Sonntag | 27. Mai 2012 | 00:14 Uhr
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  • FILM REVIEW | The Hills have Eyes 2
  • The Hills have Eyes 2

    Thriller, Horror | USA 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Im Sektor 16 in New Mexico wüten noch immer die Atommutanten, die Abkömmlinge von Strahlenopfern der Atomwaffenversuche in den 50er Jahren. Kannibalisch wohl fühlen sie sich, wenn sich Frischfleisch in das abgelegene Gebiet verirrt: Dann kriechen sie aus Felslöchern und fangen und fressen Unschuldige. Diesmal ist es ein Haufen Soldaten in der Ausbildung, die ihnen nach und nach zum Opfer fallen – darunter auch zwei junge Frauen, die als Gebärmaschinen gehalten werden sollen, um den Mutanten dringend benötigten Nachwuchs zu liefern…
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      • | FILMKRITIK

      • In Afghanistan hat die US-Army eine Menge zu tun. Der Kampf gegen die Taliban ist nicht nur Krieg gegen Terrorismus, sondern auch gegen die Geister der Vergangenheit: In den 80ern stärkte Amerika die Gotteskrieger, weil sie gegen die damalige sowjetische Bewsatzungsmacht standen. Jetzt sind die US-Truppen selbst mit den früher gehätschelten Warlords konfrontiert, die sich nun gegen die amerikanische Besatzung wehren, mit einem hausgemachten Problem also, das blutige Verluste auf beiden Seiten fordert. Ein wirklich wahrer Horror, der Überlebenskampf in feindlichem Gebiet, wo hinter jedem Hügel, in jeder Höhle der Tod lauern könnte.

        Eine der ersten Szenen von „The Hills Have Eyes II“ zeigt ein zerschossenes Ortschild von Kandahar, US-Soldaten im Stress, im Terror des Straßenkampfes, wo Heckenschützen und Selbstmordattentäter lauern – für den Kampf in Afghanistan wird eine junge Truppe der Nationalgarde ausgebildet, ein disziplinloser Haufen unerfahrener Soldatinnen und Soldaten, die als ersten Einsatz in den für ungefährlich erachteten Sektor 16 geschickt werden. Zur Übung für den Afghanistan-Krieg. Dort, in New Mexico, wo in den 50ern Atombomben getestet wurden, soll eine alte Bunkeranlage reaktiviert werden, doch der Vortrupp von Wissenschaftlern scheint verschollen…

        Wes Craven, Regisseur des Original-„The Hills Have Eyes“ von 1977 und Drehbuchautor und Produzent der Fortsetzung des Remakes setzt hier explizit den Horror, der aus den Felsen kommt, mit dem Horror des Afghanistaneinsatzes gleich: Hier wie dort die selbstgebaute Gefahr, mal die Taliban, mal kannibalische Mutanten, die Nachkommen von Opfern der Nuklearversuche. Aus zerklüftetem Gestein kommt der Tod, axtschwingende degenerierte Irre, die die zunächst so lasche Truppe nach und nach ausmerzen.

        Der Horror, den Martin Weisz aufbaut, ist wirkungsvoll, aber oberflächlich. Immerhin zeigt er, dass er mehr kann als krude Kameraeinstellungen und eine hohl zusammengebastelte Geschichte auf die Leinwand zu bringen, wie es ihm mit dem Armin Meiwes-Kannibalenquatsch „Rohtenburg“ passiert ist. Er spielt hier mit einfachen Reizen – Schockeffekte, lauernde Kamera, die Angst vor der Dunkelheit im todbringenden Höhlensystem der Mutanten –, die freilich meist ganz gut funktionieren. Und er schwelgt in Gewalt, in Ekelbildern, im Schlachten und Zermantschen von Körperteilen, in ausgiebigst gezeigten Exzessen auf beiden Seiten – hasserfüllte Soldaten, die auf schon tote Gegner noch einhacken, Mutanten, die den niedersten Trieben des Lebens frönen.

        Als kleine Erweiterung des Schreckens planen die Mutanten, die Soldatinnen als Gebärmaschinen für neuen Nachwuchs zu benutzen, das soll die Dimension der Gefahr im Film noch erweitern, ist aber eigentlich eher Ausrede für ekelerregende Geburts- und Vergewaltigungsszenen. So wie sich vor allem gegen Ende auch die Gewalt, die Brutalität verselbständigt und allzu selbstzweckhaft wirkt, ohne je zu einer Reflexion des Zusammenhangs von Gefahr und Hass und Wut und Gewaltausbruch zu werden – keine Studie über den schlafenden Schlächter in uns allen, sondern ein Katalog von Meucheleien als Reaktion auf die Bedrohung aus dem Nichts.

        Hier wäre wieder eine Allegorie auf Afghanistan- oder auch Irak-Kampfeinsätze gegeben, Terror, der bei den Soldaten zu Stress führt und dann umschlägt in brutale Gewalt; doch soweit spinnen weder Weisz noch Craven die Analogie, obwohl genau dieser Subtext dem Film etwas mehr Relevanz und Tiefe gebracht hätte. Daran aber mangelt es mehr und mehr, je länger der Film dauert: Nichts weiter also als einer der üblichen Horrorschocker.
      • | FAZIT

      • Ein Horrorfilm als Allegorie auf US-Auslandseinsätze: Ein guter Ansatz, der dann aber in selbstzweckhafter Gewalt untergeht.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Harald Mühlbeyer

      • | Userwertung

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