Sonntag | 27. Mai 2012 | 02:23 Uhr
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  • USERKOMMENTARE | The Last Samurai
  • | Besser als erwartet
  • Tja, manchmal kann man sich in Filmen irren. Ich habe sehr lange gezögert, mir diesen Film anzusehen. Dachte ich immer, daß dieser Sonnyboy Tom Cruise völlig fehlbesetzt (ok, ich finde ihn in jedem Film fehlbesetzt, da ich ihn nicht sonderlich mag) wäre. Dies denke ich zwar nach wie vor, aber auch diese Tatsache machte den Film nicht zu einem schlechten Film.

    Als er irgendwann in das 7,99 € Preissegment rutschte hatte ich ihn mir mit den Worte zugelegt: "Mein Gott, wie schlimm kann es schon werden".

    Aber ohne viel zu analysieren kann ich nur sagen, das er recht nette Unterhaltung bietet. Er ist zwar nicht der beste Film aller Zeiten, aber seine Atmosphäre ist stimmig und interessant. Die meisten Dialoge sind aufschlußreich und passen nett in das Ambiente.

    Warum ich ihm dennoch "nur" 3,5 Punkte gebe (immerhin trotzdem besser als der Durchschnitt)?
    Teils ist er mir ein wenig zu "gummiartig", einfach zu langatmig. Dazu kommt das in meinen Augen grottige Ende und die absolute Fehlbesetzung in Form von Tom Cruise.

    Mehr habe ich daran eigentlich nicht zu meckern ;)
  • 07.09.2005 Bewertung: stern stern stern stern stern
    • -Commander- | Perfekt!
    • Für mich stand eigentlich schon vor dem Film fest, dass ich enttäuscht sein würde. Tom Cruise (den ich persönlich nie leiden konnte, mal von seinen Leistungen in "Eyes Wide Shut" und "Vanilla Sky" abgesehen), vom Trailer her sehr nach "Braveheart" oder "Der Patriot" Kopie aussehend, und zudem noch ein amerikanischer Film der versucht einem die Kultur der Japaner näher zu bringen. Da dachte ich schon an eine späte Rache für Pearl Harbor.
      Oberflächlichkeit und Amipathos stand ganz oben auf meiner Erwartungsliste.

      Doch nach dem Film kann ich nur eines sagen: Ganz ganz grosses Kino!
      Vor allem Tom Cruise konnte mich richtig begeistern. Seine Rolle war zudem noch alles andere als leicht. Es lag an ihm, ob die Verwandlung vom alkoholabhängigen, vom Krieg und brutalen Schlachten mit Indianern gezeichneten, ehrlosen Kämpfer der für Geld jeden töten würde, hin zum ehrenhaften, von Prinzipien und Strukturen geprägten Samurai glaubhaft dargestellt wird. Und er hat es sehr gut bewältigt. Man fühlt förmlich selber was Tom Cruise in seiner Rolle als Nathan Algren in jeder Szene denkt und empfindet. Und genau das macht einen guten Schauspieler aus.
      Ein besonderes Lob verdient hier sicherlich mal wieder die Kameraführung. Last Samurai bedient sich glücklicherweise nicht an den mittlerweile schon üblichen wilden Kamerawackelaufnahmen, sondern schwelgt in harmonischen Bildern. Ausnahmen bilden selbstverständlich die Schlachten. Um die Intensität einer Schlacht von mehr als 1000 Mann authentisch in Szene zu setzen werden schnelle Schnitte und schnelle Kamerafahrten gemacht. Ein schöner Kontrast zum ansonsten sehr ruhigen Film. Auch die Anzahl der Schlachten und das eigentliche Hauptthema des Films, nämlich der Verwandlung von Nathan Algren, sind sehr gut ausbalanciert. Vielleicht haben einige Leute mehr Gemetzel erwartet, doch dann würde der Film am Thema vorbeigehen, und lediglich eine weitere Kopie von "Der Patriot" oder "Gladiator" sein. Glücklichweise macht der Regisseur Edward Zwick diesen Fehler nicht. Er lässt den Schauspielern im Film genug Zeit ihren jeweiligen Charakter zu entwickeln, bzw. darzustellen.
      Zum Beispiel scheint es zunächst schwer sich mit den Verhaltensweisen der Samurai anzufreunden, doch durch das Spiel von Ken Watanabe in seiner Rolle als "Ober"samurai Katsumoto wird dem Betrachter nach und nach klar, wieso die Samurai so sind wie sie sind.
      Das Streben nach Perfektion ist in der anfänglichen Gefangenschaft der Samurai für Nathan Algren in jedem Moment zu spüren. Und auch dem Betrachter von "The Last Samurai" wird eines deutlich: Hier wurde viel Wert auf Perfektion gelegt.
      Ich habe lange überlegt ob ich an diesem Film einen Kritikpunkt finde. Und bin zu dem Entschluss gekommen, dass es zwar keine "richtigen" Kritikpunkte gibt (zumindest nicht in meinen Augen), mir jedoch zwei Szenen im Kopf geblieben sind, die im ersten Fall unnötig und im zweiten Fall ein wenig übertrieben waren.
      Zum einen war die Kussszene zwischen Nathan Algren und Omura recht überflüssig und zudem vielleicht noch ein bischen unglaubwürdig und zum anderen war das Ende mit den Tränen des Kaisers von Japan dann doch ein bischen zu übertrieben.
      Doch das soll den Film nicht schlechter machen als er ist.
      In meinen Augen, einer der besten Filme die je gedreht wurden.
      Ich hoffe doch sehr, dass aus Hollywood in nächster Zeit mehr solcher Filme wie "The Last Samurai" gedreht werden. Filme frei von amerikanischem Pathos, amerikanischer Eigenglorifizierung. Filme frei von digitalem Effektoverkill, frei von hektischen Schnitten und wilden 360° Kamerafahrten. Filme frei von schlechten Darstellern, und vor allem Filme die auch mal mehr auf die Charakterisierung eingehen und nicht bloß lautes Popcorn Kino sind.
      Wenn ein Film den Aspekt der Unterhaltung mit dem Aspekt der Kunst in einer wunderbaren Symbiose verbindet, dann ist das ganz ganz grosses Kino. Und um eben solche ein Kino handelt es sich bei "The Last Samurai"...
    • 29.01.2005 Bewertung: stern stern stern stern stern
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          Wertung: 6.8/10 (12 votes)

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