| Sonntag | 27. Mai 2012 | 00:03 Uhr | |
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Das Interesse der Boulevardpresse war riesig. JLo in Berlin, ihr Gesicht zierte alle Tageszeitungen. Dementsprechend groß war auch das Interesse an "Bordertown", dem Film mit Jennifer Lopez und Antonio Banderas. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten und Jennifer Lopez wurde mit der Auszeichnung "Artists für Amnesty" von Amnesty International für ihr Engagement geehrt.
Die Reporterin Lauren (Lopez) wird von ihrem Chef (Martin Sheen) in die mexikanische Grenzstadt Juarez geschickt, um über die Morde an mexikanischen Fabrikarbeiterinnen zu berichten, die in die Hunderte gehen. Die Reportage soll den nötigen Kick auf der Karriereleiter bringen und ihr alter Partner (Banderas) soll dabei helfen. Als sie eine Überlebende (Maya Zapata) ausfindig macht, ist die nötige Exklusivstory zum Greifen nah. Junge Mädchen arbeiten zu Tausenden in den Fabriken großer Konzerne in der grenznahen Region der Freihandelszone mit den USA – für durchschnittlich vier Dollar am Tag. Dementsprechend werden sie wie Vieh behandelt. Auch die korrupte Polizei kümmert es nicht, ob eine mehr oder weniger lebt oder stirbt.
Unter Einsatz ihres Lebens deckt Lauren eine Mord- und Vergewaltigungsserie auf und kommt dabei mit ihrem eigenen Leben ins Reine. Kurz gleitet der Film ins Kitschige ab, als Lauren/Lopez ihre eigene Kindheit als von Amerikanern adoptiertes mexikanisches Kind ins Spiel bringt, bekommt aber gerade noch die Kurve. Es wäre an dieser Stelle aber zu billig, den Film nur wegen der prominenten Hauptdarstellerin zu verreißen. Die schreckliche Wahrheit hätte allerdings für die Hauptfigur genug Grund sein können, sich für die Aufklärung dieser Verbrechen einzusetzen: Da hätte man nicht noch in der Hollywoodkiste kramen müssen.
Banderas bleibt blass, JLo gibt die Figur, die sie auch in "Out of Sight" gespielt hat und beherrscht die toughe, mutige Karrierefrau. Sie wird allerdings von der jungen mexikanischen Schauspielerin Maya Zapata an die Wand gespielt. Sie spielt Eva, die einen Mordversuch überlebt und sich aus ihrem eigenen Grab herausgegraben hat. Sehr eindringlich stellt Zapata die Angst und die Zwangslage der jungen Frau da. Hier möchten wir noch einmal ausdrücklich auf die besonders brutale Vergewaltigungsszene in der Anfangssequenz des Films hinweisen – das ist nichts für schwache Nerven.
Die Filmemacher haben ebenfalls starke Nerven gehabt. "Ich habe Morddrohungen erhalten", so Regisseur Gregory Nava. Dementsprechend wurden die Außenaufnahmen in Juarez auch massiv von den Behörden behindert und aus Sicherheitsgründen war es unmöglich die Schauspieler dort hinzubringen.
Um den Realitätsbezug zu betonen und die Vorgänge an der mexikanischen Grenze ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, ist Norma Andrade mit zur Pressekonferenz angereist. Ihre Tochter ist vor sechs Jahren verschwunden und nicht wieder aufgetaucht. Sie hielt eine flammende Rede auf spanisch für die Offenlegung der Missstände, die dem vorhergehenden dramatischen Appell von Regisseur Nava in nichts nachstand. So geriet die Stimmung auf der Pressekonferenz so ernst, dass niemand sich traute, eine oberflächliche Frage zu stellen, etwa, Co-Star Juan Diego Botto zu fragen, wie ihm denn seine Sexszene mit der Lopez gefallen habe. Da schwieg plötzlich der rauschende Blätterwald.
| Verfasst am 16.02.2007 um 08:00:00 Uhr von Future Image | ![]() |
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Bordertown OT: Bordertown Thriller, Drama, Crime | Großbritannien / USA | 2006 |
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