Thriller,
Drama,
Komödie
| Deutschland / Frankreich / USA 2006
| INHALTSANGABE
Seit ihr Ehemann Henry spurlos verschwunden ist, muss sich Fay Grim alleine mit der Erziehung des gemeinsamen Sohnes herumschlagen. Besonders unglücklich ist sie über diesen Verlust allerdings nicht. Schließlich ist Henry gerade auf der Flucht, da er einen Mord begangen hat. Als dann jedoch plötzlich die CIA vor der Tür steht und ihr mitteilt, Henry sei tot und habe darüber hinaus ein Leben als Geheimagent geführt, muss sich Fay doch noch einmal mit dem unliebsamen Ex beschäftigen.
Nicht nur Henrys Leben erscheint nun vor einem völlig neuen Hintergrund, auch sein Schaffen rückt in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Unter dem Titel „Confessions“ hatte er zu Lebzeiten eine sechsbändige Autobiographie verfasst, die – wenn auch nicht literarisch – von einigem Wert zu sein scheint. Denn hinter der Aufzählung seiner sexuellen Abenteuer steckt nach Ansicht der Regierung eine verschlüsselte Botschaft, welche die nationale Sicherheit gefährden könnte.
Da sich die echten – und damit gefährlichen – Notizbücher im Besitz der französischen Regierung befinden, erpressen die Agenten Fay, in Paris nach den Büchern ihres Mannes zu fahnden und sie in die USA zurückzubringen. Leichter gesagt als getan. Denn in Paris angekommen, muss Fay schnell feststellen, dass sie nicht die Einzige ist, die den Büchern auf der Spur ist.
Und während die Fronten der verschiedensten Geheimorganisationen und Regierungen aufeinanderprallen, geht Fay ihren ganz eigenen Weg. Denn mittlerweile hat sie herausgefunden, dass Henry quicklebendig ist.
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| FILMKRITIK
Alfred Hitchcock wäre stolz auf diesen grandiosen McGuffin, den Regisseur Hal Hartley seinen Zuschauern hier kreiert. Die ganze Welt auf der Jagd nach einem mysteriösen Code, der sich hinter den ausschweifenden Abenteuern eines lüsternen Doppelagenten verbirgt und der so geheim ist, dass eigentlich niemand genau weiß, was er eigentlich verschlüsselt.
Zusätzlich erschwert wird diese Fragestellung durch die Tatsache, dass einige der involvierten Regierungen dafür gesorgt haben, dass gefälschte Kopien der Notizbücher in Umlauf gebracht wurden. Undurchschaubares Chaos ist die Folge und nicht nur die Protagonisten sind irgendwann reichlich verwirrt.
Nicht nur, dass sich der Film große Mühe gibt, möglichst viele Fragen offen zu lassen, auch das Aufgebot an Figuren erschwert die Orientierung. Einige Personen werden nicht näher vorgestellt und schnell verliert man als Zuschauer den Überblick über Sein und Sinn ihrer Rollen. Auch einige bekannte deutsche Gesichter haben es in die Besetzung geschafft. Seltsam gerät dabei die Figur Milas – gespielt von Jasmin Tabatabai – deren plötzliches Auftauchen nicht weiter erklärt wird. Und auch Sibel Kekilli wirkt in ihrer Minirolle als sei sie aus Versehen in den falschen Film gestolpert.
Mit Hilfe von aberwitzigen Verflechtungen werden – zumindest in der ersten Hälfte des Films - klassische Spionagefilmklischees parodiert. Inklusive hochdramatischer Musik, komplizierter Geheimaufträge und Jeff Goldblum in der Rolle des latent genervten US-Ermittlers Fulbright. Und auch Parker Posey – alias Fay Grim – überzeugt in der Anti-Agentenrolle, in die sie ahnungslos hineinschlittert. Denn passenderweise stattet Hal Hartley seinen Film mit einer Heldin aus, die sich weder für Politik im Allgemeinen noch für ihr Land im Speziellen interessiert und demnach als klassische Geheimagentin denkbar ungeeignet ist.
Doch die zu Beginn so unterhaltsame Spionagekomödie bekommt gegen Ende mehr und mehr dramatische Untertöne, bis sie dann ganz ins ernste Genre wechselt. Warum dieser Sinneswandel, bleibt unbeantwortet, wie so vieles andere auch. Und so ist „Fay Grim“ sowohl zu dramatisch, um eine Komödie zu sein, als auch zu komisch, um als Drama bezeichnet zu werden. Abgesehen vom Ende allerdings, liefert er gute Unterhaltung und einen amüsanten Blick auf die Weltpolitik.
| FAZIT
Größtenteils unterhaltsame, bisweilen sehr verworrene Spionagekomödie mit ernsten Anklängen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
Gesamtwertung:
Autor: Anke Hermann
| FILMPLAKAT
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