Nachdem Ted Crawford entdeckt hat, dass seine Frau eine Affäre hat, erschießt er sie. Und lässt bereitwillig die Polizei ins Haus. Der ermittelnde Polizist ist geschockt: Er war der Liebhaber der Frau. Crawford gesteht ihm den Mord sofort – das scheint ein leichtes Spiel zu sein für Willy Beachum, den ehrgeizigen jungen Staatsanwalt. Doch Crawford hat einige Asse im Ärmel: Die Tatwaffe ist verschwunden, und sein Geständnis ist wertlos – der Beamte, dem er es gegeben hat, ist als Liebhaber des Mordopfers befangen. Und überhaupt ist er den Strafverfolgern immer ein paar Schritte voraus, denn er hat das perfekte Verbrechen geplant und ausgeführt.
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| FILMKRITIK
Anthony Hopkins als Ted Crawford ist ganz in seinem Element in diesem Film. Eine Paraderolle: Der Mörder, der mit seinem Verfolger spielt, der kluge, kultivierte, kaltblütige Manipulator, der dem jungen, ehrgeizigen Staatsanwalt Beachum ein Schnippchen nach dem anderen schlägt; der spielerische Perfektionist, der alles genau ausgeklügelt hat und daher sicher ist, mit einem Mord davonzukommen. Es ist eine Lust, zuzusehen, wie Hopkins seinen Gegenspieler Beachum nonchalant und souverän auflaufen lässt, diebische Freude kommt beim Zuschauer auf, wenn sein Ted Crawford wieder mal dem Staatsanwalt im Nacken sitzt und ihn freundlich daran erinnert, dass er ihm mindestens drei Schritte voraus ist.
Beachum ist cool und selbstbewusst und überheblich, ein Gewinnertyp, ein Yuppie, der schon einen Fuß raus hat aus der Tretmühle Staatsanwaltschaft und bald einen lukrativen Job in einer großen Anwaltskanzlei antreten wird: geistig ist er schon abwesend und für Crawford daher ein gefundenes Fressen, der ein Spielchen treibt mit der rechtstaatlichen Unschuldsvermutung: Auch wenn er es offensichtlich gewesen ist, muss ihm die Tat erst nachgewiesen werden. Und die Tatwaffe ist verschwunden, die Waffe, mit der Crawford am Tatort neben der Leiche gefunden wurde, ist nicht abgefeuert worden…
Will ich in mein Gärtlein gehen,
will mein Blümlein gießen,
steht ein bucklicht Männlein da,
fängt als an zu niesen.
Tatsächlich wirkt Hopkins in seiner Rolle wie ein großer Gnom, etwas Koboldhaftes hängt ihm an, wenn er ganz naiv und unschuldig tut und dabei nur juristisches Chaos im Sinn hat.
Leider geht der Film strukturell nicht ganz auf das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Crawford und Beachum ein. Da ist zum Beispiel eine dominante Nebenhandlung um eine Liebesgeschichte Beachums mit seiner Mentorin und Vorgesetzten in seiner neuen Firma, die zwar sicherlich den Erfolgsdruck auf Beachum erhöht – wenn er den Fall gegen Crawford verliert, ist es Essig mit der neuen Stellung. Doch dieser Druck käme erst dann vollends als Thrillerspannung zur Geltung, wenn er von Crawford ausginge, wenn sich der Film also mehr auf die beiden Gegner konzentrierte, anstatt sich in Nebenkriegsschauplätzen zu verzetteln.
Dabei ist es doch so eine Freude, wenn Crawford Beachum seziert – die Emotionen des Zuschauers werden verdreht, man ist auf der Seite des kaltblütigen Mörders, der dem arroganten Sack Beachum zusetzt. Und als der das Spiel endlich ernstnimmt und beginnt, sich abzustrampeln, da hat er schon verloren; wenn er auf Touren kommt, dann ist er schon im Leerlaufmodus.
So ist es ein schöner Zustand des Films, wenn es so aussieht, als würde das arrogante, unsympathische, aber unschuldige Arschloch untergehen, der kultivierte, intelligente Schuldige aber triumphieren – ganz gegen jede Regel des Hollywoodfilms ist dies eine Verdrehung der Moral, die heimliche, böse, angenehme Lust macht. Am Ende aber wird doch alles zurechtgerückt, durch kleine Details, die als Knackstellen das präzise Konstrukt des perfekten Verbrechens zerbrechen lassen.
| FAZIT
Anthony Hopkins in Hochform als kultivierter, souveräner Mörder, der sein Spielchen mit dem Staatsanwalt treibt; leider mit einigen strukturellen Schwächen im Drehbuch.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung