Sonntag | 27. Mai 2012 | 00:16 Uhr
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  • FILMDETAILS | Kill Bill: Vol. 1
  • Kill Bill: Vol. 1

    Action | USA 2003
  • Originaltitel:
    Kill Bill: Vol. 1
    Genre:
    Action
    Deutschlandstart:
    16.10.2003
    USA Kinostart:
    10.10.2003
    Produktionsland:
    USA 2003
    Verleih:
    Buena Vista International
    Bilformat:
    1,85:1
    Tonformat:
    Dolby Digital
    Länge:
    111 Minuten
    FSK:
    ab 18 Jahren
    Auszeichnungen:
    Golden Globe: 1 x nominiert   BAFTA: 5 x nominiert  

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    • | KURZINHALT

    • Kiddo ist mit dem Anführer eines Attentatskommandos liiert und von ihm schwanger. Sie möchte ihrem Kind jedoch eine Chance bieten, kehrt von einem Auftrag nicht zurück und lässt Bill im Glauben, sie sei tot. Kiddo beginnt ein neues Leben, und will den Inhaber eines Plattenladens heiraten. Doch Bill spürt sie auf und richtet sie eigenhändig hin. Wie durch ein Wunder überlebt sie. Nachdem sie vier Jahre im Koma lag macht sie sich auf den Weg: ihr Rachefeldzug beginnt.
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    • | KURZKRITIK

    • Wider einmal schockt Quentin Tarantino mit einem Film, den man als ein einziges blutiges Racheepos bezeichnen kann. Wie gewohnt entscheidet er sich gegen die konventionellen Sehgewohnheiten, reisst den Zuschauer in seine Welt: in das Universum Tarantino. In den Zeiten springend erzählt er sein Todesballet, inszeniert ein perfektes Blutbad welches an Splatter-Movies erinnert und begleitet dieses mit einem vollkommenen Soundtrack. Ein schwer verdaulicher Film, welcher sein Publikum entweder in den Bann zieht oder das Kino ganz schnell verlassen lässt.
    •  
    • | SZENENBILDER

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    • | CAST & CREW

    Regie:   Quentin Tarantino
    Buch:   Quentin Tarantino als Writer  
      Uma Thurman als Writer  
    Musik:   Robert Rodriguet
    Kamera:   Robert Richardson
    Produzent:   Lawrence Bender als Producer  
      E. Bennett Walsh als Executive Producer  
      Harvey Weinstein als Executive Producer  
      Bob Weinstein als Executive Producer  
    Darsteller:   Uma Thurman als die Braut  
      Lucy Liu als O-Ren Ishii  
      Vivica A. Fox als Vernita Green  
      Daryl Hannah als Elle Driver  
      David Carradine als Bill  
      Michael Madsen als Budd  
      Julie Dreyfus als Sofie Fatale  
      Chiaki Kuriyama als Gogo Yubari  
      Sonny Chiba als Hattori Hanzo  
      Chia Hui Liu als Johnny Mo  
      Michael Parks als Earl McGraw  
      Michael Bowen als Buck  
      Jun Kunimura als Boss Tanaka  
      James Parks als Edgar McGraw  
      Sakichi Sato als Charlie Brown  
    • | USERKOMMENTARE

    • Timmy Deluxe| Genialer Genremix - Bitte nicht ernst nehmen!
    • Kill Bill
      (USA 2003. Quentin Tarantino)

      Ich habe einen anderen Film erwartet. Non-Stop Action hieß es, eine einzige Hommage an die HK-Filme der 70er welche keinen Platz für die Tarantino'schen Elemente ließe.
      Nun ging der Film in diese Richtung, war jedoch ein klar zu definierender Tarantino. Ich liebe Tarantino-Filme nur habe ich eben etwas anderes erwartet. Jetzt, da ich etwas Zeit hatte, darüber nachzudenken, kann ich schon etwas besser über den Film schreiben. Ich muss sagen: Kill Bill ist genial!

      Kurz zur Story: Nach ihrem Ausstieg aus dem Profi-Killer-Geschäft, wird die hochschwangere Braut auf ihrer eigenen Hochzeit von ihren ehemaligen Kollegen aufgesucht und schwer verletzt. Nach einigen Jahren im Koma, hat sie nur noch einen Gedanken: Rache. So sucht sie zuerst Vernita Green auf, inzwischen selbst Aussteigerin und Mutter, um sich dann auf den Weg nach Japan zu machen, wo sich O-Ren-Ishii als Yakuza-Oberhaupt niedergelassen hat.

      Der Anfang ist gewaltig. Bis sich Uma auf den Weg nach Japan macht, erinnert der Film wohl nur in einer einzigen Szene an die früheren Hong-Kong-Filme: Die erste Begegnung zwischen der Braut und Vernita und anschließender Kampf stellen eine wirklich gelungene Hommage dar. Beide Kontrahentinnen, Angesicht zu Angesicht, in Macho-Sprüchen versinken zu sehen, lässt Eastern Fans das Wasser im Mund zusammen laufen. Hinzu kommt eine tolle Kampfchoreographie, in welcher Soundeffekte und Kameraarbeit, wie z.B. der schnelle verwackelte Zoom, stark an die Inszenierungsweise früherer Kung-Fu-Filme erinnern.

