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  • Annelie

    Historie | Deutschland 1941
  • Originaltitel:
    Annelie
    Genre:
    Historie
    Produktionsland:
    Deutschland 1941
    Länge:
    92 Minuten
    FSK:
    ohne Altersbeschränkung

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    • | KURZINHALT

    • Fünf Minuten, nachdem das 1881 eingeläutet wird, kommt Annelie zur Welt, wächst als fröhlich unbekümmerter Backfisch im Kaiserreich heran, kommt immer eine Viertelstunde zu spät zur Schule. Sie findet den Mann ihres Lebens, der 1914 in den Krieg zieht. Annelie arbeitet als Krankenschwester beim Roten Kreuz, erlebt im Militärkrankenhaus, wie ihr Mann stirbt, bleibt mit drei Kindern zurück. 1941 wird sie 60, lässt im Lehnstuhl ihr Leben passieren und schließt ruhig für immer die Augen.
    •  
    • | CAST & CREW

    Regie:   Josef von Baky
    Buch:   Thea von Harbou  
      Walter Lieck  
    Darsteller:   Luise Ullrich  
      Karl Ludwig Diehl  
      Axel von Ambesser  
      Werner Krauss  
      Albert Hehn  
      Käthe Haack  
    • | USERKOMMENTARE

    • Dr. Strangelove| "Man hält es aus -- man hält alles aus im Leb
    • Im Citadell-Filmbuch "Klassiker des deutschen Tonfilms" findet man zu "Annelie" folgenden Eintrag:
      "1871-1941. Die Geschichte eines ewig unpünktlichen Mädchens, das zu einer musterhaften Arzt-Gattin und Mutter dreier Söhne heranreift und die Verluste zweier Weltkriege mit der Gnade eines gütigen Herzens" (Programmheft) zu tragen weiß."

      Nun soweit, so gut. Der vom späteren "Münchhausen"-Regisseur Joseph von Baky außerordentlich interessant inszenierte Film ist in jeder Hinsicht bemerkenswert. Schon der Beginn ist originell: Unpünktlichkeit bei der Geburt seines Enkels bringt den ordnungsliebenden Katasteramtsrat in Schwierigkeiten, weil er noch bei Jahreswechsel das freudige Ereignis bekannt geben will. Dieses kommt allerdings eine Viertelstunde zu spät, was für die erste Hälfte des Films symptomatisch werden sollte. Danach ist sie eine Frau, verheiratet und hat Pünktlichkeit gelernt. Ihr Sohn ist musikalisch begabt, seine Karriere wird jedoch beendet, als sein Klavierspiel von Marschmusik unterbrochen wird und sich dadurch der erste Weltkrieg ankündigt. Ein Film, der geschickt die Entbehrungen und Verluste der Frau von 1941 (wir befinden uns immerhin schon im 2. WK) am Beispiel einer Einzelperson, hier Annelie, erklärbar und tragbar machen soll. Leid und Kummer haben im Film schon allein ihre Berechtigung, wenn nur durch einen Brief die Treue und Liebe versichert wird. Die letzten 10 Minuten wird all das nochmals unnötig platt aufgewärmt, als die alte Annelie ihrer '41er Schwiegertochter erklärt, daß man alles aushalten, ja durchhalten kann, was einem widerfährt, wodurch hier eine direkte Brücke zur damaligen Gegenwart geschlagen wird. Jeder muß sich hier in Entbehrung üben: der Sohn, der in den Krieg muß, der Verehrer, der den rechten Moment verpaßt und nicht zuletzt Annelie, die ihren Mann im Krieg verliert. Doch was bleibt von diesem Film, der einem am Schluß übel aufs Gemüt schlägt? Sind es die hervorragenden Traumsequenzen, etwa wenn Annelie die Himmelsleiter emporsteigt? Oder ist es die außerordentliche Spannung, die in der Ballszene aufgebaut wird?

      Vor allem aber überragt wieder ein Schauspieler das Geschehen: Werner Krauss. Der schon in der Stummfilmzeit außerordentlich erfolgreiche und begabte Schauspieler versteht es hier mit Blicken und geschickter Intonation dem Katasteramtsrat etwas ungemein Lebendiges einzuhauchen, jede Sekunde zeugt von purer Meisterschaft. Das wird dann noch gesteigert, als er in der zweiten Hälfte denselben in hohem Alter spielt: Der Gang wird langsamer, die Stimme ausgeleierter. Und wenn er dann zufrieden auf einem Stuhl zusammensackend einschläft, fehlt im Film etwas, das auch die ausgezeichnete Hauptdarstellerin nicht kompensieren kann.

      Fazit: Ein schauspielerisch wie inszenatorisch gelungener und unterhaltsamer Film, der in der zweiten Hälfte die Brücke zur 2.-WK-Gegenwart schlägt und seine an die Frau gerichtete propagandistische Durchhaltebotschaft voll entfaltet. Daß dies recht subtil geschieht, dafür sorgte die inszenatorische Meisterschaft Von Bakys. Auf einer Linie mit "Wunschkonzert", aber weitaus gelungener.
    • 21.04.2007 Bewertung:
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