Ein magischer Sommer entlang der Camino de los Ingleses in Malaga in den 70ern. Miguel will Dichter werden, und als er sich in Luli verliebt, hat er seine Muse gefunden. Doch kann er sie halten mit ihrer Ambition, Tänzerin zu werden? Und wo sie von dem schmierigen Unterwäschevertreter heftig umworben wird? Auch das Verhältnis zu seinen Freunden ist schwierig, die selbst der Liebe und Familienproblemen und den Chancen und Ängsten der Zukunft gegenüberstehen.
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| FILMKRITIK
Ja, die Bilder sind schön, farbenprächtig und sorgfältig durchkomponiert. Aber sie sind auch beliebig, wie der ganze Film in seiner episodenhaften Form zwischen Erinnerung und Traum, Pubertät und Poesie ohne wirklichen inneren Halt ist. Ein Sommer in den 70ern in einer spanischen Kleinstadt, mit der üblichen Freizeitgestaltung: Schwimmbad, Mädels, talking about sex.
Man kann sich gut vorstellen, wie Antonio Banderas selbst dabei war, damals, mit seinen Kumpels in Malaga, und dieser Film scheint in der Tat eine Art wehmütig-bittere Reminiszenz zu sein. Begleitet wird er von einem Voice-Over-Kommentar, der irgendwie zwischen schwärmerisch und desillusioniert schwank und trotz seiner vielen poetischen Metaphern doch vollkommen banal ist: Immer wieder die Regenmetapher, schlechtes Wetter im Sommer, das vom Winter kündet, das aber auch alles wegwäscht…
Überhaupt kann sich der Film nicht befreien von seinem pubertären Habitus. Miguel, die Hauptfigur, will Dichter werden und hält sich an Dante, Luli, seine Freundin, will Tänzerin werden und lässt sich mit dem Tanzlehrer ein, der ihr die Ballettstunden bezahlt. Miguels Gedanken und Gefühle sind teenagerhaft trivial und geben sich ach so tiefsinnig, und der Film geht nicht darüber hinaus. Das Schwärmerische der Bilder geht nicht zusammen mit der banalen Bitterkeit der Voice Over, und alles ist in eine penetrante phallische Symbolik unbedingter Männlichkeit getaucht.
Verschieden Episoden in diesem Sommer der 70er entwickeln sich, doch merkwürdigerweise sehen die Figuren sich alle ähnlich, und auch die Charaktere in den verschiedenen Geschichten bleiben letztlich austauschbar. Was bleibt ist eine Sexualisierung des Lebens, ein Durchsetzen des Films mit Männerfantasien, von der Verführung durch die Lehrerin bis zum exhibitionistisch-voyeuristischen Sex zweier junge Paare in angrenzenden Zimmern, die sich mit Zeigen und Anblicken gegenseitig aufgeilen.
Ja, so versucht der Film, den Mythos des letzten Sommers der Unschuld, der Jugend zu feiern, lässt seine Figuren Veränderungen spüren, die sie nicht ausdrücken können, und kommt doch nicht dazu, jemals mit einer gewissen Souveräntität diese Zeit der Jugend wiederaufleben zu lassen. Vielleicht einfach deshalb, weil er vor allem die Fantasie eines mittelalten Banderas ist, der sich zurücksehnt?
| FAZIT
Antonio Banderas hat mit seinem zweiten Regieversuch einen pubertären, recht banalen und sexuell ziemlich aufgeladenen Film über einen Sommer in der verlorenen Jugendzeit gedreht.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
Gesamtwertung:
Autor: Harald Mühlbeyer
| FILMPLAKAT
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