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Um "300" außer Konkurrenz auf der Berlinale vorzustellen, war das Team mit vier Produzenten, Regisseur und den beiden Protagonisten angerückt. Ob das viel gebracht hat, ist zu bezweifeln. Auf der Pressekonferenz gab es, nach vereinzelten Buh-Rufen, ein wenig Haue für das Werk. Haue war auch das Thema, denn der Titel bezieht sich auf 300 Spartaner, die zusammen mit ihrem König Leonidas (Gerard Butler) den Thermopylenpass gegen das übermächtige Heer der Perser und ihren König Xerxes (Rodrigo Santoro) verteidigten. Soweit die Geschichtsstunde. Frank Miller hat daraus eine grafische Novelle gemacht und Zack Snyder und sein Team haben sich an der filmischen Umsetzung als Heldenepos versucht.
Alles was Snyder machen wollte, war "ein verdammt geiler Film", sagte er. Er habe zu Produzent Gianni Nunnari gesagt: "Wir machen das so, das so und das so und dann wird das super." So leicht sei das laut Nunnari aber nicht gewesen, denn die drei Sos hätten in der Umsetzung ungefähr drei Jahre gedauert. Snyder wandelt sehr in den Fußspuren von "Sin City", einer weiteren Verfilmung nach einer grafischen Vorlage von Frank Miller. Leider scheint er den Text auch direkt aus der Vorlage übernommen zu haben, denn die Hauptgeschichte, bzw. der Erklärbär, wird von einem Erzähler aus dem Off präsentiert. Die Dialoge bleiben dann auch sehr spartanisch.
Da wenigstens 300 verdammt gut gebaute Kerle die Bauchmuskeln spielen lassen, ist es dann nicht nur ein Männerfilm geworden sondern auch für die Frauen gibt’s wenigstens was Schickes zu sehen. Nach seiner körperlichen Vorbereitung gefragt grinst Hauptdarsteller Gerard Butler: "Die Schauspieler kriegen immer die dummen Fragen?" Trotzdem erzählt er, dass ihm schnell klar war, dass er für den Film körperlich mehr als in Topform kommen musste. Er bereitete sich mit zwei Trainern und einem Schwertkampfexperten mehrere Monate vor.
Verdammt cool sind die Schlachtszenen dann auch geworden. So ästhetisch wurde rohe Gewalt und Brutalität selten dargestellt. "Wenn der Film nicht verdammt gewalttätig, verdammt brutal und verdammt blutig ist, dann schlafe ich doch im Kino ein!" so Snyder (die Verbform des englischen "fucking" wurde hier durch ein familienfreundliches "verdammt" ersetzt.) Snyder hält sicher den heutigen F-Wort Rekord.
Er hat sich scheinbar hauptsächlich an der optischen Wirkung des Films aufgegeilt. Zeitlupenaufnahmen von abgeschlagenen Körperteilen und fliegende Blutspritzer haben noch nie so künstlerisch ausgesehen. Da er mit dem gleichen Verfahren hergestellt wurde wie "Sin City", übertrifft ihn "300" sogar visuell. Die Bildkomposition und Farbgebung erinnert an Michelangelo und jede Aufnahme an sich könnte ein Gemälde sein. Trotzdem könnte ich keine 300 Gründe nennen, warum man "300" gesehen haben muss – außer den 300 Sixpacks vielleicht...
| Verfasst am 15.02.2007 um 08:00:00 Uhr von Future Image | ![]() |
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300 OT: 300 Action | USA | 2006 |
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