| Samstag | 26. Mai 2012 | 19:49 Uhr | |
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| Berlinale Direktor Dieter Kosslick mit Regisseur Francesco Rosi |
Dieses Thema ist dünn gesät und reicht vom skurrilen Gayporno-Zombiefilmmix wie "Otto; or, up with dead people" bis zu echt coolen Filmen, wie "Sleep dealer" (siehe Berlinale: Tag 6). Im Kinderfestival Generation 14+ lief gestern "BenX", eine belgisch-niederländische Produktion von Nic Balthazar. Ben (Greg Timmernmans) leidet an einer milden Ausprägung von Autismus und nimmt seine Umgebung anders wahr. Er ist sehr intelligent, kann aber seine Gefühle nicht zeigen und spricht kaum. Seine Mitschüler drangsalieren ihn, weil er sich nicht zur Wehr setzen kann. Einzig in der Welt des Computerspiels "Archlord" ist er als BenX ein anerkannter Meister und führt in der Cyberwelt ein Ersatzleben, das mit seiner Realität zunehmend verschmilzt. Die Realität bewertet er nach Maßstäben aus dem Spiel und ähnlich wie bei Terminator sieht man immer wieder Infopanel eingeblendet, aus denen er Handlungen auswählt.
Er führt mit seiner Spielgefährtin Scarlite eine fast reale Beziehung. Als die Schikanierungen durch seine Klassenkameraden unerträglich werden, fasst Ben einen radikalen Entschluss.
"BenX" ist vor allem wegen der eingebauten Sequenzen und Einblendungen aus "Archlord", einem real existierenden Spiel, sehenswert. Die Macher sagten in einer Frage-Antwortsession nach dem Film, dass sie mit Codemaster zusammengearbeitet haben und sogar einen eigenen Location-Scout für die Spielsszenen in die virtuelle Welt geschickt haben. Weiterhin werden immer wieder pseudo-dokumentarische Interviews mit den Protagonisten eingespielt, um die Spannung zu steigern.
Durch Mundpropaganda entwickelte sich der Film letztes Jahr in Belgien zum Geheimtipp, bis er die Kinocharts anführte. Man darf allerdings nicht vergessen, dass es sich um einen Film für Jugendliche handelt, in dem das Hauptthema Gewalt unter Jugendlichen ist. Deshalb ist der Film teilweise vorhersehbar und kein reiner Science Fiction oder Fantasyfilm. Er läuft in Deutschland im Mai an.
Ein anderes, schlechtes Beispiel für SciFi auf der Berlinale ist "3 Dias – Before the fall". Regisseur und Drehbuchautor Javier Gutiérrez quält uns mit einem Szenario aus Spanien, das grob gesagt so passieren könnte, wenn Bruce Willis bei "Armageddon" versagt. Hätte gut werden können, ist es aber nicht. Die Hauptfigur Ale (Victor Clavijo) ist so unsympathisch, dass der Killer wie ein Kuschelbär wirkt. Ich habe mir nur noch gewünscht, dass der Meteorit endlich diesem Film und seinen Charakteren ein Ende setzt. Warum Antonio Banderas den Film produziert hat, keine Ahnung – vielleicht brauchte er Abschreibungen fürs Finanzamt…
| Verfasst am 15.02.2008 um 09:00:00 Uhr von Future Image | ![]() |
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