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  • 60. Berlinale: "Shutter Island" feiert Weltpremiere

  • Thriller "Shutter Island" von Martin Scorsese

    "Shutter Island“ heißt das neuste Werk von Martin Scorsese, das der Regie-Maestro als Weltpremiere am dritten Tag der Berlinale präsentierte. Der Film gehört zu den absoluten Highlights des Festivals, auch wenn er außer Konkurrenz gezeigt wurde. „Warum eigentlich?“, wurde Scorsese in der Pressekonferenz gefragt. „Ich glaube man hat mich gefragt und ich habe Nein gesagt“, scherzte er. „Ich hätte ja verlieren können“, fügte er laut lachend hinzu. Der Altmeister zeigte sich bester Laune an der Seite von Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio, Sir Ben Kingsley, Mark Ruffalo und Michelle Williams.

    In „Shutter Island“, nach einer Novelle von Dennis Lehane („Mystic River“), setzt der U. S. Marshal Teddy Daniels zusammen mit seinem neuen Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) nach Shutter Island über, um nach einer entflohenen Gefangenen zu suchen. Dort befindet sich das Ashcliffe Hospital, in dem schwerstkriminelle, psychisch kranke Straftäter einsitzen. Schnell merkt Teddy, dass dort noch etwas anderes vor sich geht und er vermutet eine Verschwörung der Ärzte, allen voran Sir Ben Kingsley als Dr. Cawley, mit der Regierung, um Experimente an Menschen vornehmen zu können. Bei Teddy, der im zweiten Weltkrieg bei der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau dabei war, kommen alte und jüngere Traumata wieder hoch. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und der Paranoia der McCarthy-Ära wirkt der Film umso beklemmender. Zudem gibt Teddy zu, dass er einen ganz bestimmten Grund hatte, warum er nach Shutter Island gekommen ist.

    Es entspinnt sich ein unglaublich spannendes und komplexes Spiel zwischen Paranoia, Erinnerung, Traum und Realität, so dass der Zuschauer bis zum Schluss nicht weiß, wer gut, böse, verrückt oder was eigentlich die Wahrheit ist. Der Film nimmt eine abrupte Wendung nach der anderen und schubst den Zuschauer auf eine emotionale Achterbahn, die zum Schluss eine nicht ganz überraschende, aber umso bestürzendere Wendung nimmt.

    Um seine Darsteller auf das komplexe Psychodrama entsprechend vorzubereiten, hatte Scorsese ihnen einige Filme gezeigt. Dazu gehörten zum Beispiel Otto Premingers „Laura“ oder Edward Dmytryks „Im Kreuzfeuer“. Das Script wurde Scorsese von der Produktionsfirma zu lesen gegeben und es hat ihn sofort gefesselt, die letzte Szene habe ihm sogar die Tränen in die Augen getrieben. Beim Lesen des Drehbuchs wurde er nach eigener Aussage, oft an der Nase herum geführt und er habe unglaublich viel Mitgefühl für die Hauptfigur Teddy entwickelt. Außerdem habe er gewusst, dass DiCaprio diese Figur hervorragend spielen würde.

    Das hat DiCaprio auch wirklich getan. Die Darstellung des von seinen Kriegserinnerungen und Visionen gepeinigten Teddy, ist eine schauspielerische Meisterleistung. Er reißt den Zuschauer mit, auf seiner unerbittlichen Suche nach der Wahrheit. Dabei hat er den Film buchstäblich getragen – DiCaprio ist in fast jeder Szene. „Spaß wäre vielleicht das falsche Wort, um die Dreharbeiten zu beschreiben“, sagte der Schauspieler in der Pressekonferenz. In diesem Film habe er, ähnlich wie bei „The Aviator“, die enorme Verantwortung seiner Rolle für den Film gespürt. „Shutter Island“ sei neben „The Aviator“ seine schwerste Rolle gewesen. Er habe sich von James Stewarts Darstellung in „Vertigo“ inspirieren lassen, sagte DiCaprio. Außerdem hätten er, Ben Kingsley und Mark Ruffalo sich ihre Rollen in langen Gesprächen mit Martin Scorsese erarbeitet.

    Kingsley erklärte, dass Scorsese einen ganz besonderen Sinn dafür hat, das Set so zu gestalten, dass die Schauspieler genau verstehen, was der Regisseur von ihnen will: „Er hat eine genaue Geografie der Szene im Kopf“, sagte Kingsley. Dann sucht der Regisseur laut Kingsley genau die richtige Kameralinse und den Standort der Kamera heraus und kümmert sich um das Licht. Sogar die richtige Menge Rauch bestimmt der Meisterregisseur vorab, so dass die Darsteller intuitiv arbeiten können. „Das ist für Schauspieler geradezu ein Geschenk“, findet Oscargewinner Kingsley.

    Scorsese und sein fantastisch gecastetes Ensemble mit Michelle Williams, Patricia Clarkson und Max von Sydow in weiteren Nebenrollen, liefert mit „Shutter Island“ erneut ein Meisterwerk ab, das am 25. Februar in den deutschen Kinos anläuft.

     

    Heute im Wettbewerb:

    "Eu cand vreau sa fluier, fluier" ("If I Want To Whistle, I Whistle"), Rumänien, von Florin Serban. Mit George Pisteranu, Ada Condeescu, Clara Voda, Mihai Constantin, Marian Bratu.

    "Submarino" von Thomas Vinterberg. Mit Jakob Cedergren, Peter Plauborg, Morten Rose und Patricia Schumann.

    Außer Konkurrenz: "Shutter Island" von Martin Scorsese. Mit Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Sir Ben Kingsley, Michelle Williams.

     

Verfasst am 14.02.2010 um 09:00:00 Uhr von Future Image RSS Logo Facebook Logo

 
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    OT: Shutter Island
    Thriller, Drama |  USA |  2010

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