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  • Berlinale-Tagebuch: Pippa Lees Privatleben wird interessant

  • Keanu Reeves auf der Berlinale Presekonferenz (c) Future Image
    Keanu Reeves auf der Berlinale Presekonferenz (c) Future Image

    Der Film "The Lives of Pippa Lee“ läuft auf der Berlinale außer Konkurrenz und glänzt neben der hochkarätigen Besetzung mit Regisseurin Rebecca Miller. Die Tochter des berühmten Schriftstellers Arthur Miller steht ihrem Vater in nichts nach. Sie zeichnet in ihrem Film das Leben von Pippa Lee (Robin Wright Penn) an der Seite ihres Ehemannes Herb, einem viel älteren, berühmten Verleger (Alan Arkin) nach. Sie scheint ein Leben aus dem Bilderbuch zu führen und wird für ihre Häuslichkeit gerühmt, hat aber eine wilde Vergangenheit. Erst als ihr Mann sie betrügt und sie den jüngeren Chris (Keanu Reeves) kennen lernt, lässt sie Stück für Stück die Maske der Perfektion fallen und bricht am Ende aus der bürgerlichen Enge aus.

    Miller bedient sich vieler Rückblenden um die Kindheit von Pippa zu beleuchten. Als junge Frau wird sie von Jungstar Blake Lively gespielt, die als wildes Partygirl auf der Suche nach einem Zuhause eine ausgezeichnete Figur macht. Mit dabei außerdem Maria Bello als Pippas manisch depressive Mutter, Julianne Moore als lesbische Fotografin, Monica Belluci als Exfrau des Verlegers und Winona Ryder als seine neueste Affäre Sandy. „Ich denke, dass Chris sie mit seiner Ehrlichkeit angesteckt hat“, sagte die Regisseurin und bezieht sich darauf, dass Pippa festgestellt hat, dass Chris nicht lügen kann. Keanu Reeves als Chris hat eine kleine, aber bedeutende Rolle. Pippa-Darstellerin Robin Wright Penn bezeichnete die Figur Chris als „Pippas Jesus“. „Er ist der einzige, der Pippa zuhört“, sagte die Schauspielerin. Und richtig – er hilft Pippa auf den richtigen Weg. Trotzdem bleibt er schauspielerisch blass und mit seinem ohnehin begrenzten Minenspiel weit hinter seinen Kolleginnen zurück. Die persönliche Ausstrahlung des Matrix-Stars ist weitaus größer. Nach dem Geheimnis guter Schauspielerei gefragt scherzt er „Zucker! Entschuldigung ich mache hier nur Quatsch“, und lacht sympathisch.

    Trotzdem hat der Schauspieler eine enorme Zugkraft. Blieb in den letzten Tagen der Presseeingang und der rote Teppich nur von einer kleineren Schar Autogrammjägern belagert, reichte der heutige Auflauf – Reeves sei Dank – fast an Kate Winslets Besuch bei der Berlinale am Donnerstag heran.


    Ben Foster und Woody Harrelson in "The Messenger"

    Der Wettbewerbsfilm „The Messenger“ von Regisseur Oren Moverman beschäftigt sich mit einem bisher weitgehend unbekannten Thema, das in den USA allerdings fast an der Tagesordnung ist. Soldat Will (Ben Foster) wird im Irak-Krieg verwundet und bekommt für die letzten drei Monate seiner Dienstzeit den schlimmsten Job der Army. Zusammen mit Seinem Kollegen Stone (Woody Harrelson) überbringt er nach einer fest vorgeschriebenen Prozedur den nächsten Verwandten Todesnachrichten. Zuerst hat Will mit dem strikten Protokoll seine Schwierigkeiten, akzeptiert dann langsam seine Aufgabe. Obwohl beide Männer zunächst nichts gemeinsam haben, werden sie doch Freunde. Der Film wirkt eher auf eine subtile Art und Weise und zeigt, wie beide Männer durch die Zusammenarbeit wieder ins Leben zurückfinden.

    Regisseur Moverman und seine beiden Hauptdarsteller haben sich gründlich auf den Film vorbereitet. In der Pressekonferenz berichtete Moverman, dass sie in einem Kriegsversehrten-Hospital gewesen sind und dort mit den Verwundeten zu sprechen. Außerdem arbeitete Moverman mit der Army zusammen und sprach mit denjenigen, die diesen Job machen. Hauptdarsteller Ben Foster ging sogar noch etwas weiter. Seine Darstellung sei von einem 19-jährigen Soldaten inspiriert, der im Irak ein Bein verloren hat und mit dem er lange Gespräche geführt hat. Er zeigte sich beeindruckt von der Kameradschaft der Soldaten.

    Eine ähnliche Kameradschaft scheint zwischen ihm und Harrelson entstanden zu sein, obwohl sich beide vorher nicht kannten. Beide scherzen die ganze Zeit miteinander und spielen sich die Bälle zu. „Er ist so etwas wie ein kleiner Bruder geworden. Für ihn (Ben) würde ich mir eine Kugel fangen“, sagte Harrelson. Sein Kollege nickt beeindruckt und sagt noch im militärischen Slang: „Ist notiert.“ Dann allerdings lobt er zum mindestens fünften Mal, was für einen tollen Hintern Harrelson doch habe. Lob unter wahren Männern...

Verfasst am 10.02.2009 um 09:00:00 Uhr von Future Image RSS Logo Facebook Logo

 
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      Er lächelt zwar selten, aber er kann es. Keanu Reeves bei der Pressekonferenz zu "The Private Lives of Pippa Lee" (c) Future Image

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