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  • 60. Berlinale: Damenriege in Action - Kosslick verärgert

  • “Please Give” stellt sich vor (c) Future Image
    “Please Give” stellt sich vor (c) Future Image

    Regisseurin Nicole Holofcener stellt "Please Give" vor

    Frauenpower pur: Die amerikanische Filmemacherin Nicole Holofcener stellte ihren Film "Please Give" heute außer Konkurrenz auf der Berlinale vor. Mitgebracht hat sie fast ihre komplette weibliche Besetzung, Oliver Platt, der in Holofceners Werk den Ehemann Alex spielt, war nicht mit angereist.

    Hauptdarstellerin Catherine Keener verkörpert Kate, die mit ihrem Mann und Tochter Abby (Sarah Steele) in New York City wohnt. Das Paar hat einen Antiquitätenladen, den sie aus Wohnungsräumungen von Verstorbenen bestücken einer der Gründe für Kates ständige Gewissensbisse. Die Zwei wollen ihre Nachbarwohnung kaufen, um ihr Appartement zu vergrößern. Die Sache hat einen Haken - sie müssen warten, bis die bisherige Mieterin Andra (Ann Morgan Guilbert) stirbt. Die ist zwar alt, durchschaut aber den Plan. Dann lernen sich beide Parteien kennen und nähern sich einander an. Kate kann zu ihren ständigen Gewissensbissen noch eine weitere Quelle zufügen.

    Der Film lebt durch den eigentümlichen Humor der Charaktere. Das Drehbuch stammt aus der Feder der Regisseurin, die sich ihre Inspiration im Freundeskreis suchte: „Freunde von mir haben ihre Nachbarwohnung gekauft und ich habe ein bisschen [beim Umbau] mitgeholfen.“ Durch ehrenamtliche Arbeit habe sie viele Menschen kennen gelernt, denen es so geht, wie der Hauptfigur Kate.

    Hauptdarstellerin Keener arbeitet bereits zum vierten Mal mit Holofcener zusammen, die sich bereits als Regisseurin bei Fernsehserien, wie "Sex and the City", „Gilmore Girls“ und "Six Feet Under" verdingte. Durch ihr vertrautes Verhältnis habe sie überhaupt keine Angst, Fehler zu machen, bekannte Keener.

    Mit Amanda Peet, die eine der Töchter der ältlichen Mieterin darstellt, war das ganz anders. Sie wollte schon lange mit Holofcener arbeiten und hat schon einmal bei ihr vorgesprochen. „Reden wir lieber nicht davon“, winkte sie in der Pressekonferenz ab und verzog das Gesicht, als sei sie sehr schlecht gewesen, nur um wieder in ein sympathisches Lachen auszubrechen. „Ich finde, dass Nicole [Holofcener] eine der großen jungen Regisseurinnen ist und ich habe sie immer aus der Ferne bewundert“, sagte Peet. Sie habe sie später auf Partys kennen gelernt, aber nie mit ihr arbeiten können. Als sie das Drehbuch zu „Please Give“ bekam, wagte sie den zweiten Versuch und es klappte.

    Die Besetzung der Andra, die im Film 91 Jahre alt ist, stellte sich als Problem dar. Holofcener schilderte, dass viele Frauen zwischen 80 und 85 Jahren zum Vorsprechen gekommen waren. „Zuerst unterhielten sie sich ganz normal mit uns, aber wenn sie aus dem Drehbuch lasen, sprachen sie auf einmal mit einer schrillen Stimme.“ Das gefiel der Regisseurin nicht, sie wollte das die Frauen ihre Persönlichkeit sprechen lassen. Ann Morgan Guilbert habe ihr gleich gefallen, weil sie ein gutes Gefühl für Timing und Humor habe.

    Die Damenriege aus Keener, Peet, Guilbert und Rebecca Hall hat sich bei den Dreharbeiten richtig gut kennen gelernt. „Wir hatten keine Garderobe, sondern gemeinsames Wohnzimmer“, berichtete Keener. Da hätten alle zusammen gesessen und geredet, „obwohl Ann immer draußen war und geraucht hat“, lächelte sie.


    Iranischer Filmemacher Jafar Panahi mit Ausreiseverbot

    Während die einen sich also über die Gesundheit der Co-Stars Gedanken machten hatte Festivaldirektor Dieter Kosslick ein handfestes Problem. Der iranische Filmemacher Jafar Panahi wurde die Ausreise aus seinem Heimatland verweigert. Panahi war als Ehrengast der Berlinale geladen und sollte beim World Cinema Fund Day an einer Diskussion über das iranische Kino teilnehmen. „Wir sind überrascht und bedauern zutiefst, dass einem mit vielen internationalen Preisen ausgezeichneten Regisseur verweigert wird, an unserem Jubiläums-Festival teilzunehmen und über seine Vision des Kinos zu sprechen“, kommentierte Kosslick das Ausreiseverbot. Panahi gewann 2006 für "Offside" einen Silbernen Bären.


    Heute im Wettbewerb:

    "Bal" („Honig“), Türkei, von Semih Kapanaglu. Mit Bora Altas, Erdal Besikcioglu, Tülin Özen, Ayse Altay und Ökan Akcay.

    "Shekarchi" („Zeichen des Zorns“), Iran, von Rafi Pitts. Mit Rafi Pitts, Mitra Hajjar, Ali Nicksaulat und Hassan Ghalenoi.

    Außer Konkurrenz: „"Please Give", USA, von Nicole Holofcener. Mit Catherine Keener, Amanda Peet, Oliver Platt und Rebecca Hall. 

     

Verfasst am 17.02.2010 um 08:00:00 Uhr von Future Image RSS Logo Facebook Logo

 
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      Regisseur Ding Sheng mit seinen Schauspielern Jackie Chan, Steve Yoo und Lin Peng (c) Future Image
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      Regisseurin Nicole Holofcenter und Amanda Peet (c) Future Image
      Regisseurin Nicole Holofcenter und Amanda Peet (c) Future Image
      Die Schauspieler Erdal Besikcioglu, Bora Altas und Tülin Özen bei der Premiere von „Bal / Honig“ (c) Future Image
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      Der französische Schauspieler Guy Marchand bei der Pressekonferenz zum Panorama Special „L`Arbre et la Foret / Family Tree“ (c) Future Image
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      Rebecca Hall, Amanda Peet, Nicole Holofcener und Catherine Keener bei der Premiere von “Please Give” (c) Future Image
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      Die schwangere Amanda Peet auf der Bühne des Berlinale-Palasts (c) Future Image
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