Gentleman-Gauner Danny Ocean und sein Team sind diesmal in privater Mission unterwegs. Der fiese Spielcasinobesitzer Willy Bank (Al Pacino) hat ihren väterlichen Freund Reuben (Elliott Gould) um sein Geld geprellt. Reuben liegt nun im Koma – und Danny und Co. sinnen auf Rache. Banks neues Casino ist ihr Ziel. Doch das ist nicht nur von einem intelligenten Sicherheitssystem geschützt – helfen kann ihnen nur Erzfeind Terry Benedict (Andy Garcia). Und der will unbedingt die Diamanten haben, die Bank in einem uneinnehmbaren Raum verwahrt…
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| FILMKRITIK
Wer nach den ersten beiden Filmen, „Ocean’s 11“ und „Ocean’s 12“ immer noch auf echte Handlung und Charaktere hofft, der wird hier ebenfalls enttäuscht werden. Auch im dritten Teil ist Stil und Coolness alles, wobei nun nicht mal mehr getan wird, als gäbe es so etwas wie dramatische Verwicklungen und als sei das Ganze mehr als ein fideler Herrenspaß, den sich George Clooney mit Freunden am Küchentisch seiner Schweizer Villa ausgedacht hat.
Wieder sind alle Stars mit an Bord: Clooney, Brad Pitt, Matt Damon, Don Cheadle, Carl Rainer und Elliot Gould. Auch Vincent Cassel, der Einbrecherkönig aus dem zweite Teil und Andy Garcie dürfen, ein bisschen, zeigen was sie können. Wer fehlt, ist Julia Roberts, die wohl keine Zeit hatte oder die Junge diesmal allein im großen Sandkasten Las Vegas toben lassen wollte. Dafür ist diesmal Al Pacino der Bösewicht, spielt alle an die Wand und bietet obendrein mit Ellen Barkin als seiner Assistentin eine nette Reminiszenz an „Sea of Love“. Barkin darf hier eine wilde Parodie auf ihre amourösen Rollen liefern, wenn sie Matt Damon an die Wäsche will (der wiederum nur den Raum für den großen Coup präparieren will).
Damons Rolle ist diesmal wesentlich größer, wenn er dafür auch mal eine angeklebte Nase tragen muss. Clooney und Pitt gehen dagegen etwas unter. Das liegt weniger daran, dass das Personal (wie der Titel andeutet) noch umfangreicher ist – das zählen macht ohnehin keinen Sinn mehr. Vielmehr darf nun jeder etwas ausführlicher mit dem Schippchen spielen, was dem Ensemble gut tut. Dass die Liebesgeschichten weggefallen sind, stört auch deswegen erstaunlich wenig. Viel war aus den Figuren des Danny Ocean und seines Freundes Rusty eh nicht mehr rauszuholen. So werfen sich Clooney und Pitt ein paar Worthülsen bezüglich ihrer Beziehungen zu und sind von einer Oprah Winfrey-Sendung ergriffen, das muss langen. Was es auch tut.
Besonderes Tempo und Vergnügen bietet der Film nämlich durch seine Genügsamkeit. Die Selbstverulkung hält sich in Grenzen, und die völlig überzogene Aktion mit ihren kleinen Manövern, um es Bank heimzuzahlen, fällt in Planung und Ausführung zusammen, was Leerlauf verhindert. Ganz großer Quatsch ist das freilich immer noch: unter der Straße wird ein riesiger Bohrer eingesetzt, um ein Erdbeben zu simulieren; in Mexiko schleicht sich einer von Dannys Mannen in eine Fabrik ein, in der die Spielwürfel produziert werden – und zettelt prompt einen Arbeitskampf an. Doch der Film gerät diesmal so souverän, dass derlei Humbug nicht ausgewalzt wirkt, sondern als eine Selbstverständlichkeit funktioniert, mit der man als Zuschauer prima leben kann.
Natürlich denken Soderbergh und Co. nicht im Traum daran, einen ausgefuchsten Heist-Thriller zu bieten. Das würde der Posse zuviel Konzentration abverlangen! Daher gibt es im Zweifelsfall immer ein ausgefallenes Elektrobauteil, das die Sache regelt. Doch „Ocean’s 13“ ist vielleicht der beste der drei „Ocean’s“-Filme, weil er diesmal als Spielerei so ganz in Las Vegas bleibt, sich an Banks famosem (Kulissen-)Casino und der Garderobe seiner Figuren erfreut und auch mit David Holmes super-cooler Musik endlich sich selbst genügt, statt sich nur selbst zu gefallen.
| FAZIT
Wie die beiden ersten Filme ist „Ocean’s 13“ immer noch reine, heiße Luft, zugleich supercool und stylisch ohne Ende. Auch diesmal geht es um den großen Coup, aber obwohl keine Liebelei mehr den Klamauk und Kinderkram abfedert, lässt eine souveräne Gleichmut den Filme als gelungensten der drei dastehen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung