1916, Luftkrieg über Frankreich: Amerikanische Freiwillige schließen sich der französischen Luftwaffe an und fliegen in den Krieg mit dieser ganz neuartigen Technik, dem Flugzeug. Blaine Rawlings, der Texaner, und seine Kumpels müssen ein hartes Training absolvieren, um dann im Luftkrieg Mann gegen Mann gegen die feindlichen deutschen Fokker-Maschinen zu bestehen. Dabei verliebt sich Rawlings in die junge Französin Lucienne, die er, als die deutsche Front vorrückt, mit seinem Flugzeug in sicheres Gebiet ausfliegt. Doch da ist auch noch der Erzfeind, der Flieger mit dem aufgemalten schwarzen Falken, der schon so viele der alliierten Flugzeuge abgeschossen hat…
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| FILMKRITIK
Die durchschnittliche Überlebensdauer der Piloten der Lafayette Esquadrille betrug sechs Wochen. Hier sammelten sich abenteuerlustige Jungs, technikbegeisterte Freaks, junge Männer, die nichts mehr zu verlieren hatten, um im Luftkampf gegen die Deutschen als Pilot wie als Mensch zu wachsen. Rawlings hat Eltern und Ranch und alles Geld verloren, Briggs, der Millionärssohn, wird vom Vater in den Krieg geschickt, damit er einmal was Mannhaftes tut, Jensen will ein Held werden, und der schwarze Skinner will in der Freiheit über den Wolken den Rassismus überwinden.
Hoch oben über den Wolken ist man weit entfernt vom Dreck der Schützengräben. Der Tod liegt in der Luft – aber es herrscht ein Ehrenkodex, eine Ritterlichkeit unter den Gegnern. Man kann sich gegenseitig ins Cockpit der offenen Doppel- oder Tripledeckern sehen, man taxiert sich, man grüßt sich respektvoll unter Feinden. Und man schießt aufeinander. Und das sind dann auch die Höhepunkte des Films, die Szenen der Luftkämpfe. Das ist ja das Schöne am 1. Weltkrieg: Dass hier die Flugzeuge erstens für Blicke von außen offen waren, dass sie zweitens nicht schnell waren, dass drittens dadurch übersichtliches Kämpfen in der Luft möglich war. Übersichtlich für den Kinozuschauer wohlgemerkt, der die dreidimensionalen Scharmützel mit Spannung und Gelassenheit verfolgen kann, involviert und dabei außen vor gelassen. Ja, es ist schön, tollkühne Männer in fliegenden Kisten, die hier in einer feinen Mischung aus realen Flugaufnahmen und digitalen Tricks präsentiert werden. Altmodische, aber wirkungsvolle Action.
Der Rest des Films bietet genau das, was zu erwarten ist, so, als wäre das Wort Klischee nie erfunden worden. Junge Männer, die zu Helden werden, andere, die abgeschossen werden – und man weiß aus seiner Filmerfahrung immer schon vorher, wer im nächsten Einsatz dran sein wird –, die Liebe in Zeiten des Krieges, und als ein Flieger beim Übungsflug abstürzt, wird er natürlich im Bordell gepflegt (freilich ohne das Sittlichkeitsempfinden überzustrapazieren). Und damit das ganze auch korrekt abläuft, wird in Dialogen immer gerne auf die prinzipielle Sinnlosigkeit von Krieg hingewiesen. Der gütige Captain, der seine Leute voll Autorität, aber dennoch mit Nachsicht wie ein Vater führt, wird natürlich von Jean Reno gespielt, einem der wenigen Franzosen, die englisch können und sich daher für Filme mit internationaler Besetzung empfehlen. Zumal sein Hundeblick ja alles ausdrücken kann, was sich ein Regisseur wünschen würde.
Dennoch stört die Konventionalität des Plots wenig, überraschenderweise muss man sagen. Sie macht den Film vielmehr eingängig, und obwohl 140 Minuten entschieden zu viel sind, kommt keine Langeweile auf, der nächste Luftkampf kommt ja bestimmt. Und manchmal wird es richtig absurd: Wenn in dem Schloss, in dem die jungen Kampfpiloten untergebracht sind, plötzlich ein ausgewachsener Löwe auftaucht; der bezeichnenderweise auf geschichtliche Tatsachen beruht, als Maskottchen der Lafayette Esquadrille…
| FAZIT
Luftkämpfe des 1. Weltkriegs entfalten immer ihre Wirkung, auch wenn die Story sehr konventionell ist. Größtenteils harmlos also, das ganze – aber das ist ja nicht das schlechteste, was man über einen Kriegsfilm sagen kann.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung