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Roman Polanskis "Der Ghostwriter"
Mit „Der Ghostwriter“ hat Regisseur Roman Polanski einen echten Bärenanwärter ins Rennen geschickt. Pierce Brosnan spielt den ehemaligen britischen Premierminister Adam Lang, der seine Memoiren veröffentlichen möchte. Als sein Ghostwriter auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, holt der Verlag den neuen „Geist“ (Ewan McGregor) an Bord, der das vorhandene Script in ein druckreifes Buch verwandeln soll. Dabei stößt er auf eine Verschwörung, die ihn das Leben kosten könnte. Mit an Bord sind Olivia Williams (Dollhouse) als Ruth Lang und Kim Cattrall (Sex and the City) als sexy- unterkühlte Sekretärin. In der Pressekonferenz sagte Hauptdarsteller Ewan McGregor, dass es für ihn eine neue Erfahrung war mit Polanski zu arbeiten. Der Regisseur bereite jede Aufnahme lange und äußerst gründlich vor – alles solle perfekt sein. Eine Tatsache, die man dem Film ansieht. Jede Einstellung wirkt geradezu komponiert, wie ein Gemälde – oft gibt es in jedem Winkel der Leinwand gibt es etwas Neues zu entdecken. „Der Ghostwriter“ könnte ein heißer Tipp für einen der silbernen Bären sein. Ein weiterer Garant dafür ist der Bestseller-Autor Robert Harris, der die Vorlage lieferte.
"My Name Is Khan" mit Shah Rukh Khan
„My Name Is Khan“ läuft außer Konkurrenz in der Wettbewerbssektion ist ein gutes Beispiel, wie trotz ausgezeichneter Besetzung, Crew und Bilder trotzdem ein schlechter Film herauskommt. Man fragt sich am Ende, was da eigentlich alles schief gelaufen ist. Zuallererst - es ist kein typischer Bollywood-Film. Die üblichen Zutaten Gesang und Tanz werden nur sparsam eingesetzt und durch musikvideoartige Sequenzen mit einem Off-Erzähler ersetzt.
Rizvan Khan (Shah Rukh Khan) leidet an einer leichten Form von Autismus und siedelt nach dem Tod seiner Mutter von Indien aus in die Vereinigten Staaten zu seinem Bruder über. Trotz seiner Behinderung, gelingt es ihm sich ein glückliches Leben aufzubauen. Er heiratet Mandira (Kajol) und versteht sich glänzend mit ihrem Sohn. Als der Junge nach dem 11. September bei einem fremdenfeindlichen Angriff ums Leben kommt, gerät das Leben der beiden aus den Fugen – und leider auch der Film.
Die Vorurteile der weißen Amerikaner gegenüber Moslems werden sehr plakativ und massiv dargestellt, muten übertrieben an. Die Handlungsweisen multipler Charaktere ergeben überhaupt keinen Sinn. So dumm und eindimensional, wie einige amerikanische Beamte dargestellt werden, können sie einfach nicht sein. Man wartet eigentlich nur darauf, dass Khan übers Wasser wandeln kann, als er Hurrikan-Opfern zur Hilfe kommt. Die Message, dass es nicht auf Hautfarbe oder Religion ankommt, sondern darauf, dass man ein guter Mensch ist, sollte man bereits in den ersten 60 der 165 Minuten geschnallt haben. Das Thema wird quälend lange variiert wie eine Bach'sche Fuge.
Den Fans von Shah Ruk Khan wird der Film trotzdem gefallen – er spielt den autistischen Rizvan ausgezeichnet. In der Pressekonferenz bezauberte er erneut mit seiner entwaffnenden Offenheit auch die kritischsten Nachfrager. „Ich sehe jedes Jahr besser aus, aber sonst habe ich eigentlich kein Problem“, sagte er augenzwinkernd. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, mit den Journalistinnen zu flirten: „Ich liebe dich, du bist sehr hübsch und intelligent“, sagte er einer jungen Frau von einem Fanmagazin. „Du musst es sein, weil dir mein Film gefallen hat“, scherzte er charmant.
Seine Filmpartnerin Kajol spielt Mandira mit einer Leidenschaft und Intensität, die gefangen nimmt. Hollywood Rollen seien ihr zwar noch nicht angeboten worden, aber interessant sei das schon. Das könnte durchaus anstehen, denn zum allerersten Mal arbeitete eine indische Produktion mit einem großen Hollywood-Studio (Fox) zusammen. Insgesamt kann man sagen, dass sich das Produktionsteam viel vorgenommen hat – zu viel. Es schmerzt zu sagen: Diesem Film hätte die Schere gut getan.
Heute im Wettbewerb:
„Howl“ von Rob Epstein und Jeffrey Friedman. Mit James Franco, John Hamm, David Strathairn, Mary-Louise Parker und Jeff Daniels.
„Der Ghostwriter“ von Roman Polanski. Mit Ewan McGregor, Kim Cattrall, Olivia Williams, Pierce Brosnan und Timothy Hutton.
Außer Konkurrenz: „My Name Is Khan“ von Karan Johar. Mit Shah Rukh Khan und Kajol.
| Verfasst am 13.02.2010 um 10:00:00 Uhr von Future Image | ![]() |
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Der Ghostwriter OT: The Ghost Writer Thriller | Deutschland / Frankreich / Großbritannien | 2010 |
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