      Anschließend folgt eine kurze Anime-Sequenz, welche die Geschichte O-Ren-Ishiis erzählt. Völlig überspitzte Gewaltdarstellung lässt Schmunzeln aber nicht Erschrecken. Für Laien ungewohnt hart, ist dies für Japanische Verhältnisse eher lasch.

      In Japan beginnt der Film dann auch japanisch zu werden, sowohl vom Stil als auch größtenteils von der Sprache her. In der Sushi Bar von Hattori Hanzo, gespielt von der japanischen Schauspiel-Legende Sonny Chiba, beginnt dieser Filmabschnitt. Skurriler japanischer Humor, halb Slapstick, halb Wortwitz. Aus Filmen dieser Nation bekannt.
      Es folgt die Vorstellung der Yakuza O-Ren-Ishiis. Jetzt wird klar, dass die Gewaltdarstellung im Comic-Teil keinesfalls aus der Reihe fällt. Nein, auch im Film schießen Unmengen an Litern Blut in riesigen Fontänen aus Wunden. Die nächste Szenenabfolge erinnert stark an japanische Gangster Filme, inklusive dem obligatorischen Yakuza-Treffen. Gewalt, Dialoge und Mimik fügen sich nahtlos in das von Tarantino scheinbar beabsichtige Konzept ein, einen japanischen Gangster-Film zu zitieren.

      Schließlich kommt es zum Showdown in einem japanischen Teehaus. Dort verwandelt sich der Film dann wieder zurück vom Yakuza zum Hong-Kong-Kung-Fu-Film. Ein Superheld, in diesem Falle Uma Thurman, der Gegner in Massen elegant erledigt ohne all zu große Anstrengungen. Einziger Unterschied zu Kung-Fu-Filmen: Uma Thurman macht es mit einem japanischen Katana-Schwert und nicht mit Händen und Füßen. HK-Fights in einem japanischen Teehaus. Die Gewaltdarstellung bleibt japanisch. Die Kämpfe sind stilistisch hochwertig inszeniert, was dem Ganzen einen kleinen Stoß aus der Realität heraus gibt. Hier verschmelzt Tarantino die beiden Elemente seines Filmes und bastelt sich seinen eigenen HK-JAPAN-KUNG-FU-YAKUZA-FILM.
      Der Schluss verbirgt noch einmal einen gewaltigen Schuss schwarzen Humor in einer sehr surrealen Umgebung. Ein Fest für die Augen.
      Abschließend verbirgt der Film noch einen Cliffhanger, um auch sicher zu gehen, dass man brav den zweiten Teil im Kino schaut.

      Viele Elemente lassen den Film surreal und comichaft wirken, so ist da z.B. die scheinbare Unsterblichkeit der Braut, die überspitzte Gewaltdarstellung, die Krankenhausszene oder das Katana im Flugzeug. So macht Tarantino deutlich, dass es ein Film ist, welcher zu keinem Moment ernst genommen werden soll.
      Kamera, Beleuchtung, Erzählstil und Kulissen, hier gibt es nichts zu beanstanden. Quentin Tarantino hat diesen Film handwerklich nahezu perfekt inszeniert. Hinzu kommt die Musik, welche mehr als nur Begleitung ist. Besonders "The lonely sheperd" von Zamfir bleibt einem Gedächtnis. Manchmal hatte man das Gefühl, es wurde sich ein wenig bei Ennio Morricone bedint. Dies scheint aber wohl generell das Leitmotiv des Films zu sein. Ich habe noch nie einen Film gesehen, in dem soviel geklaut, zitiert und gewürdigt wurde wie in Kill Bill. Manche mögen es Plagiat nennen, doch ich nenne es genial. Denn Tarantino klaut nicht aus einem Genre die typischen Elemente zusammen, wie es in so vielen Filmen der Fall ist, sondern kreiert mit einem Zitateregen aus etlichen Genres einen Genremix, welchen man zwar als Eastern bezeichnen kann, aber viel mehr ist, als man mit diesem Genre in Verbindung bringt.

      Wir haben hier also quasi eine wilde Mischung aus Blaxploitation, Eastern, Yakuza, Anime, Rache-Thriller, Drama, Komödie und Tarantino-Movie. Tarantino versteht es dabei, genau die Richtige Mischung aus seinen Lieblingsfilmen zu einem einzigen neuen Lieblingsfilm zu kreieren.
      In erster Linie bleibt es aber trotzdem ein typischer Tarantino Film, vor allem aber eine exzellent inszenierte Fun-Hommage von einem Filmfan für einen Filmfan.
    • 24.04.2005 Bewertung:
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    • | Userwertung

    Wertung: 9.9/10 (33 votes)

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