Nach US-amerikanischen Medienberichten zufolge, scheint das endgültige Aus der traditionsreichen Verleih- und Produktionsfirma Miramax Films bevor zustehen. Als Besitzer werden die Disney Studios in New York und Los Angeles die Büros und Studios schließen und somit 80 Mitarbeiter kündigen. Damit endet eine traditionsreiche und feste Größe im US-Filmgeschäft.
Im Jahr 1979 wurde Miramax Films von den Brüdern Harvey Weinstein und Bob Weinstein gegründet. Als Verleihfirma brachte Miramax fremdsprachige und sogenannte Independent ins Kino, die für andere Verleihfirma als kommerziell unattraktiv galten. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Der Film "Sex, Lügen und Video" wurde mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet, Filme wie "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" (1989), "Reservoir Dogs" (1992), "Pulp Fiction" (1994), "Good Will Hunting" (1997), "Der englische Patient" (1996), "Das Leben ist schön" (1997) und "Master & Commander" (2005) machten das Studio international bekannt. Es sollten insgesamt mehr als 500 Produktionen folgen.
1993 stieg Disney mit einer Tochterfirma bei Miramax Films ein, das zu diesem Zeitpunkt bereits zu den zehn erfolgreichsten Studios gehörte. Dennoch wurden zunehmend die wichtigsten Entscheidungen von dem neuen Partner Disney beschlossen, was letztlich zu einem Bruch mit den beiden Gründern führte. Im September 2005 verließen die Weinstein-Brüdern Miramax Films, nachdem ein Rückkauf von Disney gescheitert war.
Auch in der jüngsten Entwicklung von Miramax Films versuchen Harvey Weinstein und Bob Weinstein den Namen ihrer ehemaligen Firma zurück zukaufen. Dabei wird ein Kaufpreis von 1,5 Millionen Dollar genannt. Die kompletten Filmrechte hatten die Weinsteins jedoch schon mit dem Verkauf im Jahr 2005 an Disney Studios abgeben müssen.