| Samstag | 11. Februar 2012 | 11:55 Uhr | |
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| Shah Rukh Khan und Maria Schrader bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Love international" |
Heute lief ein ganz heißer Kandidat im Wettbewerb um den Goldenen Bären. In "Elegy" geht es um einen berühmten Literaturprofessor David Kepesh (Sir Ben Kingsley), der sich das erste Mal im Leben richtig verliebt. Ausgerechnet in die gut 30 Jahre jüngere Consuela (Penélope Cruz), die die Beziehung beendet, als sie merkt, dass er sich nicht fest binden will. Als sie Jahre später unerwartet in sein Leben zurückkehrt, bittet sie ihn um einen Gefallen.
Wer Penélope Cruz nackt sehen möchte, hat in "Elegy" ausgiebig Gelegenheit dazu. Durch das sehr intime und intensive Zusammenspiel von Kingsley und Cruz bekommt man einen voyeuristischen Einblick in die Gefühlswelt von David und Consuela. Auch Kingsley und Dennis Hopper, der als Kepeshs bester Freund eine Nebenrolle spielt, haben unheimlich starke Szenen zusammen.
Penélope Cruz und Ben Kingsley sagten in der Pressekonferenz übereinstimmend, dass sie das der Regisseurin Isabel Coixet zu verdanken hätten, die eine unheimlich vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen habe. Croixet nahm die Komplimente der berühmten Künstlerkollegen locker und übersetzte Cruz' spanischen Austausch mit einer Journalistin aus ihrem Heimatland mit "Sie hat gesagt, 'Ich bin ein verdammtes Genie!'" Als die spanischen Fragen an Penélope Cruz nicht abrissen, übersetzte sie für die Journalisten ohne Kopfhörer für Simultanübersetzungen: "Jetzt hat sie gesagt, dass er ein verdammtes Genie ist!" und nachdem auch sie eine Frage auf Spanisch beantworten musste schloss sich der Kreis: "Ich habe nicht gesagt, dass ich ein verdammtes Genie bin!"
Das erste verdammte Genie Cruz, wollte unbedingt die Consuela spielen. '"Ich war von dem Buch geradezu besessen!" Damit bezog sie sich auf den Roman "Das sterbende Tier" von Philip Roth. Das Drehbuch zu "Elegy" stammt übrigens von Nicholas Meyer, der bei "Star Trek: Der Zorn des Khan" und "Star Trek: Das unentdeckt Land" für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnete und ebenfalls das Script für "Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart" schrieb. Er adaptierte bereits den Philip Roth Roman "Der menschliche Makel" für die Verfilmung von 2003 mit Anthony Hopkins und Nicole Kidman. Erwähnenswert für die von Festivalleiter Dieter Kosslick ausgerufenen musikalische Berlinale: In einer Nebenrolle ist Debby Harry als Amy O'Hearn zu sehen – allerdings ohne die markante Blondie-Mähne.
"Fireflies in the garden" mit Ryan Reynolds, Willem Dafoe und Hayden Panettiere lief außer Konkurrenz im Wettbewerb. Das war auch besser so, denn leider wurden die guten Ansätze und Geschichtsschnipsel im Schnitt regelrecht zerstückelt. Die Glühwürmchen zündeten leider nicht: Es wurden viele Details weggelassen, die erklärt hätten, wie die Figuren zueinander stehen und infolgedessen auf bestimmte Weise handelten. Schade – der Film hätte wirklich gut werden können. Möglicherweise lag es daran, dass es das Erstlingswerk von Regisseur Dennis Lee war. Der versuchte sich in der Pressekonferenz damit heraus zu reden, dass der Zuschauer das gar nicht alles wissen müsse. "Heroes"-Cheerleaderin Hayden Panettiere stand ihm bei, dass man den Zuschauern die Informationen vorenthalten hätte, die den Darstellern für die Gestaltung ihrer Figuren aber vorgelegen hätte. Auf ihre Rolle in "Heroes" angesprochen, schob sie ihre Beliebtheit auf das Cheerleader-Outfit. "Niemand erwartet ernsthaft so einen Erfolg. Das hat mein ganzes Leben umgekrempelt – davon kann man eigentlich nur träumen.", sagte sie.
Weiter geträumt haben auch die Shah Rukh Khan Fans. Ihr Idol war zu Gast auf einer Paneldiskussion im Berlinale Talentcampus zum Thema "Love International". Die Schauspielerinnen Maria Schrader aus Deutschland und Kate Nutall-Henshaw aus Nigeria teilten das Podium mit dem King of Bollywood. Seine Anwesenheit stellte das Sicherheits- und Organisationsteam abermals auf eine harte Probe, denn vor dem Veranstaltungsort säumte wieder eine riesige Menge hauptsächlich weiblicher Fans die Straße. "Damit hatten wir nicht gerechnet.", so eine Mitarbeiterin des Talentcampus. Die Fans hatten wegen der anstehenden Veranstaltung die Organisation geradezu mit E-Mails und Anrufen bombardiert. Die Anfragen reichten von der normalen Eintrittskarte bis zur Bitte, einen künstlerischen Beitrag leisten zu dürfen. Da konnte man den Veranstaltern frei nach dem neuesten Werk von King Khan "Om Shanti Om" nur ein meditatives" Ommm" wünschen.
| Verfasst am 11.02.2008 um 18:00:00 Uhr von Future Image | ![]() |
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