffentlichungen, die trotzt THX-Siegel viele Fehler aufweisen. Wenn kein THX-Schild die Anlage ziert, heißt das noch nicht, daß sie schlecht ist, sondern der Hersteller hat sich vielleicht nur die teuren Lizensierungskosten gespart.
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