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  • Berlinale Tag 8: Vin Diesel mit Haaren und Charakterrolle

  • Vin Diesel spielt die Hauptrolle in Sidney Lumets Wettbewerbsbeitrag
    Vin Diesel spielt die Hauptrolle in Sidney Lumets Wettbewerbsbeitrag "Find Me Guilty"

    Mit Klinken putzen ist jetzt Schluss für Vin Diesel. Eigentlich hatte er als Regisseur angefangen, ist dann aber als Schauspieler im Actiongenre gelandet und mit Filmen wie "Pitch Black" und "xXx - Triple X" bekannt geworden. Nach einem Ausflug ins Comedygenre mit "Der Babynator" spielt er jetzt seine erste Hauptrolle im Charakterfach. "Find Me Guilty" von Altmeister Sydney Lumet läuft im offiziellen Wettbewerb.

    "Find Me Guilty" ist ein auf Tatsachen beruhendes Gerichtsdrama, das Mitte der 80er Jahre stattfand. Der Mafioso Jack DiNorscio wird festgenommen und vor Gericht gestellt. Als man ihm anbietet, als Kronzeuge auszusagen, um frei zu kommen, entschließt er sich für den Prozess. Damit nicht genug: Er verteidigt sich selbst und das über zwei Jahre andauernde Verfahren nimmt einen spektakulären Verlauf. Als Vorbereitung auf seine Rolle hatte Diesel noch die Gelegenheit mit dem echten "Jacky" zu sprechen, bevor er einen Tag vor Ende der Dreharbeiten starb.

    Nach dem supercoolen "Riddick" ist es schwierig, sich Vin Diesel in einer Charakterrolle vorzustellen - und das auch noch mit Haaren. Durch seine starke physische Ausstrahlung sei er zunächst eher in Actionfilmen als "Tough Guy" besetzt worden. In "Find Me Guilty" hat er jetzt sowohl körperlich als auch schauspielerisch an Gewicht zugelegt. "Wenn die Rolle interessant ist, kommt es auf des Genre nicht an", sagte Diesel in der heutigen Pressekonferenz auf der Berlinale. Mit Sydney Lumet zu drehen sei ein Glück gewesen.

    Lumet sei schon immer sein Vorbild gewesen. Seinen ersten Kurzfilm habe er nach Anleitung von Sydney Lumets Buch "Making Movies" gedreht. Auch Diesels Vater, ein ehemaliger Schauspiellehrer, sei ein großer Fan des Regisseurs. Er habe seinem Sohn immer gewünscht, einmal mit Sydney Lumet und Judi Dench zu arbeiten. Da Diesel bereits in "Riddick - Chroniken eines Kriegers" mit der englischen Dame Judy vor der Kamera stand, sind diese beiden Ziele abgehakt.

    Die Rolle des Jack DiNorcio sei ihm sehr wichtig gewesen, weshalb er beim Vorsprechen auch sehr nervös war. Lumet hebt hervor, dass Diesel sich so gut vorbereitet habe, dass er alle anderen an die Wand gespielt habe. Während Diesel als Lieblingswerke seines Regisseurs Werke wie "Die zwölf Geschworenen", "Serpico" und "Hundstage" nennt, findet Lumet, dass sein eigener "Find Me Guilty" Diesels bislang bester Film ist.

    Der Regisseur ist voller Superlative. Auch Berlin und Deutschland lobt er über den grünen Klee. Es gäbe kein einziges Land, die USA eingeschlossen, das eine so vorbildliche Vergangenheitsbewältigung betreibe. Frankreich sei dagegen geradezu antisemitisch. Als polnischer Jude habe er sich bei seinem ersten Besuch in Berlin sehr unwohl gefühlt und lange habe er nicht wiederkommen wollen. Das Deutschland von damals habe ihn sehr deprimiert. Heutzutage hat sich die Lage geändert. Er bedauere, dass er wegen eines Schneesturms mit einem Tag Verspätung eingetroffen sei.
    Als Festivaldirektor Dieter Kosslick ihn einlud, seinen Film auf der Berlinale vorzustellen, war Lumet sehr überrascht. "Mein Film ist eigentlich kein Festivalfilm. Er ist nicht langweilig!" gibt er verschmitzt zum Besten.

    Am Samstag erfahren wir, ob die Jury das auch so sieht.

Verfasst am 17.02.2006 um 00:00:00 Uhr von Future Image RSS Logo Facebook Logo

 
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