Samstag | 26. Mai 2012 | 23:10 Uhr
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  • FILM REVIEW | Der Traum
  • Der Traum

    Drama | Dänemark / Großbritannien 2005
  • | INHALTSANGABE

  • Sommer 1969 in einer dänischen Landgemeinde: Der 13-jährige Frits erlebt einen Nervenzusammenbruch seines geliebten Vaters, der in eine psychiatrische Klinik kommt. Frits schwärmt für Martin Luther King und die amerikanische Bürgerrechtsbewegung. Auf der neuen Schule kritisiert der Direktor seinen Beatles-Haarschnitt als zu lang. Aber Frits eckt bald noch mehr an: Wegen eines Jungenstreichs misshandelt ihn der Direktor, ein gefürchteter Anhänger der Prügelstrafe. Der neue, liberale Lehrer Svale findet den Jungen mit blutendem Ohr, das genäht werden muss.

    Frits’ Mutter, die als Schulkrankenschwester arbeitet, stellt den Direktor vergeblich zur Rede, und auch die Polizei will nicht helfen. Frits benennt sich inzwischen in Martin um, nach seinem amerikanischen Vorbild, und fiebert der Untersuchung vor der Schulkommission entgegen, die seine Eltern anstrengen. Doch im Ort gibt es entschiedenen Widerstand dagegen, den Direktor anzuklagen. Frits’ Mutter verliert ihre Stelle.
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      • | FILMKRITIK

      • „Der Traum“ ist ein Drama des Dänen Niels Arden Oplev, das auf der Berlinale 2006 den Gläsernen Bären des Kinderfilmfests erhielt. Auch zahlreiche andere Preise bestätigen dem Filmemacher, dass seine Geschichte über die Grausamkeit der Prügelstrafe ins Schwarze getroffen hat. Obwohl die Prügelstrafe an Schulen in den meisten europäischen Ländern schon seit langem abgeschafft ist, zieht die Gesetzgebung im Bereich der elterlichen Erziehung erst seit einigen Jahren nach.

        Niels Arden Oplev setzt das also immer noch als aktuell empfundene Thema der Schwarzen Pädagogik in Verbindung mit der friedlichen Revolte der Flower-Power-Bewegung, den Demonstrationen der spätern 60er Jahre, dem kollektiven Kampf der damaligen jungen Generation für mehr Freiheit. Dass der blonde dänische Landjunge Frits die schulischen Schikanen gegen Meinungsfreiheit, „Negermusik“ und den Zwang zur Unterordnung in seiner Fantasie mit Martin Luther Kings berühmter Rede „I have a dream“ beantwortet, ist aber schon etwas eigenwillig.


        Frits muss nicht nur gegen den bedrohlichen, allmächtigen Direktor bestehen, er hadert auch ganz intensiv mit der psychischen Labilität seines Vaters. Auch der Großvater ist eher schwach, verlässt er doch seit vielen Jahren nicht mehr das Bett, obwohl ihm weiter nichts fehlt. Die schauspielerische Leistung des jungen Janus Dissing Rathke, insbesondere die zwischen Freude und tiefer Kränkung oszillierende Mimik, hinterlässt in diesem Drama den größten Eindruck.

        Die Unterstützung seiner Eltern, der Unterricht des neuen Lehrers und die Freundschaft zu Schulkameradin Iben stärken die Courage des Jungen. Ansonsten hat man die Brutalität der Prügelstrafe in diversen anderen Filmen schon eindrucksvoller angeprangert gesehen, so in „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Weil Niels Arden Oplev nicht so genau weiß, ob er in 69-er Nostalgie schwelgen oder ein Jugenddrama aufbauen soll, vollzieht er dazwischen einen etwas skurrilen Spagat. So richtig glaubwürdig werden die Motive nicht, die er seiner jungen Hauptfigur in die Schuhe schiebt, und etliche Szenen sind mit grobem Pinsel gemalt.
      • | FAZIT

      • In einem mittelmäßigen Film kämpft ein 13-jähriger Junge in Dänemark 1969 gegen einen prügelnden Direktor.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

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