Samstag | 26. Mai 2012 | 23:28 Uhr
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  • FILM REVIEW | The Golden Door
  • The Golden Door

    Drama | Frankreich / Italien 2006
  • | INHALTSANGABE

  • Salvatore Mancuso lebt mit seinen Söhnen und der Mutter auf dem sizilianischen Land zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Fotografien aus Amerika lassen die armen Bauern staunen: Da sind Menschen mit Riesenzwiebeln und gigantischen Karotten zu sehen, und Münzen wachsen auf den Bäumen. Salvatore beschließt, mit seinen beiden Söhnen und der alten Mutter nach Amerika aufzubrechen.

    Während der vier Wochen langen Schiffsreise drängen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft an Bord. Salvatore lernt die geheimnisvolle rothaarige Lucy kennen. In New York erwartet die Einwanderer ein Schock: Wenn sie ins Land eingelassen werden wollen, müssen sie zahlreiche Gesundheits- und Intelligenztests bestehen. Werden es die Mancusos schaffen?
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      • | FILMKRITIK

      • „Golden Door“ des italienischen Regisseurs Emanuele Crialese ist eine poetische Reise in die Vergangenheit. Zwischen 1870 und dem Ersten Weltkrieg wanderten fünf Millionen Süditaliener, in der Mehrheit Landbevölkerung, nach Amerika aus. Mit stimmungsvollen, romantischen Bildern nähert sich der Film dem, was die verarmten, ungebildeten Bauern während der langen Schiffsfahrt ins Ungewisse und dann am Ziel ihrer Träume erlebt haben müssen. Ihr Aufbruch aus dem gewohnten Leben war zugleich eine persönliche Veränderung in kürzester Zeit.

        Salvatore und seine Söhne haben schmutzige Hemden und ungewaschene Hände. Für die Ausreise kaufen sie sich gebrauchte Schuhe, denn auf Sizilien waren alle barfuß. Als die Mancusos an Bord des Schiffes stehen, schauen sie in banger Erwartung mit Hunderten von Mitreisenden zurück zum Hafen. Die Kamera schwebt über ihren Köpfen, und das ablegende Schiff trennt die Passagiere langsam von den vielen Zurückbleibenden an Land. Die eindrucksvolle Szene spielt in vollkommener Stille, nur das Klopfen aus dem Maschinenraum ist zu hören.

        Salvatore ist zwar ein einfacher Mann, aber er hat einen gesunden Menschenverstand. Auf der Fahrt muss er seinen jüngeren Sohn Pietro beschützen, der nicht sprechen kann oder will. Die rothaarige Lucy übt eine magische Anziehung auf ihn aus. Niemand weiß, wo sie herkommt. Sie selbst gibt sich als Engländerin aus und ist als Dame gekleidet. Salvatore hat einen schönen Traum, in dem er sich mit Lucy in einem Milchsee schwimmen sieht.

        Auf Ellis Island müssen die Bauern Intelligenztests mit Holzklötzchen machen. Salvatore versteht den Test auf seine Weise und stellt die Klötzchen zu einem Haus mit Dach auf. Richtig schlecht sieht es aber für die alte Mutter und für Pietro aus: Sie will diese unverständlichen Aufgaben nicht lösen, er bleibt stumm. In Amerika sind solche Leute unerwünscht. Und dann gibt es noch die eingewanderten Frauen, die auf Ellis Island zum ersten Mal den Mann sehen, dem sie sich versprochen haben. Der Regisseur inszeniert dieses Blind Date als die große, manchmal schmerzhafte Bescherung.

        Emanuele Crialese schafft eine märchenhafte, andächtige Atmosphäre, um die zwiespältigen Gefühle der Menschen auf der wohl ersten Reise ihres Lebens zu zeigen. Bereits auf dem Ozean ahnen sie, dass in der Neuen Welt die Gewohnheiten aus der Heimat keine Rolle mehr spielen werden. Die romantische, naive Stimmung wird verstärkt durch den Kontrast der einfachen Leute wie Salvatore und der geheimnisvollen Dame Lucy. Charlotte Gainsbourg spielt sie mit einer Spur diebischer Freude für das Rätselhafte. Ein schöner, kontemplativer Film, der sehr authentisch wirkt.
      • | FAZIT

      • Poetischer, andächtiger Film über die Reise sizilianischer Auswanderer nach Amerika zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 0.0/10 (0 votes)

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